Von Menschen und Hunden: Spielen mit erwachsenen Hunden?

24. Februar 2011 17:16

Trixie will nicht mit dem Ball spielen. Denn: Erwachsene Hunde brauchen eine "erwachsene" Beschäftigung.

„Seit einer Woche haben wir einen ca. fünfjährigen Bobtail-Pudel-Mischling, der sehr gut erzogen ist und wirklich sehr, sehr lieb ist und keine Probleme bereitet,“ schreibt Sylvia D. „Wir sind nun quasi Drittbesitzer. Die Zweitbesitzer waren gut zu Trixie, bei den Erstbesitzern war es wohl nicht so gut – aber wir wissen nichts Näheres.
Meine Frage: Sie spielt nicht, kennt keine Bälle etc. Kann man, soll man da noch etwas erreichen? Wir haben einen Garten, da würde das sehr gut gehen, aber Trixie schaut das Spielzeug nur an und geht ohne Interesse weiter. Wir haben sie ja erst eine Woche hier, aber auch der Hund meines Schwagers, der sehr gerne spielt, apportiert etc. hat sie nicht animiert.
Für uns ist die Hauptsache, dass sie sich hier wohlfühlt, ob mit oder ohne Spielen. Aber wenn es einen Tipp gibt, nehmen wir ihn dankbar an.“
Astrid Wirger: Mit fünf Jahren gehört Ihre Hündin schon lange zu den erwachsenen Hunden. Sie nähert sich sogar langsam den Senioren. Nun hat sie schon viele Erfahrungen in ihrem Leben gesammelt. Bestimmt hat sie als Welpe und auch als Junghund mit Spielzeug gespielt. Wenn sie nicht unbedingt einen „Spiel-Junkie“ haben, fragt sich ein Hund nach einiger Zeit, ob das Jagen hinter einem Spielzeug sinnvoll ist. Bei Jack Russeln oder Labradoren wird diese Frage vielleicht nie auftauchen.
Trotzdem gilt: Je erwachsener ein Hund wird, um so eher will er auch seinem Alter entsprechend handeln.
Denken Sie einmal über unsere Spielgewohnheiten als Erwachsene nach. Wir spielen auch nicht mehr „Spitz pass auf!“ Sondern suchen uns anspruchsvollere Spiele wie : Skat, Schach, Scrabble usw. aus.
Bieten Sie Ihrer Hündin Beutespiele an, in denen Sie ihr Futter in einen Beutel finden kann. Wenn sie mehrere Tage aus einem Futterbeutel anstatt aus dem Napf gefüttert wird, stellt sie eine positive Verbindung zum Beutel her und wird ihn bestimmt suchen. Dass sie ihn auch apportiert, kann zu einem späteren Zeitpunkt erarbeitet werden.
Sie können auch Futterbrocken verstecken oder aber, wenn es ihr Spaß macht, Menschen suchen lassen. Es müssen nicht immer Apportierspiele gemacht werden, um einen Hund auszulasten. Manche Hunde finden es sogar widerlich, Dinge in den Fang zu nehmen. Und: Es gibt auch Hunde, die einfach nur glücklich sind, wenn sie mit ihren Menschen zusammen sind und gemeinsam überall hin unterwegs sein dürfen.

Wenn Sie Probleme mit Ihrem Hund haben, schreiben Sie uns eine E-Mail: sonderseitenredaktion@medienhaus-bauer.de Stichwort: Tier

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