Judith voltigiert: Glücksgefühl auf dem Pferde-Rücken

Ich weiß nicht, wie oft ich in den ganzen Jahren meiner Voltigier-Zeit gehört habe: „Ach, das ist doch nicht anstrengend. Das Pferd läuft doch für euch.“ Voltigieren aber ist Hochleistungssport. Etwas ganz anderes als Reiten oder Akrobatik.

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    Diese Voltigiererin zeigt, wie es geht. Turnen auf dem Rücken eines Pferdes ist nicht so einfach. Foto: Friso Gentsch (dpa)

Wir turnen auf einem sich bewegenden Pferd. Am Anfang nur im Schritt, aber je besser man wird, desto schwieriger werden nicht nur die Übungen. Nein, das Pferd läuft auch Galopp. Da ist neben Körperspannung und einer guten Haltung auch Ausdauer gefragt.

Voltigieren ist ein Mannschaftssport. Mit bis zu drei Voltigierern turnt man auf dem Rücken des Pferdes rum. Dabei müssen wir nicht nur darauf achten, dass wir nicht unglücklich stürzen. Mit das Wichtigste ist nämlich, dass wir wissen, wo genau wir uns bewegen können, wo wir uns sichern können, denn auch das Pferd kann verletzt werden. Und wenn man dann da zu dritt auf dem Pferderücken sitzt, bleibt nicht aus, dass die kleinste, leichteste Person von den anderen auch mal in die Luft „geschmissen“ wird.

Vertrauen im Team ist also enorm wichtig. Eine Voltigiermannschaft muss zusammenhalten.
Da gibt es keine vergleichbare Situation wie beispielsweise beim Fußball, wenn jemand den Ball nicht abgibt, weil er unbedingt selber das Tor schießen möchte. Gewinnen? Das wird beim Voltigieren zusammen gemacht. Genauso wie das Verlieren.

Mit Dutt und Perlennetz im Haar zum Turnier

Auf Turnieren, für die wir uns besonders schick machen, mit Dutt und Perlennetz im Haar und mit wunderschönen Turnanzügen bekleidet, müssen wir Pflicht und Kür turnen.

Die Pflicht ist für die unterschiedlichen Leistungsklassen vorgegeben. Da ist man dann doch für einen Augenblick allein auf dem Pferd. Man turnt seine Übungen, geht ab und der nächste ist dran. Wenn die Kür an der Reihe ist, präsentiert jede Mannschaft eine selbst erarbeitete Choreografie. Passend zur ausgewählten Musik werden dann die kreativsten Übungen auf Rücken, Hals und Hinterteil des Pferdes umgesetzt.

Wer sportlich und beweglich ist, wer gerne im Team arbeitet und für den Höhe und Geschwindigkeit kein Problem ist, der sollte sich unbedingt mal beim Voltigieren umschauen. Die Glücksgefühle, die man verspürt, wenn der Wind durchs Haar weht, während man gerade auf dem Rücken des Pferdes steht, die Freiheitsgefühle dabei, sind unbeschreiblich. Das muss man selber erleben, um wissen zu können, wie es sich anfühlt, Voltigierer zu sein.
Judith voltigiert beim Ländlichen Reit- und Fahrverein Datteln, Am alten Busch 6, 45711 Datteln. Interessierte sind immer willkommen. Wer mal reinschnuppern mag: Judiths Truppe trainiert immer montags von 18.30 bis 20 Uhr und samstags von 14 bis 16 Uhr.



AUTOR
Judith Brand
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    23. August 2018, 14:47 Uhr
    Aktualisiert:
    23. August 2018, 14:50 Uhr
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