Essen fassen: Von vegan bis paleo - welche Ernährung macht mich glücklich?

Meinung Essen gibt’s in vielen verschiedenen Varianten: raffiniert, exotisch, leicht, scharf, lecker, gesund. Und natürlich auch in fleischlos, laktosefrei oder zum Beispiel kohlenhydratarm. Wer isst eigentlich was? Und was nicht? Und warum überhaupt?

  • vegane Spinat-Suppe

    So verwirrt wie diese Spinatsuppe aus dem Teller guckt kann man schon mal sein, wenn man über die unendlich vielen Möglichkeiten sich zu ernähren nachdenkt. Foto: Fredrik von Erichsen (dpa)

Jeder kennt wahrscheinlich mindestens eine Person in seiner Umgebung, die sich vegetarisch ernährt, und es gibt inzwischen auch schon so viele Vegetarier, dass es fast nichts Außergewöhnliches mehr ist. Wenn ich mit meiner Freundin, die Vegetarierin ist, gemeinsam etwas esse, müssen wir immer vorher gucken, ob das Gericht, das wir kochen wollen, ohne Fleisch funktioniert, oder ob das Restaurant, in das wir gehen wollen, auch vegetarische Gerichte anbietet. Das ist ja noch nicht allzu schwer. Komplizierter wird’s dann allerdings, wenn auch noch ein Veganer mitkommt. Aber gut, auch das lässt sich noch regeln. Zwar gibt es hier nicht ganz so viele Auswahlmöglichkeiten, was Restaurants und Imbisse angeht, aber die Vielzahl an Gerichten zum Selberkochen ist hier doch sehr hoch. Richtig kritisch kann es aber werden, wenn man mit einem Frutarier speisen möchte oder mit jemandem, der sich paleo ernährt. Zur Erklärung: Frutarier verzichten komplett auf Kohlenhydrate und die Paleo-Ernährung beruft sich auf die Lebensmittel der Steinzeit wie Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse und Obst. Und ich bin mir sicher, dass das noch lange nicht alle Ernährungsgruppen waren – denken wir nur mal an die unverträglichkeitsbedingten Ernährungen ohne Gluten oder Laktose.

Auch die "Allesfresser" wollen sich gut ernähren

Bei dieser vielfältigen Anzahl an verschiedenen Typen soll mal jemand ein Gericht finden, das alle zufriedenstellt. Wenn bei uns alle Verwandten und Freunde zusammen am Tisch sitzen, ist es einfach unmöglich, alle mit ein und demselben Gericht zu beglücken. Da muss man schon mindestens zwei anbieten. Besonders schwierig wird es auch noch deshalb, weil man ja auch noch die sogenannten „Allesfresser“ zufriedenstellen muss, die, entgegen dem, was manch anderer vielleicht denken mag, ja auch auf eine gute Ernährung stehen und nicht nur frei nach dem Motto „Hauptsache, es schmeckt“ essen. Trotzdem haben sie sicher die größtmögliche Auswahl an Gerichten, obwohl man mittlerweile auch zu jeder anderen Gruppe Kochbücher finden kann, die einem schon auf der ersten Seite davon überzeugen wollen, dass man mit der jeweiligen Einstellung unendlich viele leckere Rezepte kochen kann, die nur eben viel gesünder sind – versteht sich. Und jeder meckert über die anderen – und sei es nur aus Prinzip. Das Ganze ist inzwischen so ausgeartet, dass sich der ein oder andere Partygast auf Geburtstagen jetzt eben selbst was mitbringt. Oder man überlässt dem Kellner im Restaurant das Vergnügen mit allen Fragen umzugehen, zum Beispiel „Benutzen Sie denn für das Braten nur Rapsöl? Denn alles andere esse ich nicht, schließlich bin ich….“.

Und das führt zu einem glücklicheren Selbst?

Die eigentliche Frage ist aber doch, wie es dazu kommen konnte, dass sich so viele Gruppen der Andersesser gebildet haben. Vielleicht liegt es daran, dass einfach jeder einen eigenen Kopf und damit auch individuelle Ansichten zum Thema Essen hat. Viele sprechen davon, durch ihre Art der Ernährung gesünder zu sein, eine bessere Figur oder weniger Probleme mit Hautunreinheiten zu haben. Vor allem sollen diese Ernährungsweisen aber eines: Zu einem glücklicheren Selbst verhelfen!
Ich achte bei meiner Ernährung nur darauf, dass ich ausgewogen esse, ohne dabei auf bestimmte Lebensmittel generell zu verzichten. Und ich achte beim Einkaufen auf eine gute Lebensmittelqualität. Zusätzlich treibe ich noch regelmäßig Sport. Und tatsächlich erfreue ich mich bester Gesundheit, fühl’ mich fit und zufrieden bin ich auch! Besonders glücklich bin ich vor allem dann, wenn ich leckeres Essen genieße – ohne dabei auf etwas zu verzichten.


AUTOR
Charlotte Uphues
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    4. November 2015, 13:48 Uhr
    Aktualisiert:
    5. November 2015, 08:33 Uhr