Franz mit seinem Kugelschreiber: Ohne Dich geht's nicht

Scenario zeigt Herz. In unserer Reihe „Ohne Dich geht’s nicht“ dürfen Jugendredakteure und Leser eine Liebeserklärung abgeben: an ihren Partner, an Mama oder Papa, an die beste Freundin oder den besten Kumpel, den tollen Arbeitskollegen oder eben an das Haustier oder gar an einen Gegenstand. Heute bekennt sich Musiker Franz aus Recklinghausen zu seiner besseren Hälfte: dem Kugelschreiber.

  • Ohne Dich geht's nicht Franz

    Als Singer-Songwriter hat Franz seinen Kugelschreiber immer dabei - so kann er zu jeder Zeit und an jedem Ort Songs schreiben. Foto: Kathi Lenger

Wer oder was seid Ihr?
Das hier in meiner Hand ist ein Kugelschreiber. Und mit seiner Hilfe verrichte ich meine Arbeit als singender Künstler „Kaiser Franz“. Denn bevor ich ins Studio gehe, kommt alles, was sich so in Kopf und Herz ansammelt, aufs Papier. Und mit viel Arbeit, Geduld und der richtigen Wortwahl entsteht daraus ein lyrischer Songtext, der dann im Tonstudio mit der passenden Musik vertont wird.

Wie habt Ihr Euch kennengelernt?
Vor 13 Jahren entdeckte ich, dass man mit diesem Schreibwerkzeug wunderbar seine Gedanken und Gefühle in lyrischer Form aufs Papier bringen kann. Zu der Zeit gründete ich mit ein paar Freunden meine erste Band. Nach einigen gemeinsamen Proben war klar, dass wir eigene Songs machen wollen. Nun kam die große Frage: Wer schreibt die Songtexte? Ich weigerte mich zunächst mit der knappen Aussage: „Kann ich nicht.“

Ein Streit mit den Eltern war der Auslöser

Wie der Zufall es so wollte, kam einige Tage später der übliche Pubertätskonflikt mit dem geliebten Elternhaus ins Spiel, sprich ein banaler Streit. Er war der Auslöser dafür, dass ich fast gedankenlos zum Kugelschreiber griff und alles aufs Papier brachte. Ohne es wirklich wahrzunehmen, merkte ich, dass sich einzelne Zeilen aufeinander reimten. Somit war die Leidenschaft geboren, lyrische Songtexte auf Deutsch zu verfassen. Anfangs war es nur ein Hobby. Nach gefühlten 1000 vertonten und unvertonten Texten ist aus dem Hobby seit 2017 mein Beruf geworden.

Was war Euer bester Moment?
Meine schreibende Tätigkeit lässt sich auch gut als Malen ohne Farben bezeichnen. Mit Wörtern werden Bilder gemalt und es entsteht eine Geschichte. Der beste Moment ist, den fertigen Text mit der eigenen Stimme und der dazu komponierten Musik zum Leben erwecken zu lassen. Sobald man dann in den Genuss kommt, die eigene Musik vor Publikum spielen zu dürfen, ist es umso spannender zu beobachten, welche Reaktionen und Emotionen bei den Zuhörern ausgelöst werden.

Gab es in Eurer Beziehung mal brenzlige Situationen oder lief immer alles glatt?
Oh nein, glatt läuft es nicht immer. Vor allem wenn das zu beschriftende Blatt einmal weiß bleibt. Dann wird das geliebte Handwerkszeug oft genug als Kaufläche oder in besonderen Extremsituationen als Wurfgeschoss für die Wand verwendet. Im Augenblick allerdings kommen wir sehr gut miteinander aus. Ich habe mich seit gut einem Monat mit Herrn Kugelschreiber ins stille Kämmerlein eingeschlossen und schreibe mir im wahrsten Sinne des Wortes die Seele aus dem Leib. Aus verlässlichen Quellen kann ich nämlich bestätigen, dass es für 2019 bei „Kaiser Franz“ einiges Neues zu sehen und natürlich auch zu hören geben wird.

Was könnt Ihr voneinander lernen?
Diese Frage lässt sich wohl eher sehr einseitig beantworten. Aber ich kann die Antwort an den verehrten Leser richten. Jeder halbwegs gute Psychologe sagt: „Schreibense datt auf!“ Soll heißen: Manchmal Dinge für sich aufs Papier zu bringen, kann gut dabei unterstützen, mit sich selbst und seiner Umwelt ins Reine zu kommen.

Was unternehmt Ihr gerne zusammen?
Im besten Fall begeben wir, Herr Kugelschreiber und ich, uns auf eine kreative Reise vom Papier übers Ohr direkt ins Herz des verehrten Zuhörers.

Was macht Eure Beziehung besonders?
Unsere Beziehung lässt sich am besten in vier Worten beschreiben: Ehrlichkeit, Direktheit, Leidenschaft, Berufung. Oder auch: ohne Stift keine Musik.
Macht auch mit! Zu wem oder was sagt Ihr: „Ohne Dich geht’s nicht“? Mailt mit dem Betreff „Ohne Dich“ an: scenario@medienhaus-bauer.de


ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    12. November 2018, 09:51 Uhr
    Aktualisiert:
    12. November 2018, 09:55 Uhr