Abendsprechstunde "Rollatoren": „Es geht nicht darum, nur Strecke zu machen“

HERTEN Beim Einsatz von Rollatoren und anderen Gehhilfen gibt es in puncto Sicherheit so einiges zu beachten. Der Experte gibt wertvolle Tipps.

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    Interessiert verfolgen die Besucher der Abendsprechstunde die Vorträge über Sturzprophylaxe. Foto: GUTZEIT

Mit dem Rollator ist es wie mit dem Auto: Nach oben ist bei der Ausstattung keine Grenze gesetzt. Viel entscheidender ist aber, eine Gehhilfe richtig zu nutzen - auch um Stürze im Alter zu vermeiden. Bei der vom Medienhaus Bauer präsentierten Abendsprechstunde „Unfälle im Alter“ im Hertener St. Elisabeth-Hospital gab Martin Granzin, Leiter der Physiotherapie, Tipps zum richtigen Umgang.



Was sollte man bei der Benutzung von Krücken beachten?
Wer statt einer normalen Krücke etwa eine Achselstütze verwendet, nimmt sein Gewicht über die Schulter ab und entlastet damit die Arme. Bei einer Krücke sollten vor allem Patienten mit Arthrose in den Händen auf die Luxusvariante mit einem ergonomischeren Griff achten.

Was gibt es bei Gehstöcken zu bedenken?
Ja, vor allem bei Schlaganfall-Patienten: Sie sollten einen Vierpunkt-Stock benutzen, der eine breitere Stützfläche hat und so mehr Sicherheit und Stabilität gewährleistet. Nach einem Eingriff gibt es übrigens auch Gehwagen, mit denen Patienten sofort nach der OP ohne Belastung wieder aus dem Bett geholt werden können, etwa für den Gang zur Toilette. Und Patienten mit starker Angst können statt eines Rollators einen Gehbock benutzen, der nicht wegrollt.

Apropos Rollator: Worauf ist da zu achten?
Der Rollator darf nicht zu tief eingestellt sein, sonst kann man leicht nach vorne kippen. Beim Aufstehen sollte eine Hand am Rollator und eine am Stuhl sein. Dann ist man auf der sicheren Seite. Beim Türöffnen wiederum sollte man sich seitlich stellen, damit man, sofern die Tür nach innen aufgeht, nicht mit nur einer Hand am Rollator rückwärts laufen muss. Gleichwohl sollte man sein Gerät so gut beherrschen, dass man rückwärts damit gehen und Gegenständen ausweichen kann. Es geht nicht darum, nur Strecke zu machen.

Gibt es Geräte, von denen Sie abraten?
Geräte mit erhöhter Kippgefahr sind neben Gehstöcken mit nur drei Punkten Delta-Räder mit nur drei Reifen. Viele benutzen sie gerne im Haus, weil sie kleiner sind und sich so engere Kurven fahren lassen. Dabei kann das Gerät allerdings leicht über die Kante kippen. Da sollte man lieber die Wohnung umbauen und einen Stuhl weniger reinstellen.


AUTOR
Ina Fischer
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    30. Mai 2019, 05:22 Uhr
    Aktualisiert:
    30. Mai 2019, 05:25 Uhr
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