Jenny probiert's ohne Make-up: Abgeschminkt

Ich habe wieder nach einer neuen Herausforderung gesucht – diesmal ließ ich mich von dem aktuellen Trend von Sängerin Alicia Keys inspirieren. Make-up trägt sie schon seit Langem nicht mehr. Also habe ich mir vorgenommen, ebenfalls kein Make-up mehr zu tragen. Mein Alltags-Make-up sieht zwar nicht so krass aus wie das von Daniela Katzenberger – Wimperntusche, Puder, Rouge und Lippenstift benutze ich dennoch täglich.

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  • Jenny ohne Make-up

    Jenny hat sich getraut und auf Make-up verzichtet. Foto: Privat

  • Jenny mit Make-up

    Tagesgrundierung, Mascara, Rouge und Lippenstift. Kurz: Jenny geschminkt… Foto: Privat

„Das tut deiner Haut auch mal ganz gut“ höre ich ständig aus allen Ecken, als ich von meinem Vorhaben erzähle. Make-up soll angeblich die Haut verstopfen. Ob das stimmt?

Der nächste Morgen. Die Arbeit ruft! Nach dem Aufstehen mache ich mich wie gewohnt im Badezimmer fertig. Nach der Feuchtigkeitscreme folgt die Grundierung. Eigentlich, denn die lasse ich ja jetzt weg. Anstatt 20 Minuten brauche ich nun nur noch zehn Minuten im Badezimmer. Komisches Gefühl.

Mit meiner Handtasche und einem Kaffeebecher in der Hand schlendere ich – ich habe ja jetzt mehr Zeit – zu meinem Auto und fahre zur Arbeit. Es fühlt sich ungewohnt an, hin und wieder ertappe ich mich an der roten Ampel dabei, wie ich im Rückspiegel in mein ungeschminktes Ich blicke.

Auf der Arbeit angekommen schallt mir von meiner Kollegin direkt ein „Irgendwie siehst du anders aus, alles okay bei dir?“ entgegen. „Ich bin ungeschminkt und ja, ich bin so blass. Das ist meine natürliche Gesichtshautfarbe“, antworte ich und muss etwas verschämt lachen. Es fällt also doch sofort auf!

Mädels, Ihr werdet es mir sicher glauben und vielleicht selber wissen, wie viel schon allein eine Wimperntusche ausmachen kann! In Meetings und Konferenzen in der Firma werde ich ebenfalls oft angesprochen. „Voll gut! Ich glaube, das mache ich auch ab morgen! Habe eh morgens immer zu wenig Zeit!“, lächelt mich zum Beispiel eine Kollegin an. Mein erster Impuls ist, ihr zu widersprechen und ihr abzuraten. Komplett wohl fühle ich mich gerade nämlich nicht – so ganz ohne Make-up. Mehr Zeit im Bad, hin oder her… aber ich werde es weiter durchziehen.

Schlapper-Look geht jetzt aber gar nicht mehr

Den ganzen Arbeitstag über werde ich immer wieder angesprochen und muss mich erklären. Von den meisten erhalte ich nicht nur erstaunte Blicke, sondern auch positive Feedbacks. Hätte ich nie gedacht!
Was mir vielleicht hilft: Heute habe ich besonders auf mein Outfit geachtet und mir Mühe mit meinen langen Haaren gegeben und sie geglättet. Schlabber-Look und Make-up? Das geht wahrscheinlich nur, wenn ich nicht arbeiten oder per se das Haus verlassen muss. Für zu Hause ist so eine Kombi aber ja voll okay!

Auf dem heimischen Sofa surfe ich ungeschminkt und im „Gammel-Look“, um alles zum Thema Make-up zu erfahren. Wenn ich es schon nicht benutze, dann wenigstens was dazu lesen. Auf vielen Beauty-Portalen steht oft dieselbe Aussage: Wimperntusche, Concealer, Lippenstift und Co. sollten nie benutzt werden, um sich hinter einer Maske zu verstecken und nie so stark, dass man sich nicht mehr selbst erkennt. Die Produkte sollen lediglich dazu dienen, die „eigene Schönheit“ zu unterstreichen. Genug gelesen! Statt Make-up trage ich jetzt dick Sonnencreme auf und lasse einige Sonnenstrahlen an mein Gesicht. Auch, wenn ich ins Schwitzen gerate, weiß ich: Macht nichts, es kann kein Make-up verlaufen. Ein echter Vorteil, stelle ich grinsend fest, während ich mich mit geschlossenen Augen bräune.

Da ich merke, dass der Make-up-Verzicht meiner Haut guttut, beschließe ich, von nun an unter der Woche nur noch Wimperntusche und Rouge zu benutzen. Lippenstift und Puder bleiben unbenutzt im Schrank zurück – es sei denn, es steht abends etwas besonderes an, wie zum Beispiel ein Konzert oder eine Party. Irgendwie fühle ich mich mit diesem Mittelweg wohl.

Es ist anscheinend nur eine Gewohnheit, geschminkt durch den Tag zu gehen. Es geht tatsächlich auch ohne.



AUTOR
Jenny Kuhn
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    27. Juli 2018, 14:27 Uhr
    Aktualisiert:
    27. Juli 2018, 14:32 Uhr