Von Australien bis Zinzinnati - Oktoberfeste gibt es auf der ganzen Welt

Das Münchner Oktoberfest ist das größte Volksfest der Welt und zieht jährlich rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt an. Wie alle erfolgreichen Produkte wird auch die Wiesn kopiert und so gibt es inzwischen Oktoberfeste auf allen Kontinenten. Manche sind exotisch, andere skurril.

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So findet auch ein Oktoberfest in Blumenau statt. Blumenau liegt nicht etwa in Hessen, Brandenburg oder Niedersachsen, sondern in Brasilien. Die Stadt im Bundesstaat Santa Catarina hat mehr als 300.000 Einwohner und wurde 1850 von einem Deutschen namens Dr. Hermann Otto Blumenau gegründet. Hier wird sogar Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. Überhaupt erinnert in Blumenau vieles an Deutschland. Kein Wunder, dass es dort auch ein Oktoberfest gibt mit Maßkrügen, Blaskapelle und Weißwurst. Rund 700.000 Menschen zieht es jedes Jahr auf die brasilianische Wiesn.
 
Bier in China teurer als auf der Wiesn
 
Die Chinesen sind bekanntermaßen Weltmeister im Kopieren. Natürlich gibt es auch im Reich der Mitte ein Oktoberfest, das Qingdao beer festival im Osten des Landes. Qingdao war einst eine deutsche Kolonie. Das Fest wird seit 1990 im August mit zwei bis drei Millionen Besuchern gefeiert und verkauft einen halben Liter Bier für sechs Euro. Umgerechnet kostet die Maß dort also mehr als auf dem Münchner Oktoberfest und das, obwohl die Chinesen Bierpreise von 30 Cent pro 0,5 Liter gewohnt sind.
 
In Nordamerika haben Oktoberfeste eine lange Tradition, was an den vielen deutschen Einwanderern liegt. In Kanada wird das Kitchener-Waterloo-Oktoberfest in einer Stadt gefeiert, die bis 1916 Berlin hieß. In den USA findet ein solches Fest unter anderem seit 1976 in Cincinnati statt. Es wird “Zinzinnati” genannt und lockt mit Gemütlichkeit-Games an nur einem Wochenende 500.000 Besucher an. Etwas kleiner ist das Frankenmuth Oktoberfest im US-Bundesstaat Michigan. Es wird vom Münchner Hofbräuhaus unterstützt, denn die Stadt Frankenmuth importierte 1996 als erster Ort der USA deutsches Bier.
 
Das wohl kleinste Oktoberfest der Welt
 
Auch in Russland und dem fernen Australien gibt es Ableger der Wiesn. In Moskau fehlen zwar Festzelte und Fahrgeschäfte, aber es ist trotzdem jede Menge los dank deutschem Bier und bayerischen Leckereien. Auf dem fünften Kontinent wird das Oktoberfest nicht in einer Großstadt, sondern in einer 68-Seelen-Gemeinde im Outback gefeiert. Während des Jundah-Oktoberfests werden sogar die Straßen umbenannt und bekommen dann deutsche Namen. Und wo wir gerade am anderen Ende der Welt sind: Die Japaner feiern ihr Oktoberfest in Tokio, einer Millionenstadt. Dennoch hat es nur rund 1.000 Besucher, denn es ist eine Veranstaltung für Firmen, die deutsche Kultur kennenlernen wollen.
 
Das Oktoberfest begeistert also Millionen Menschen rund um den Globus. Dennoch - die einzig wahre Wiesn findet in München statt. Ab Ende September werden hier zwischen sechs und sieben Millionen Liter Bier ausgeschenkt und 500.000 Hendl gegessen. Viele Besucher erscheinen in Tracht auf der Theresienwiese. Während die Männer Lederhosen tragen, sieht man dort viele Frauen im Dirndl, das aus zwei Teilen besteht: dem Kleid und der Schürze. Zum engen Mieder des Kleides passen der weite Faltenrock und die kurzärmelige Dirndl-Bluse. Wahlweise entscheidet sich die Dame für ein traditionelles Dirndl oder ein modernes mit peppigen Farben und Details.
 
Single oder vergeben?
 
Die Dirndl-Schürze (ab ca. 49,00 € in der Münchner Innenstadt) hat eine Schleife. Es hat eine Bedeutung, an welcher Stelle diese gebunden wird. Sitzt sie rechts, ist die Dame vergeben oder sogar verheiratet. Eine Schleife auf der linken Seite enttarnt die Frau als Single und mittig wird sie von Jungfrauen getragen. Witwen und Kellnerinnen in den Bierzelten haben die Schleife hinten.
 
Neben der Schürze gehört zu einem echten, bayerischen Dirndl auch noch eine Dirndlbluse (ab ca. 19,90 € bei Alpenclassics Dirndlblusen), die traditionell in hellem Weiß getragen wird und verwendet werden kann, um gezielt Akzente zu setzen.
 
 
 



ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    24. August 2018, 14:09 Uhr
    Aktualisiert:
    24. August 2018, 14:10 Uhr