Hochzillertal: Mehr Hütte geht nicht

Hochzillertal Stylisch oder alpenländisch? Puristisch oder verschnörkelt? Cool oder gemütlich? Winter-Hüttenromantik in den Bergen ist immer anders und doch irgendwie immer gleich. Wenn Tausende Skifahrer täglich über die Pisten brettern, dann geht es mittags kaum ohne die großen Selbstbedienungsrestaurants in den Skigebieten – die Masse will versorgt werden. Doch manchmal geht es auch anders.

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  • Wedelhütte

    Eine einzigartige Lage bietet die Wedelhütte. Foto Wedelhütte

  • Toller Blick vom Pool.

    Alpina-Hotel in Fügen. Foto: www.familiyselect.cc

  • Kristallhütte

    Chillout auf der Kristallhütte. Foto: Kristallhütte

Im Hochzillertal zwischen Fügen und Kaltenbach fällt die Auswahl der richtigen Hütte allerdings so richtig schwer. Wo nur sollen die Ski in den Pausen abgeschnallt werden? Kristallhütte, Wedelhütte, PlatzlAlm – da wird man schnell zum Hüttenfan und versteht immer besser, warum es gerade für die Hochzillertaler Hütten jede Menge Auszeichnungen schneit.

Seit mehr als zehn Jahren ist Stefan Eder mittlerweile mit seiner Kristallhütte präsent – bei 205 km/h Windgeschwindigkeit, minus 31 Grad Celsius, 1,20 Meter Schneefall in nur einer Nacht und fünf Blitzeinschläge. Als Zillertaler Urgewächs (er stammt aus Hippach) kann Eder nichts erschüttern.
Wer sich bei schönem Wetter einen Platz im Panorama-Liegebereich mit Kuschelecken, Sofas und Wasserbetten sichern möchte, muss aber früh da sein oder reservieren. Denn mit der Chill-Out-Zone inklusive DJ-Musik setzt Eder mit seinem Team seit Jahren immer wieder neue Maßstäbe in Sachen Hüttenkultur. „Vor mehr als zehn Jahren gab es solche Hütten auf diesem Niveau noch gar nicht. Für mich war die Idee für die Kristallhütte so etwas wie eine Bestellung im Universum“, erinnert sich der Gastronom.

Beim Geschwisterpaar Martha und Heinz Schultz war die Idee schon in den 1980er-Jahren geboren. „Eine spezielle Hütte mit Suiten und Gourmetrestaurant galt in unserer Familie und vor allem bei meinem Vater als Traum. Stefan Eder hat uns dann mit der Software überzeugt, so dass wir ihn als Partner ins Boot geholt haben“, sagt Martha Schultz. Gemeinsam mit ihrem Bruder hat sie das Familien-Unternehmen nach dem Tod des Vaters übernommen. Die Schultz-Gruppe ist heute der größte private Seilbahnbetreiber Österreichs und betreibt diverse Hotels und Hütten.

So begeistert die Kristallhütte auch Freunde von elegant moussierenden Weinen und ebenso phrasierenden Saxophonklängen, wenn zum Jazzbrunch vor Ort aufgespielt wird. Wer sich vom Sound in der Kristall-Lounge nicht losreißen kann, quartiert sich in eine von acht Suiten oder eine der vier neuen, exklusiven Alpine Lodges ein. So kann man in der neuen Panorama-Wellness Area quasi „in die Verlängerung“ chillen.
Schnitt und Schwenk: Rund zwei Kilometer Luftlinie oder nur zwei Abfahrten und eine Liftfahrt von der Kristallhütte entfernt, liegt auf 2350 m Höhe die Wedelhütte, die noch ein wenig exklusiver wirkt. Harmonie zwischen Zeitgeist und Nostalgie und etwas weniger Lifestyle als beim Nachbarn will Manfred Kleiner den Urlaubern bieten.

Fünf-Sterne-Niveau haben dabei nicht nur die elf Suiten mit Blick auf Wilder Kaiser auf der einen und das Südtiroler Ahrntal auf der anderen Seite. Die historischen Holzelemente lassen die Gäste voller Ehrfurcht staunen. „Der wahre Wert wird einem aber erst nach 16.30 Uhr bewusst“, sagt Kleiner. Denn dann gehöre das gesamte Areal ausschließlich den Hotelgästen. Und dann kann es auch schon mal passieren, dass das eine oder andere Gesicht am Tisch nebenan auftaucht. Oder dass Chris de Burgh vorm Kamin sitzt und für 20 Gäste ein spontanes „Familienkonzert“ gibt.

Kleiners ganzer Stolz ist Tirols höchstgelegenes Weingewölbe. Mehr als 100 edle Tropfen warten auf Verkostung. Darunter auch eine eigene Cuvee aus dem Burgenland, die in Fässern auf 2300 Metern ihren Reifeprozess vollzieht. Übrigens sind Kristall- und Wedelhütte auch im Sommer ein echter (Geheim-)Tipp für traumhafte Wanderungen.

„Ski in - Ski out“ heißt es aber auch in anderen Hütten im Hochzillertal. Wer mag, der kann in den kleinen Almen wie im Zirbenstadl oder der Firnhütte einfach eine leckere Suppe essen oder auch in den größeren Häusern die gesamte Gruppe der Skifreizeit verpflegen lassen wie auf der Marendalm.
Soll es nicht ganz so mondän zugehen, wäre auf 1.790 m Höhe die PlatzlAlm eine Alternative. Die Hütte liegt ebenfalls mitten im Skigebiet und bietet Übernachtungsmöglichkeiten.

Es muss aber nicht unbedingt hoch hinaus gehen. Rund um das Skigebiet wartet im Zillertal eine Menge Hotels und Ferienwohnungen. Da es gleich zwei Einstige ins Skigebiet gibt (Hochfügen und Kaltenbach) sind die Wege auch recht kurz. Mitten drin liegt das beschauliche Örtchen Fügen - quasi als erster Alpin-Ort im Zillertal nach der Autobahn.

Familien dürften sich im „alpinahotel“ wohlfühlen, das einem Boutique-Hotel sehr nahe kommt. Ähnlich wie in den Hütten auf dem Berg treffen dort Lifestyle & Traditionsbewusstsein aufeinander. Im Penthous-Spa warten im fünften Stock auf dem Dach des Neubaus ein grandioser Ausblick auf die Zillertaler Bergwelt. Und das 32 °C warme Wasser im Infinity-Roof-Pool lässt selbst im Winter niemanden frieren.
Zudem stehen Kinder im Mittelpunkt des Family-Select-Hauses: Ob Kleinkinder oder Teenager, erste Entdeckungsreisen und coole Abenteuer warten auf den Nachwuchs. Denn Dauerbegleiter wie Computer und Fernseher haben ebenfalls Urlaub.

 
www.hochzillertal.com
www.wedelhuette.at
www.kristallhuette.at
www.familyselecthotels.com



ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    3. Dezember 2014, 18:36 Uhr
    Aktualisiert:
    1. April 2016, 10:56 Uhr
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