The Hunna: Talent und Leidenschaft zu 100 Prozent

Rock Unter zu großer Bescheidenheit leiden sie nicht, die vier Jungs von The Hunna, doch warum sollten sie in Anbetracht ihres packenden Power-Rock-Debütalbums „100“ auch?

  • The Hunna

    Frontmann und Sänger Ryan Potter (2. v. l.) sieht der Zukunft entspannt entgegen. Von ihrem Debütalbum „100“ sind alle Mitglieder von The Hunna überzeugt Foto: Wmg

„Wir finden es wahnsinnig toll und bewundernswert“, begeistert sich The-Hunna-Sänger Ryan Potter, „wie es Biffy Clyro gelungen ist, von einer kleinen schottischen Rockband zu dieser riesengroßen Attraktion zu werden. Oder wie es vor Jahren die Kings Of Leon geschafft haben, mit ihren packenden Live-Shows und gnadenlos kommerziellen Songs zu einer der größten Rockbands überhaupt zu werden.“ Er sehe, so der 24-Jährige zum Grund seiner überschwänglichen Ausführungen, The Hunna ebenfalls in der Tradition und mit dem Potenzial dieser erfolgreichen Kollegen. „Wir haben die Leidenschaft, und wir haben auch das Talent, um mit unserer Musik eine ganze Menge von Menschen zu bewegen.“ Potter sitzt gemeinsam mit seinen Mitstreitern Dan Dorney (Gitarre, Schulfreund aus Nord-London, sogar im selben Krankenhaus geboren), Jermaine Angin (Bass, Unifreund) und Jack Metcalfe (Schlagzeug, Freund, seit er vor zwei Jahren zur Band stieß) in der Garderobe eines Rock-Clubs in Berlin-Kreuzberg, es ist sauheiß, aber keiner der Jungs trinkt ein Bierchen, obschon es bereits früher Abend ist und das Konzert (noch heißer und vierzig mitreißende Minuten lang) kurz bevor steht. „Vollste Konzentration ist angesagt“, so Dan. „denn für uns geht es gerade um richtig viel.“

Das neue große Rockding

Über The Hunna, deren erstes Album „100“ heißt, gibt es in Kennerkreisen seit Monaten viel Geraune, das Quartett gilt vereinfacht gesagt als das kommende große Rockding in einer an kommenden großen Rockdingern ja momentan eher spärlich besetzten britischen Musikszene. Die Songs sowie das ganze Auftreten dieser Jungs sind von einer überschäumenden Dringlichkeit, man spürt, wie sie für ihre Band leben und brennen. „Ungefähr mit 16 war Dan und mir klar, dass es keine andere Option für uns gibt, als Musik zu machen. Uns war und ist bewusst, dass der Reichtum nicht auf uns wartet, und noch investieren wir alles gleich wieder in The Hunna, aber so machst du das eben, wenn du zu hundert Prozent an deine Sache glaubst.“
Überhaupt: „Hunna“ ist Volksmund für „Hundert“, und die Platte heißt ja auch so. „Manche Leute kennen den Begriff, den meisten – auch den Engländern – ist er neu. Ryan: „Für uns steht ,The Hunna’ für hundertprozentigen Einsatz, hundertprozentige Wahrhaftigkeit.“ Vorher hieß man anders, doch vor drei Jahren beschloss man, mit neuem Namen und neuer Frische, den zweiten Versuch.

Erst schrieben die Jungs eine Zeit lang unbeaufsichtigt, dann sammelten sie schlechte Erfahrungen mit der Musikindustrie („Leider sind die Stümper mit den falschen Versprechungen und den hohlen Worten noch immer da“), bevor sie endlich gute Erfahrungen machten, und vor knapp einem Jahr ihre erste Single „Bonfire“ veröffentlichten. Der Song ist so explosiv rock-poppig wie der Titel, und manch andere Nummer auf dem kurzweiligen, kommerziell vielversprechenden Album. „Wir lieben Melodien und schreiben deshalb fast immer zuerst den Refrain. Ein Song muss einfach knallen, das ist unsere Überzeugung.“


AUTOR
Steffen Rüth
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    26. September 2016, 10:18 Uhr
    Aktualisiert:
    10. November 2018, 03:33 Uhr
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