Meret interviewt Edith: Die Jugend meiner Oma

Glücklich ist, wer Oma und Opa hat. Wo Mama und Papa schon längst mit uns geschimpft hätten, drücken sie ein Auge zu. Sie hören uns zu, nehmen uns in den Arm und bei ihnen gibt’s oft Kaffee und Kuchen. Jederzeit können wir mit unseren Sorgen zu ihnen kommen: Sie wissen Rat, denn sie sind lebenserfahren. Jetzt sollen sie zu Wort kommen – hier bei Scenario. Unsere Jugendredakteure und Leser wollen wissen, wie „die Jugend ihrer Großeltern“ aussah. Heute befragt die 14-jährige Meret Geppert ihre 79-jährige Oma Edith Kroes.

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  • Jugend_Edith und Meret

    Eine Ähnlichkeit zwischen Oma Edith und Enkelin Meret ist auf jeden Fall zu erkennen. Beide haben ein schön-verschmitztes Lächeln. Danke, dass Ihr an der Serie teilgenommen habt! Foto: Privat

  • Jugend_Oma Edith

    Zu welchem Anlass dieses Foto gemacht wurde, weiß Edith heute nicht mehr. Wohl aber, dass sie dort ungefähr 18 und der Schnappschuss bei ihr zu Hause entstanden ist. Foto: Privat

Meret: Was war Dein Lieblingsplatz und wie hat er sich im Laufe der Jahre verändert?
Edith:
Nach der Vertreibung aus Schlesien kamen wir nach Bayern, wo es einen See in der Nähe meines alten Elternhauses in Rosenheim gab. Dort konnte man im Winter Schlittschuh fahren und im Sommer schwimmen gehen. Er hat sich kaum verändert, Erinnerungen daran habe ich aber noch viele.

Meret: Wie hast Du Dir das Erwachsenwerden vorgestellt?
Edith:
Ich musste sehr früh erwachsen werden durch die damalige Situation, deswegen hatte ich keine genauen Vorstellungen davon.

Meret: Was war der schönste und was war der schlimmste Moment in deinem Leben?
Edith:
Das schönste Erlebnis war auf jeden Fall die Geburt Deiner Mutter. Es war sehr schön, sie das erste Mal im Arm zu halten. Ich habe damals erst mal meinen Beruf aufgegeben, um mich voll und ganz um sie kümmern zu können. Es war und ist eine sehr schöne Zeit. Es gab natürlich noch viele andere schöne Momente.
Der schlimmste Augenblick war der Tod meines Bruders, der in jungen Jahren bei einem Motorradunfall tödlich verunglückt ist. Es war für die Familie eine sehr schwere Zeit. Auch der Tod Eures Opas war einer der schlimmsten Momente, die ich je erlebt habe.

Meret: Wer war Deine erste Liebe und wie ist es gelaufen?
Edith:
Meine erste Liebe habe ich damals bei einem gemeinsamen Hobby kennengelernt, was uns wöchentlich zusammengebracht hat. Irgendwann musste ich aber aus beruflichen Gründen von meinem damaligen Wohnort wegziehen, was uns damals dazu zwang, eine Fernbeziehung zu führen, die sich mit der Zeit dann zerschlagen hat.

Meret: Was wundert Dich an meiner Generation und hast Du Fragen an uns?
Edith:
Wirklich wundern tut mich nichts, jedoch finde ich es faszinierend, wie Ihr mit der heutigen Technik umgehen könnt und was Ihr für Möglichkeiten habt. Das Wissen und die Funktionen, hätten wir uns damals gar nicht vorstellen können. Fragen an Euch habe ich aber nicht wirklich.
Was wisst Ihr über die Jugendjahre Eurer Großeltern? Nicht so viel, oder? Das wollen wir mit Euch ändern! Schreibt uns an, wenn Ihr mit Eurer Oma oder Eurem Opa dabei sein wollt: scenario@medienhaus-bauer.de