Abendsprechstunde "Sucht": Raus aus der Abhängigkeit

HERTEN Fachärzte der LWL-Klinik klären über Alkohol- und Cannabis-Sucht auf und zeigen den Weg zurück ins gesunde Leben.

  • Alkohol- und Cannabisabhängigkeit haben schwerwiegende Folgen. Jetzt sind sie Thema der Abendsprechstunde des Medienhauses Bauer. Foto: Uwe Anspach Foto: Uwe Anspach (dpa)

Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland sind abhängig von Alkohol, schätzungsweise 2,3 Millionen Menschen von Medikamenten, und rund 600.000 Menschen weisen einen problematischen Konsum von Cannabis und anderen illegalen Drogen auf. So die vom Bundesgesundheitsministerium veröffentlichten Zahlen, die Ergebnisse einer repräsentativen Studie sind. Dahinter verbergen sich unzählige Schicksale nicht nur der ‚Abhängigen selbst, sonder auch ihrer Angehörigen und Freunde, die mit hineingezogen werden in den Strudel der Suchtfolgen.

Die Abhängigkeit von Alkohol und Cannabis steht jetzt im Fokus der nächsten Abendsprechstunde des Medienhauses Bauer am kommenden Montag, 25. Februar, in der Hertner LWL-Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und psychosomatische Medizin. Ab 18.30 Uhr werden im Vortragssaal des der Klinik gegenüberliegenden Schlosses drei Fachmediziner ausführlich über Anzeichen und Wesen diese Süchte informieren und Wege zurück ins Leben aufzeigen.

„Für die von Suchterkrankung Betroffenen wie für deren Angehörige ist es ein schwieriger, aber wichtiger und unumgänglicher Schritt, sich die Erkrankung und deren Folgen einzugestehen“, sagt Dr. Christoph Mühlau, Oberarzt der Abteilung Suchtmedizin der LWL-Klinik. „Erst dann sind Hilfen und Unterstützung zur Überwindung und Bewältigung der Sucht-Erkrankung und deren körperlich, geistig und seelisch beeinträchtigenden Folgen möglich.“ Bei unserer Abendsprechstunde spricht er unter dem Titel „You‘ll never walk alone“ (Du wirst niemals alleine gehen) über Wege aus der (Alkohol-)Sucht.

Laut Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung konsumieren 1,25 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland in relevantem Umfang Cannabis. Betroffen sind besonders Jugendliche oder junge Erwachsene. „Der Konsum hat insbesondere erhebliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und auf das Niveau des Soziallebens“, berichtet Martin Sterna, Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie. An diesem Abend wird er nach einer kurzen Darstellung der Arten des pathologischen Cannabiskonsums und seiner Häufigkeit auf die sich aus dem Konsum ergebenden individuellen gesundheitlichen, psychischen und sozialen Probleme und Folgen des Gebrauches von Cannabis eingehen. Natürlich wird er auch sagen, wo es Hilfe gibt.

Auf ein weniger bekanntes aber sehr verbreitetes Problem geht anschließend Christine Möllering, ebenfalls Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, ein. Es geht um die Verbindung von Sucht mit einer anderen psychischen Erkrankung. So würden Suchtmittel nicht selten eingesetzt, um Symptome einer psychischen Erkrankung zu verringern oder vorübergehend sogar ganz zu unterdrücken.
Im Wechselspiel mit psychischer Erkrankung

Da eine psychische Erkrankung so aber nicht geheilt werden kann und durch die Gewöhnung an das Suchtmittel immer höhere Dosierungen benötigt werden, helfe diese Strategie nur für kurze Zeit, und es entwickle sich eine Abhängigkeitserkrankung. Umgekehrt könne der Konsum von Suchtmitteln eine Reihe von zusätzlichen psychiatrischen Störungen hervorbringen.

Im Anschluss an die Vorträge stehen die Fachmediziner den Besucherinnen und Besuchern wie immer zur Beantwortung persönlicher Fragen zur Verfügung.
 
Die Abendsprechstunde „Sucht“ findet statt am Montag, 25. Februar, um 18.30 Uhr im Schloss der LWL-Klinik Herten, Im Schloßpark 20, 45699 Herten.
Der Eintritt ist frei.
Die Hertener LWL-Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik verfügt unter anderem über eine Suchtstation und eine Suchtambulanz.
In der Suchtambulanz (Haus 1, Ambulanz B) werden Menschen mit Suchtproblemen (z.B. Alkohol, Medikamente, Cannabis, Partydrogen, Nikotin) ambulant behandelt und beraten.
Das Angebot umfasst ärztliche und psychologische Einzelgespräche, therapeutische Gruppen, medikamentöse Behandlung, die Mitbehandlung psychischer Erkrankungen, die Durchführung von ambulanten Entzugsbehandlungen, die Organisation stationärer oder teilstationärer Hilfen sowie begleitende Unterstützung bei sozialen Problemen und Fragen.
Öffnungszeiten: montags bis freitags 8 Uhr bis 16. 30 Uhr (Termine nach Vereinbarung).
Tel. 0 23 66 / 802-87 00
Eine offene Suchtsprechstunde findet nach persönlicher Anmeldung statt. Diese ist montags bis freitags von 8 bis 9 Uhr möglich.
Die suchtmedizinische Station ist erreichbar unter Tel.: 0 23 66 / 802-83 50. Die Aufnahme erfolgt in der Regel nach Anmeldung über die Suchtambulanz, über eine Suchtberatungsstelle oder in Krisensituationen über den diensthabenden Arzt der Klinik.
Die Notfallrufnummer für dringende Fälle ist rund um die Uhr erreichbar: Tel.: 0 23 66 / 802-0
LWL-Klinik Herten für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im LWL-PsychiatrieVerbund Westfalen, Im Schlosspark 20, 45699 Herten,  Tel.: 0 23 66 / 802-0, Fax: 0 23 66 / 802-50 09
E-Mail: info-herten@lwl.org
@ Internet: www.lwl-klinik-herten.de


AUTOR
Heidi Meier
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    21. Februar 2019, 12:49 Uhr
    Aktualisiert:
    7. März 2019, 12:29 Uhr