Abendsprechstunde "Herzklappenfehler": Schleichend und gefährlich

RECKLINGHAUSEN Wenn die Herzklappen nicht mehr richtig arbeiten, muss das Herz Höchstleistungen bringen und wird zunehmend schwächer. Was man dagegen tun kann, ist Thema unserer Abendsprechstunde.

  • Schwindelanfälle und Atemnot können auf einen Herzklappenfehler hindeuten. Bei unserer Abendsprechstunde erfahren Sie, was zu tun ist. Foto: Christin Klose

Am Anfang macht es sich kaum bemerkbar, doch das Warnsignal ist eindeutig: Atemnot schon bei leichter körperlicher Belastung. Herzklappenerkrankungen entwickeln sich schleichend und führen zu komplexen Problemen. Bei der Abendsprechstunde des Medienhauses Bauer am kommenden Montag, 8. April, im Recklinghäuser Bürgerhaus Süd sind sie jetzt Thema. Ab 18.30 Uhr berichten Fachmediziner des Elisabeth-Krankenhauses und der Uni-Klinik Essen, was zu tun ist, wenn die Herzklappen nicht mehr richtig arbeiten, und beantworten auch persönliche Fragen der Besucherinnen und Besucher.

Ein Herzklappenfehler macht sich oft erst bemerkbar, wenn er schon fortgeschritten ist. Das typische Symptom: Atemnot schon unter leichter körperlicher Anstrengung. Fatalerweise halten viele Betroffenen dies für eine typische Alterungserscheinung. Nicht zuletzt weil es ein eher schleichender Prozess ist und das Symptom nicht schlagartig auftritt. Je nach Herzfehler können auch eine Brustenge bei Anstrengungen, Herzstolpern oder Schwindelattacken bis hin zur Bewusstlosigkeit hinzukommen.

Herzklappenerkrankungen machen oft über lange Zeit keine Beschwerden und werden nur zufällig entdeckt. Dennoch sind sie immer ernst zu nehmen. Da das Herz bei einem Klappenfehler große Kraft aufbringen muss, um noch eine normale Blutversorgung des Körpers aufrechtzuerhalten, ist in den meisten Fällen über kurz oder lang eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) die Folge. Der Muskel ist irgendwann einfach überlastet. Was hilft, ist eine Herzklappenoperation.

„Die Therapie der Herzklappen ist zunächst eine herzchirurgische Domäne“, erklärt denn auch Dr. Thomas Lawo, Chefarzt der Kardiologie am Elisabeth Krankenhaus Recklinghausen. Deshalb arbeitet er eng mit den Herzchirurgen aus der Uni-Klinik Essen zusammen. So auch bei unserer Abendsprechstunde.

Prof. Dr. Daniel Wendt, geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Thorax- und kardiovaskuläre Chirurgie an der Uni-Klinik Essen, stellt in seinem Vortrag die modernen Methoden vor, die die klassischen Eingriffe nach und nach ablösen. „Die Herzchirurgie hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch verbessert“, sagt er. Heutzutage sei es nicht immer nötig, den kompletten Brustkorb zu öffnen. Ein seitlicher Zugang oder eine nur teilweise Öffnung der Brust sei je nach Patient und Eingriff durchaus möglich.

Bei einer Herzklappen-Operation wird entweder die veränderte Herzklappe selbst „repariert“ (Klappenrekonstruktion) oder durch eine künstliche Herzklappe ersetzt. „Eine geplante Herzklappen-Operation“ so der Fachmediziner, „gehört heute zu den risikoarmen Eingriffen in der Herzchirurgie.“

Aber auch für diejenigen, die nicht fit genug sind für eine Herzoperation, gibt es Hilfe. „Für Hochrisiko-Patienten, für die ein Eingriff am offenen Herzen nicht infrage kommt, sind Katheterverfahren entwickelt worden“, berichtet Dr. Thomas Lawo. Und da gibt es verschiedene Vorgehensweisen. Vom klappentragenden Stent bis zur Coronarspange – der Chefarzt der Kardiologie erklärt in seinem Vortrag, welche Katheter basierten Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
 
Die Abendsprechstunde „Herzklappenfehler“ findet statt am Montag, 8. April, um 18.30 Uhr im Bürgerhaus Süd, Körnerplatz 2, 45661 Recklinghausen. Eintritt frei!
Die Kardiologie des Elisabeth-Krankenhauses Recklinghausen wird geleitet von Chefarzt Dr. Thomas Lawo.
E-Mail: thomas.lawo@ekonline.de
Sekretariat: Annette Nickel, Tel.: 0 23 61 / 601-315 (von 7.30 Uhr bis 16.15 Uhr)
E-Mail: annette.nickel@ekonline.de
Sprechstunde nach Vereinbarung
Die nächsten Abendsprechstunden:

• 29. April: Notfallmedizin mit Fachmedizinern des Klinikums Vest.
• 13. Mai: Nierenschwäche mit Fachmedizinern des Marien-Hospitals Marl.
• 27. Mai: Unfälle im Alter mit Fachmedizinern des St. Elisabeth-Hospitals Herten.

• Alle Abendsprechstunden beginnen um 18.30 Uhr. Und wie immer werden wir Sie auf unseren donnerstags erscheinenden Seiten „Gesund im Vest“ informieren.
 


AUTOR
Heidi Meier
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    4. April 2019, 12:44 Uhr
    Aktualisiert:
    4. April 2019, 13:10 Uhr