Fahrbericht: Selbstbewusste Kanten und viel Platz im neuen Audi Q3

Marl Audi macht mit der zweiten Generation des Q3 einen Schritt nach vorn. Vor allem das Platzangebot überzeugt. Wir haben das Modell zwei Wochen lang fahren dürfen.

  • Audi Q3

    Beim Raumangebot erwachsen geworden mit einem modernen Design: der neue Audi Q3. —Foto: Ertmer Foto: Tobias Ertmer ()

Die zweite Generation des Q3 aus dem Ingolstädter Audi-Haus ist im wahrsten Sinne des Wortes erwachsenen geworden oder um Großmutters Zitat heranzuziehen: „Man, bist du groß geworden“. Das trifft beim bayrischen SUV vor allem auf den Innen- sowie Kofferraum zu. Denn zehn Zentimeter hat das Modell in der Länge zugelegt. So fühlen sich die Fondpassagiere auf ihren Plätzen endlich nicht mehr eingeengt.

Das Laderaumvolumen sorgt zudem dafür, dass niemand ein Gepäckstück auf den Schoß nehmen muss, wenn es mal zu viert auf Reisen geht. Hinten passen problemlos drei große Reisetaschen nebeneinander hinein.
Pluspunkte gibt es auch für die Rückbank. Diese lässt sich serienmäßig (!) um 150 Millimeter in Längsrichtung verschieben und hat eine dreifach geteilte Lehne (im Verhältnis 40:20:40). Jeder Teil der Lehne ist in sieben Stufen in der Neigung verstellbar. Je nach Position von Rückbank und Lehnen reicht das Volumen des Gepäckraums so von 530 bis 1525 Liter.
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Optisch hat sich beim Q3 ebenfalls eine ganze Menge getan. Er ist vor allem moderner geworden, erinnert mit seinen markigen Kanten aber auch stark an den Bruder Tiguan aus dem Volkswagenhaus.

Modernes Design

Blicken wir in den Innenraum, wo sich das Design fortsetzt. Im Cockpit geht es ab sofort ausschließlich digital zu – das lässt zwar wenig Platz für optische Analog-Emotionen, doch ist das Touch-Display mit schwarz-hochglänzender Blende in Glasoptik nahezu intuitiv bedienbar, also selbsterklärend. Es ist gemeinsam mit der darunter liegenden Bedieneinheit für die Klimaanlage leicht zum Fahrer geneigt. BMW-Fans müssten sich beim Markenwechsel also nicht umgewöhnen.

Sportlich, schick und leichtfüßig

Die scharfen Kanten kennzeichnen Türen sowie Armaturenbrett und führen damit die modernen Linien der Außenansicht fort. Da wirkt nichts mehr behäbig, sondern präsentiert sich sportlich, schick und leichtfüßig. Als Fahrer fühlt man sich somit am Puls der Zeit.

Auf der Straße überraschte uns der kleine Ingolstädter positiv. Denn die Fahrgeräusche waren gefühlt leise, Unterhaltungen selbst bei höhren Geschwindigkeiten möglich. Auch schwankende und übersteuernde Momente, wie man sie von vielen SUVs kennt, halten sich beim Audi in engen Grenzen. Das Fahrzeug liegt satt auf der Straße und lässt sich zügig durch die Kurven steuern.

Automatik ruckelt etwas

Kritik gibt es von uns für die 7-Gang-S-Tronic. Das Automatikgetriebe hakelt an der einen oder anderen Stelle. Das sorgt gerade beim Anfahren für unschöne „Ruckelmomente“. Apropos Anfahren: Nach dem Warten an der Ampel muss bei eingeschalteter Start-Stopp-Automatik das Gaspedal getreten werden, ehe der Motor wieder anspringt. Das dauert zuweilen und ginge sicherlich deutlich komfortabler...

Beeindruckend ist die Matrix LED-Technologie, bei der das adaptive Fernlicht die Straße (intelligent geregelt) perfekt ausleuchtet. Allerdings kostet das Ganze beim Q3 in der Advanced-Ausstattung fast 1600 Euro Aufpreis. Effektiv ist es aber allemal, und es gibt ein Gefühl von mehr Sicherheit.

Ordentlich Durst


Schlucken mussten wir beim Blick auf den Verbrauch. Im reinen Stadtverkehr war der Durchschnitt nicht unter zehn Liter zu drücken. Selbst auf der Landstraße waren die Erwartungen andere: 6,7 Liter standen zu Buche. Im Mix macht das dann 7,5 Liter – da gibt es für die Ingenieure noch Optimierungsbedarf. Zusammengefasst hat Audi mit dem Q3 jedoch ein Modell im Markt, das gelungen ist und angesichts des Verkaufspreises den einen oder anderen SUV-Fan sicherlich vom größeren Q5 auf die kleinere Version umsteigen lassen könnte.
 
Audi Q3 advanced 35
TFSI S tronic 110 kw


- Motor/Getriebe: Verbaut ist ein 1,5- Liter-Reihen-Vierzylinder mit Doppelkupplungsgetriebe sowie Turboaufladung, der 150 PS leistet. Maximales Drehmoment: 250 Nm bei 1500 bis 3500 Umdrehungen. CO2: 134 g/km, Abgasnorm: Euro 6d-TEMP.

- Leistung: Höchstgeschwindigkeit 207 km/h. Von 0 auf 100 km/h: 9,2 Sek. Angegebener Verbrauch: ca. 5,9 Liter Super (kombiniert). Damit kamen wir nicht aus und haben 7,5 Liter im Mix verbraucht. Anhängelast bis zu 2000 Kilogramm.

- Karosserie: Länge 4,48, Breite 1,86 (ohne Spiegel) bzw. 2,02 Meter (inkl. Spiegel), Höhe 1,62 Meter. Gepäckraumgröße 530 bis 1525 Liter. Das Leergewicht beträgt 1570 kg.

- Preise: In der Grundausstattung gibt es den Audi Q3 ab 33.700 Euro. Als Q3 advanced S tronic kostet das Fahrzeug ab 37.000. Unser Testwagen lag inklusive der zusätzlichen Ausstattung wie z. B. diverser Assistenzsysteme, Matrix-LED-Scheinwefer, Navigation plus, Bang & Olufsen-Soundsystem Sonderlackierung und Sportsitzen bei 54.740 Euro.


ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    13. April 2019, 12:45 Uhr
    Aktualisiert:
    17. April 2019, 20:27 Uhr