Abendsprechstunde "Im Notfall": Wenn Sekunden zählen

RECKLINGHAUSEN Im Notfall kommt es darauf an, dass Helfer beherzt handeln – und zwar richtig. Bei der Abendsprechstunde erfahren Sie, was im Fall der Fälle getan werden muss – von der Ersten-Hilfe bis zur Notaufnahme.

  • Bis der Rettungsdienst übernimmt, kommt es auf die richtige Erste Hilfe an. Foto: Vanessa Köneke (dpa)

Ein Unfall, ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall – sie kommen aus heiterem Himmel, plötzlich und unerwartet. Von jetzt auf gleich zählt jede Sekunde, um das Leben zu retten. – So eine Situation möchte niemand erleben, und doch kann es jederzeit jedem passieren. Und zwar auch als Angehöriger, Freund oder zufälliger Beobachter, auf dessen Hilfe dann alles ankommt. Glücklich, wer dann auch tatsächlich weiß, was wie zu tun ist. Bei der nächsten Abendsprechstunde des Medienhauses Bauer am kommenden Montag, 29. April, können Sie sich informieren, vorhandenes Wissen ergänzen oder auffrischen.

Ab 18.30 Uhr erklären die Fachmediziner des Klinikums Vest im Recklinghäuser Knappschaftskrankenhaus, woran man Notfälle erkennt, wie welche Erste Hilfe, schon bevor der Notarzt eintrifft, Leben rettet und was danach passieren muss – bis hin zum Geschehen in der zentralen Notaufnahme. Und im Anschluss bieten wir Ihnen noch die Möglichkeit zu praktischen Reanimationsübungen. Darüber hinaus beantworten die Mediziner wie immer auch persönliche Fragen der Besucherinnen und Besucher.

Es beginnt schon damit, dass der Laie die Warnzeichen erkennen können muss. Prof. Dr. Frank Weidemann, Chefarzt der Kardiologie, und Dr. Mariam Paulat, Oberärztin der Neuorlogie sowie der Stroke-Unit, zeigen daher, wie sich die häufigsten lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall ankündigen. Immerhin erleiden rund 50.000 Menschen pro Jahr einen Herzinfarkt und bis zu 30 Prozent versterben daran – mancher davon, weil ihm nicht schnell sofort richtig geholfen werden konnte.

Bei einem Schlaganfall (262.000 zählte die Statistik in 2010) spielt der Faktor Zeit eine immense Rolle, wenn es darum geht, ihn zu überleben und mit möglichst wenig Schaden davon zu kommen. So erklären die Fachmediziner, warum welche schnelle Reaktion von Patienten oder Angehörigen notwendig ist, um Leben zu retten oder dauerhaften gesundheitlichen Schaden zu vermeiden. Außerdem berichten sie, wie im Krankenhaus mit diesen akuten Notsituationen umgegangen wird.

Werden die Warnzeichen erkannt oder wird ein Unfall beobachtet, ist mit der Betätigung des Notrufs 112 zwar schon eine Menge erreicht. Spätestens wenn der Patient bewusstlos wird oder es zum Kreislaufstillstand kommt, wird aber zusätzlich eine sofort einsetzende Erste-Hilfe überlebenswichtig. So ereilt in Deutschland pro Jahr ca. 65.000 Menschen ein plötzliches Herzversagen, mehr als 60.000 überleben es nicht. „Viele der Menschen müssten nicht sterben, wenn die medizinischen Laien, die in solchen Situationen als Ersthelfer vor Ort sind, unverzüglich mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen würden“, sagt Sebastian Wiedemann, Oberarzt der Anästhesie und Intensivmedizin. Bei der Abendsprechstunde spricht er über die Möglichkeiten der Wiederbelebung nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft.

Nach dem Notruf und der Ersten Hilfe kommen die nächsten Glieder der Rettungskette zum Zug: der Rettungsdienst und professionelle Notfallmediziner in der Notaufnahme des Krankenhauses. Dr. Stefan Schüßler, ärztlicher Leiter der zentralen Notaufnahme, gewährt einen Einblick hinter die Kulissen und zeigt am Beispiel eines lebensbedrohlich verletzten Patienten die umfangreichen Möglichkeiten, die das Knappschaftskrankenhaus als überregionales zertifiziertes Traumazentrum zur Rettung einsetzt.

 
Die Abendsprechstunde „Im Notfall“ findet statt am Montag, 29. April, um 19.30 Uhr im Vortragssaal St. Barbara des Knappschaftskrankenhauses Recklinghausen, Dorstener Straße 151, 45657 Recklinghausen.
Der Eintritt ist frei.
Anmeldung unter Tel.:  0 23 61 / 56-30 01 (Sekretariat der Anästhesie)




 
Die nächsten Abendsprechstunden:

• 13. Mai: Nierenschwäche mit Fachmedizinern des Marien-Hospitals Marl.
• 27. Mai: Unfälle im Alter mit Fachmedizinern des St. Elisabeth-Hospitals Herten.
• 17. Juni: Künstliche Knie- und Hüftgelenke mit Fachmedizinern des Klinikum Vest.

 Alle Abendsprechstunden beginnen um 18.30 Uhr. Und wie immer werden wir Sie auf unseren donnerstags erscheinenden Seiten „Gesund im Vest“ informieren.


AUTOR
Heidi Meier
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    25. April 2019, 13:13 Uhr
    Aktualisiert:
    25. April 2019, 13:24 Uhr