Warum gute Softwareentwickler so gefragt sind

Das Bild könnte nicht deutlicher sein: Stellen für IT-Profis gibt es wie Sand am Meer und Unternehmen, die ihrerseits nach IT-Unterstützung suchen, beklagen einen Mangel an IT-Fachkräften. Was gesucht wird, könnte darüber hinaus vielfältiger kaum sein: Softwareentwickler und Administratoren, die nicht nur IT-Systeme initiieren können, sondern auch mit der Betreuung, Weiterentwicklung und Wartung betraut werden, sind gefragt. Wer sich dann noch im Studium auf Big Data, IT-Sicherheit oder Cloud-Computing spezialisiert hat, wird häufig mit der sprichwörtlichen Kusshand genommen. Warum gute Entwickler aktuell so gefragt sind und was sie ausmacht, verrät dieser Branchenreport.

  • Der IT-Profi sitzt heute weder einsam im stillen Kämmerlein noch den ganzen Tag hinterm Rechner. Die Branche hat sich an dieser Stelle mächtig gewandelt – und die Nachfrage nach Fachpersonal ist groß. Bildquelle: pixabay.com © markusspiske (CC0 Public Domain)

IT-Profis werden in jeder Branche gebraucht. Deswegen sind sie so gefragt

Und genau das ist der entscheidende Faktor, warum Softwareentwickler heute so gefragt sind: Sie sind nicht nur attraktive Fachkräfte für IT-Betriebe, sondern im Grunde für jedes Unternehmen, denn ohne IT kommt heute kein Betrieb mehr aus. Ganz im Gegenteil. Unterm Strich entscheidet dann das Unternehmen, die Strategie und deren unternehmerischer Inhalt darüber, was der IT-Profi an Handwerkszeug in den Betrieb mitbringen muss. So lässt sich mit Blick auf diese Studie sogar sagen, dass sich die Digitalisierung der Arbeitswelt auf alle Branchen im Bundesland auswirkt. Auch bei der Rehacare stand das Thema Digitalisierung deswegen im Fokus.

Der große Vorteil für suchende Betriebe liegt in der Altersstruktur der Branche, denn über einen Generationenwechsel muss sich aktuell keiner sorgen. Stattdessen signalisieren Unternehmen eine hohe Aufnahmebereitschaft mit Blick auf die IT-Absolventen dieser Tage.

Trends in verschiedenen Branchen lassen sich ebenfalls ausmachen: Im Maschinen- und Anlagenbau werden Fachkräfte ins unternehmerische Boot geholt. Auch in der Automobilindustrie zeigt sich dies. In mittelständischen Unternehmen hingegen werden zunehmend häufiger IT-Aufgaben outgesourct. Je nach Unternehmensgröße oder -philosophie wird dann ein Freelancer beauftragt oder IT-Dienstleister, die Betrieben ein Höchstmaß an Sicherheit in punkto Auftragsabwicklung bieten können. 40 Prozent der IT-Profis arbeiten in einem IT-Dienstleistungsunternehmen, etwa zehn Prozent arbeiten freiberuflich, heißt es in diesem Artikel. Diejenigen die freiberuflich oder als Start-up starten, bleiben nur selten auf sich allein gestellt. Häufig gründen sie ihrerseits wieder IT-Unternehmen mit einem mehr oder weniger großen Mitarbeiterpool.

Das müssen Softwareentwickler von morgen mitbringen

Ein abgeschlossenes Informatikstudium ist Grundvoraussetzung für eine Karriere in der IT. Allerdings entscheiden das Diplom oder der Bachelor-/Mastergrad vor allem darüber, wie hoch der Verdienst ausfallen wird, denn: IT-Profis mit Uni-Abschluss steigen im Gehaltsranking deutlich höher ein als Profis ohne Hochschulabschluss.

Inhaltlich betrachtet ist die IT-Branche hingegen sehr flexibel. Das bedeutet, dass auch Autodidakten und Quereinsteiger gute Chancen haben, in der IT-Branche Fuß zu fassen, denn es geht um Know-how und Wissen – vielmehr als um eine Zeugnisnote. Das müssen auch gute Absolventen schmerzlich erfahren, die nur wenig Praxiserfahrung mitbringen und es deswegen häufiger doch schwerer haben als jene mit Praxis-Know-how.
Um als Softwareentwickler eine Stelle zu bekommen und langfristig einen guten Job machen zu können, muss die Grundausstattung mit Theorie- und Praxiswissen passen. Zudem sind diese Voraussetzungen in der Regel entscheidend:
  • Die Ambition sich weiterbilden zu wollen – in einer Branche, die niemals still steht – und in der vornehmlich auf Englisch gearbeitet und geschrieben wird.
  • Die Passion zum Programmieren, analytisches Denkvermögen sowie die Fähigkeit strukturiert und lösungsorientiert zu arbeiten.
  • Die Fähigkeit, Programmiersprachen rasch zu erlernen, einzusetzen und anzuwenden. CSS, HTML, Sql, PHP, .NET, Java, Javascript sowie C und C++ bilden die Grundausstattung.
  • Das Wissen um den Einsatz von und den Umgang mit relationalen Datenbanken (PostgreSQL, MySql).

Das wartet im Alltag auf den Softwareentwickler

Der Softwareentwickler ist heute keinesfalls mehr der Nerd mit Hornbrille und Büro im dunklen Kellerloch. Zwar sind viele Aufgaben eines Softwareentwicklers in Eigenregie zu stemmen, für andere Herausforderungen sind aber auch Kollegen in Fachkreisen zu konsultieren. Zudem fällt bei jedem IT-Projekt auch ein gewisses Maß an Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen an.

Vertrieb, Grafik, Projektmanagement und Qualitätssicherung sind die häufigsten Berührungspunkte für einen Softwareentwickler. Dieser muss die Fähigkeit besitzen, Prozesse und Strukturen im Unternehmen zu erkennen und in ein IT-System zu überführen, damit alle Beteiligten einen strukturierteren, einfacheren, wirtschaftlicheren und idealerweise auch qualitativ hochwertigeren Prozess im IT-System folgen können.
Als Softwareentwickler in einem Unternehmen ist der direkte Kundenkontakt marginal. Bei einem IT-Dienstleister hingegen wird jedes Projekt, das im Auftrag ausgeführt wird, zum Kundenprojekt. Und damit ist es auch ab und an nötig, direkt mit dem Kunden zu interagieren oder ggf. Briefings detailliert abzustimmen.
Achtung: Kein Softwareentwickler wirft die acht Stunden seines Arbeitstages ausschließlich mit html-Codes um sich. Auch die Abstimmung der To-dos in einem Projekt, der Aufbau einer Softwarearchitektur und die Dokumentation eben dieser Schritte gehören zur Aufgabe eines Softwareentwicklers. Zudem kann es mitunter leicht passieren, dass die reguläre Arbeitszeit bis in die Abendstunden erweitert werden muss – beispielsweise dann, wenn ein dringend notwendiges Systemupdate umgesetzt werden muss.
 


ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    26. November 2018, 15:27 Uhr
    Aktualisiert:
    26. November 2018, 15:29 Uhr