Sonst ist an dem Tier nichts zu bemängeln – zu Hause der liebste Hund, draußen an der Leine ohne diese Ablenkung der liebste Hund. Wenn wir sie im Wald und Feld frei laufen lassen, hört sie auf ,Komm‘, aber wehe sie sieht in der Ferne einen Hund, dann ist alles zu spät. Eine Hundeschule haben wir besucht – leider nicht mit einem guten Ergebnis!“
Astrid Wirger: Mit acht Monaten ist Ihr Hund in der Pubertät. Alles verändert sich, viel Neues passiert, der Hund muss sich erst einmal finden. Jetzt sind wir Menschen ein schlechter Ersatz für Spielkameraden. Auch Kinder verhalten sich quirliger als Erwachsene. Sie sind einfallsreicher im Umgang mit dem Hund. Daher üben Hund und Kind, gerade für einen jungen Hund, eine große Anziehungskraft auf einander aus. In der Welpenschule sollte ein Hund den Umgang mit anderen Hunden kennen lernen. Gleichzeitig sollte den Menschen beigebracht werden, was die Körpersprache der Hunde bedeutet, wie man einem Hund neue Signale beibringt, wie man artgerecht korrigiert und auch wie man ein gutes Vorbild für den Hund werden kann.
Ist der Hund aus dem Welpenalter heraus und ein aufgeweckter Junghund geworden, geht es erst richtig los. Nun probiert er alles mögliche aus. Gerade jetzt ist es für den Hundehalter besonders schwer. Wie auch bei pubertären Jugendlichen wird schon mal rebelliert und das „Hören“ geht jetzt besonders schlecht. Hier gilt es, ohne zu streiten, alle Übungen zu festigen. Also üben, üben, üben. Wie war das noch mal: Vor den Erfolg hat irgend jemand die Arbeit gesetzt. Gerade das gilt nun für Sie.
Haben Sie viel Spaß im Spiel mit Ihrem Hund, machen Sie sich interessant und fordern ihn mit tollen Ideen. Nehmen Sie einen Futterbeutel oder ein tolles Spielzeug mit zum Spaziergang. Am Anfang spielen Sie ohne Ablenkung und bauen immer wieder Übungen in das Spiel ein. 2000 bis 6000 erfolgreiche Wiederholungen für jede Übung in unterschiedlichen Situationen braucht es, bis es auch bei starker Ablenkung klappt.
Gehen Sie öfter gemeinsam in einer Gruppe spazieren, und lassen Sie Ihren Hund nicht immer andere als Highlight des Tages erleben. So wird er sich an diese Situationen gewöhnen und immer leichter zu führen sein. Übung macht den Meister. Das gilt natürlich auch für ältere Hunde. Wenn Sie einen Erziehungsstand erreicht haben, sollten Sie immer wieder unterschiedliche Signale abrufen und festigen. Nur so ist ein entspanntes Miteinander zu erreichen.
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