Isabell in Australien: Jede Woche passiert etwas Neues

Teil 3 Jetzt bin ich schon einen Monat hier und ich erlebe jede Woche etwas Neues. Die Schule läuft gut – es macht sogar Spaß zur Schule zu gehen. Sogar Mathe! Insgesamt ist der Unterricht aber ein wenig schwieriger für mich, da ich in Deutschland die neunte Klasse beendet habe und hier in die elfte gehe. Das heißt, mir fehlt ein Jahr, aber das ist völlig in Ordnung, da wir sowieso ein anderes Schulsystem haben als in Australien.

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    So sehen die Wochenenden von Isabell aus: An einem Samstag unternimmt sie zum Beispiel etwas mit ihren Freunden, geht – wie hier – in den Nationalpark von Noosa. Foto: Privat

Wie mein Highschool-Alltag aussieht? Montags haben wir zum Beispiel immer „Assembly“. Dort muss jeder von uns Schülern hin und der Direktor bespricht mit uns Dinge, die in der nächsten Zeit stattfinden werden. So haben wir dort unter anderem besprochen, dass die Schule uns „Internationals“ (so werden wir hier genannt) vorstellen, damit jeder weiß, wer wir sind und woher wir kommen.

Der Tag kam: Als uns die Koordinatorin aufrief, damit wir auf die Bühne kommen und uns mit Namen vor der ganzen Schule vorstellen sollten, war ich ganz schön nervös und irgendwie war es mir auch peinlich, dass wir so „speziell“ behandelt wurden.

Am Wochenende konnte ich mich davon dann aber erholen. Da bin ich mit ein paar Freunden nach Noosa gefahren. Mit von der Partie waren die Norweger Julie und Una, Theo aus Deutschland und die Australier Jordan und Jess.

Noosa ist eine etwas größere Stadt mit einem National-Park und ganz vielen kleinen Shops. Wir sind ungefähr eine Stunde durch den National Park gelaufen, es ist richtig schön dort. Dort bin ich auch das erste Mal schwimmen gegangen in Australien. Es sind hier 26 Grad – und Ihr in Deutschland habt Herbst. Völlig verrückt!

Auf dem Rückweg hielten wir bei dem Delfin-Aussichtspunkt an und schauten nach den Tieren. Und dann – plötzlich – haben wir auch eine kleine Gruppe entdeckt. Da hüpfte mein Herz! Anschließend sind wir Burger essen gewesen – ein rundum schöner Tag!

Am nächsten Morgen hat meine Gastmutter vorgeschlagen, einen Berg zu besteigen. Also ging’s los – zusammen mit meiner Gastschwester Auphelie. Der Berg heißt Mount Coolum. Es war wieder so warm und der Ausflug war super – und dann noch diese Aussicht von oben! Wir konnten über die ganze Stadt blicken, traumhaft. So wie beschrieben laufen meine Wochenenden ab.

PowerPoint-Präsentation über Deutschland

Aber zur Schule gehen, finde ich ganz gut. Hier passiert auch immer etwas. In der sechsten Schulwoche fand zum Beispiel die „International Week“ statt. Die Leute aus demselben Land sollten sich hier zusammentun und eine PowerPoint-Präsentation über ihre Heimat halten. Ich habe sie mit zwei Freundinnen gemacht.

Anschließend sind wir drei die ganze Woche über in die verschiedenen Klassen gegangen und haben über
Deutschland geredet. Bei meiner ersten Präsentation hatte ich ein wenig Angst, da ich mich nicht wohlfühle, wenn ich vor mehreren Leuten sprechen muss. Das konnte ich noch nie wirklich. Weil ich dieselbe Präsentation aber achtmal halten musste, fiel es mir mit jedem Mal leichter, zum Glück!

Wir haben über unsere Traditionen, unser Essen, über Klischees und vieles mehr gesprochen. Die australischen Schüler sind jedes Mal erstaunt, wenn wir erzählen, dass wir mit 16 Jahren Bier, Sekt und Wein kaufen können oder dass wir oft keine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn haben. Auch mir hat diese „International Week“ Spaß gemacht, da ich so auch mehr Leute an meiner Schule kennenlernen und mit ihnen locker ins Gespräch kommen konnte.

Am Ende der Woche hatten wir „International Food Day“. Die Landsleute haben sich wieder zusammenfinden und Spezialitäten aus ihrer Heimat vorbereiten müssen. Wir haben uns für den Klassiker entschieden: Bratwurst und Kartoffelsalat. Das kam auch richtig gut an.

An diesem Tag war außerdem der „Free-Uniform-Day“. Wir konnten da anziehen, was wir wollten – sonst tragen wir ja die Schuluniform. Für diesen Free-Uniform-Day mussten wir eine kleine Spende geben, aber das fand ich okay. Nach der Schule bin ich mit ein paar Australiern und einigen Internationals zum Strand gegangen. Mir gefällt es hier wirklich gut! Und bald haben wir ein Trip mit den Internationals nach Fraser Island. Darauf bin ich schon sehr gespannt – ich werde sicher davon berichten.
Isabell Wolinski (15, Recklinghausen) wird die nächsten zehn Monate in Australien verbringen. Statt auf die Schule in Recklinghausen wird sie in der Nähe von Brisbane auf die High School gehen. Isabell kommt in dieser Zeit bei einer Gastfamilie unter. Hier berichtet sie von ihren Abenteuern – sowohl inner- als auch außerhalb der Schule.