Schuppenflechte: Neuartige Therapie setzt Leiden ein Ende

Fast 15 Jahre lang hat Stefanie Hüttermann alles versucht, um ihre Schuppenflechte erfolgreich zu behandeln. Erst die Therapie mit sogenannten Biologika beendete ihr Leiden. Neue Hoffnung für Tausende Patienten, die wie Stefanie Hüttermann immer wieder neue Behandlungsmethoden ausprobieren, um gegen die schuppende und juckende Haut vorzugehen.

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    Dermatologie/ Foto: Stefanie Hüttermann (39) bei Prof.Alexander Kreuter bei der Nachuntersuchung in der St.Elisabeth Klinik Dermatologie in Oberhausen Foto: Klaus Becker

Was ist Schuppenflechte?

Schuppenflechte ist eine chronisch-entzündliche Hautkrankheit. Durch einen Fehler im körpereigenen Immunsystem erneuert sich die Haut stellenweise um ein Vielfaches schneller als gewöhnlich. Die Folge sind rötlich entzündete Hautareale mit silbrig-weißen Schuppen, die stark jucken. Mal sind nur die Knie und Ellbogen betroffen, in anderen Fällen der gesamte Körper.

Plötzlich Schuppenflechte-Patientin

Von einem Tag auf den anderen traten bei Stefanie Hüttermann erste schuppige Stellen auf. „Bei mir waren Gesicht, Hals, Arme und Beine sehr stark betroffen“, erzählt die 40-Jährige. „Das sah nicht nur schrecklich aus, es hat auch ganz furchtbar gejuckt.“ Sie erinnert sich: „Es war oft so schlimm, dass ich mich nachts im Schlaf blutig gekratzt habe.“

Die Krankheit hat sich bei ihr wie bei vielen anderen Betroffenen auf das Privatleben ausgewirkt: „Im Sommer habe ich nur noch langärmlige Sachen getragen und das Schwimmen mit meinen beiden Kindern ausfallen lassen.“

Jahrelange Suche nach der richtigen Therapie

Eine Linderung der Beschwerden war viele Jahre nicht in Sicht. „Ich habe vermutlich alle auf dem Markt erhältlichen Salben ausprobiert, um die Krankheit in den Griff zu bekommen“, sagt die zweifache Mutter. „Doch egal, was ich auch versucht habe, es hat immer nur kurzzeitig ein wenig Linderung verschafft.“
Ihr Ehemann überredet sie schließlich, eine spezialisierte Klinik aufzusuchen. Große Hoffnungen hatte Stefanie Hüttermann nicht. Sie wurde eingehend untersucht und bekam zunächst mehrere Salbenpräparate verschrieben. Zumindest für kurze Zeit wurden die Symptome dadurch gelindert, der durchschlagende Erfolg blieb allerdings aus.

„Deshalb habe ich Frau Hüttermann schließlich eine Therapie mit Antikörpern verordnet“, berichtet der behandelnde Arzt Professor Alexander Kreuter, Chefarzt der Dermatologie an der Helios St. Elisabeth Klinik in Oberhausen.

Biologika wirken schnell und zuverlässig gegen Schuppenflechte

Die sogenannten Biologika kommen zum Einsatz, wenn Salben mit Kortison oder Dithranol sowie Tabletten und Spritzen mit Methotrexat oder Fumarsäureester die Symptome nicht mehr ausreichend lindern oder nicht gut vertragen werden.

Für die Behandlung von Schuppenflechte stehen mehrere biotechnologisch hergestellten Wirkstoffe zur Auswahl. „Bei der schweren Form der Schuppenflechte machen wir sehr gute Erfahrungen mit dem Wirkstoff Secukinumab“, erläutert der Dermatologe aus Oberhausen. „Er ist gezielt in der Lage, den entzündungsfördernden Botenstoff auszuschalten, und dabei glücklicherweise sehr gut verträglich.“
Die schnelle Wirkungsweise des Biologikums hat Stefanie Hüttermann am eigenen Leib erfahren: „Etwa zwei Wochen nach der ersten Injektion war ich komplett frei von Schuppenflechte.“ Und das Beste: Die Wirkung hält bis heute an. Nur alle vier bis acht Wochen injiziert sich die gelernte zahnmedizinische Fachangestellte das Medikament selbst. „Das ist ein ganz neues Lebensgefühl“, freut sich Stefanie Hüttermann.


ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    3. Juni 2019, 08:25 Uhr
    Aktualisiert:
    3. Juni 2019, 08:28 Uhr