Kathi auf Malta: Ein Wunsch geht in Erfüllung

Teil 6 Diese Woche hatte ich das erste Mal Besuch von meinem Freund. Ich war sehr nervös und aufgeregt, ihn endlich wiederzusehen. Am Flughafen fiel ich ihm um den Hals und war einfach nur glücklich, dass er endlich da war und ich ihm zeigen konnte, wie wir hier leben – in einem Land, wo andere Urlaub machen.

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  • Kathi Malta

    Was man auf diesem Foto nicht sehen kann, ist Kathis schneller Herzschlag. Die Begegnung mit dem Delfin wird sie mit Sicherheit nie vergessen. Foto: Privat

  • Kathi Malta

    Ist das in der Karibik? Nein – die Blue Lagoon auf Malta. Foto: Privat

  • Kathi Malta

    Zu zweit ist irgendwie doch alles schöner. Kathi zeigt ihrem Freund die Insel, auf der sie studiert. Foto: Privat

Sechs Tage blieb er, und ich zeigte ihm ein wenig die Insel. Zunächst ging es natürlich in die Hauptstadt Valletta und dann nach Mdina: Kuchen essen. Hier muss man einfach den ganzen Süßkram probieren. Ich habe wirklich noch nie so leckere Kuchen und Cupcakes gegessen. Auch mein Freund war begeistert von den Leckereien, die es hier auf Malta gibt, die haben es meiner Meinung nach einfach drauf, die Malteser…
Der nächste Tag war wohl der aufregendste Tag in meinem Leben, denn ich erfüllte mir einen lang ersehnten Traum: einmal mit Delfinen schwimmen. Das war es, was ganz oben auf meiner Bucket-List stand. Und diesen Traum erfüllte ich mir hier auf Malta.

Bevor ich dieses Ereignis buchte, las ich mir die ganzen Berichte, Meinungen und Bewertungen dazu durch. Natürlich war klar, dass es immer mal wieder negative Stimmen dazu gab, doch ich wollte mir selbst ein Bild darüber machen und klickte auf „Buchen“. Um acht Uhr morgens fuhren mein Freund und ich mit dem Transfer zum Park. Die Sonne schien, das Wetter war perfekt. Ich war ziemlich nervös und aufgeregt. Ist der Park auch wirklich artgerecht? Ist er sauber und haben die Tiere genug Freiraum?

Viele Gedanken schossen mir durch den Kopf. In einem kurzen Moment fragte ich mich, ob ich das wirklich machen sollte. Aber es gab kein Zurück mehr. Ich kann Euch sagen: Es war die beste Entscheidung meines Lebens. Der Park war sehr gepflegt und sauber, die Tiere hatten hier „genug“ Platz und bekamen regelmäßig ihr Futter. Die Tierpfleger gingen so liebevoll mit den Tieren um, das hat mich sehr erleichtert. Ich weiß, dass es immer wieder Leute gibt, die völlig dagegen sind – und das ist auch gut so. Aber der Park bietet auch kranken Menschen und vor allem auch Kindern das Schwimmen mit den Delfinen an, was ich persönlich auch echt schön finde.

Nachdem uns nun drei Tierpfleger begrüßten und uns Anweisungen gaben, bekamen wir Neoprenanzüge. Die Teile waren richtig eng, Wahnsinn! Aber so müssen die Anzüge auch schließlich sein, damit einem nicht so kalt wird im Wasser. Ein bisschen hier quetschen, ein bisschen da, und schwupps, war ich angezogen.

Als ich das Becken sah, wurde ich nervös

Nun konnte es losgehen: Wir liefen gemeinsam mit der Gruppe zum Becken, wo wir einen der vier Delfine schon sehen konnten. Mein Herz schlug schneller und schneller…
Unsere Begleitung setzte sich auf die Tribüne, wir desinfizierten unsere Hände und durften hintereinander ins Becken. Anderthalb Stunden lang konnten wir die Delfine streicheln, mit ihnen schwimmen und Späßchen machen. Anschließend wurden wir mit einem der Delfine fotografiert. In diesen Stunden war ich einfach das glücklichste Mädchen. Wie liebevoll und schlau diese Tiere einfach sind! Ja, es war die beste Entscheidung und jeder, der diesen Traum hat und zufälligerweise hier ist, dem kann ich es nur ans Herz legen.

Den letzten Tag, an dem mein Freund zu Besuch war, verbrachten wir bei der Blue Lagoon. Ich glaube, ich habe noch nie so klares, türkisblaues Wasser gesehen. Wie in der Karibik, wirklich. Die Blue Lagoon kannte ich zwar schon aus dem Urlaub 2014, jedoch ist der Anblick immer wieder atemberaubend. Mit dem Bus ging es in Richtung Norden, dann mit einem Boot übers Meer, bis hin nach Comino, wo sich die Blue Lagoon befindet. Bepackt mit einer GoPro und Schwimmsachen, ging es ins kühle, blaue Wasser. Wir genossen die letzten Sonnenstrahlen, setzten uns auf die Steine und aßen dabei Fritten und Baguettes, bis es wieder in Richtung nach Hause ging.

Und dann kam am nächsten Morgen der Abschied. Ich mag Abschiede nicht. Überhaupt nicht. Dieses Gefühl ist ganz furchtbar. Zu wissen, dass man sich dann doch wieder eine lange Zeit nicht sehen wird. Eine letzte Umarmung und dann war er auch schon im Flugzeug…
Kathi Lenger (23, Herten) kennt Ihr als Jugendredakteurin. Sie ist außerdem Journalismus- und PR-Studentin an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen und wird für sechs Monate ein Auslandssemester absolvieren und an der University of Malta studieren. Hier bei Scenario lässt Kathi Euch teilhaben, wie es ihr das halbe Jahr ergeht.