Erinnerung ans Schüler-VZ: Bestes Netzwerk in den 2000ern?

Mit meinen 21 Jahren fühle ich mich schon irgendwie alt, wenn ich die Schülerinnen und Schüler sehe, die gerade in ihren verdienten Sommerferien sind, während ich selbst im Büro sitze und mich auf meinen 24-Stunden-Dienst vorbereite. Plötzlich schweifen meine Gedanken ab in meine alte Schulzeit. Die ist mittlerweile drei Jahre her und seitdem hat sich – vor allem online – vieles geändert.

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    Bei diesem Anblick kommen alte Erinnerungen hoch. Das Schüler-VZ hat früher vielen sehr viel Spaß bereitet. Foto: Achim Scheidemann (dpa)

Ich erinnere mich noch daran, als ich mir ein Konto bei Facebook erstellt habe, damit überhaupt nichts anfangen konnte und keiner meiner Freunde dort aktiv war. Schlussendlich habe ich es nie benutzt und ging lieber zu einer Chatvariante, die ich anschließend ständig benutzte, weil ich mich mit ihr mehr identifizieren konnte – erinnert Ihr Euch noch an Schüler-VZ, an dieses vertraute pinkfarbene Design, den einfachen Aufbau und alles, was es ausmachte?

Ich habe diese coole Homepage noch genau im Kopf. Sie war aufgebaut wie ein Steckbrief: Name, Alter und so weiter. Ganz wichtig dabei war die Rubrik: „Infos über mich“, denn hier kam es darauf an, etwas Cooles und Witziges über sich selbst zu schreiben, was am besten passt.

In meinem Fall habe ich Tage mit meiner besten Freundin daran getüftelt und letztendlich zehn Fakten zusammengeschrieben, die auf mich zutreffen und in meiner Info-Box landeten.

An manche kann ich mich noch erinnern:
1. Ich sage gegensätzliche Dinge – wer mich versteht verdient einen Orden <3
2. Ich liebe Kekse <3
3. Meine Lieblingsfarbe ist Glitzer <3
4. Hannah Montana ist die beste Sängerin der Welt <3
5. Ich habe einen kleinen Hamster namens Söckchen <3
Welche von diesen Punkten wohl heute noch auf mich zutreffen, lasse ich mal im Raum stehen.
Aber das Coolste an Schüler-VZ überhaupt waren die Gruppen. Wer beliebt war, hatte gewisse Gruppen auf seinem Profil aufgelistet, mit denen man sich identifizieren konnte. Meine Top fünf damals waren:
1. „Komm auf die dunkle Seite der Macht, wir haben Kekse.“
2. „Ich bin in keiner Gruppe – ich putze hier nur.“
3. „Es glitzert... es ist sinnlos... Edward? Bist du es?“
4. „Ich kann dich nicht hören – es ist so dunkel hier.“
5. „Guck mal Kacktusse. Das heißt Kakteen. Nee, ich meinte dich!“
Und einer Gruppe, die ich heute ganz sicher beitreten würde, wäre:
„25% Charisma, 25% Sexy, 25% Intelligenz.“
Hach, in den 90er-Jahren aufzuwachsen, war wirklich ein großes Geschenk!


AUTOR
Lari Goldstein
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    15. August 2018, 13:47 Uhr
    Aktualisiert:
    7. November 2018, 03:33 Uhr