Ohne Dich geht's nicht: Marit mit Desultor Amoris

Scenario zeigt Herz. In unserer Reihe „Ohne Dich geht’s nicht“ dürfen Jugendredakteure und Leser eine Liebeserklärung abgeben: an ihren Partner, an Mama oder Papa, an die beste Freundin oder den besten Kumpel, den tollen Arbeitskollegen oder eben an das Haustier oder gar an einen Gegenstand. Heute bekennt sich Jugendredakteurin Marit Jantzen (23, Marl) zu ihrer besseren Hälfte: Pferd Desultor Amoris.

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    Haben eine ganz besondere Bindung zueinander: Marit und Pferd Desultor Amoris. Foto: Schwanz und Schnabel Tierfotografie

Wer oder was seid Ihr?
Ich bin Marit und der fellnasige Herr ist Desultor Amoris. Das ist Latein und steht für „Frauenheld“.

Wie habt Ihr Euch kennengelernt?
Wir haben uns vor ungefähr acht Jahren kennengelernt. Amoris war vier und gerade frisch angeritten. Gekauft wurde er, um ein brauchbares Dressurpferd aus ihm zu machen, diese Einstellung sollte sich allerdings ändern…

Was war Euer bester Moment?
Im Nachhinein betrachtet gab es einen Moment, den ich erst jetzt wirklich schätzen kann. Noch am Turnierstall, als Amoris starke Rückenprobleme hatte, war ich mit ihm in der Reithalle und verzweifelt.

Ich wusste nicht, wie es weitergehen sollte, irgendwie fühlte ich mich auch verraten, weil nichts funktionierte, weil er nicht funktionierte. Und irgendwie spürte ich auch, dass dieser Umgang nicht das Richtige für uns war. Ich stand an der Hallentür und schaute nach draußen, Tränen brannten auf meiner Haut, bis ich seine Nüstern in meinem Nacken spürte und wie er ganz sanft ausatmete.

Dieses besondere Tier ist da, um mich trösten

Dieses Tier, durch den Beritt gequält, in einer engen, dunklen Box gehalten mit nur wenig Kontakt zu Artgenossen und von mir als „Sportgerät“ benutzt, kommt zu mir, um mich zu trösten, um Anteil zu nehmen an meinem „Leid“? Ich empfinde große Demut und Dankbarkeit für diesen Moment.

Gab es in Eurer Beziehung mal brenzlige Situationen oder lief immer alles glatt?
Lange hatten wir gar keine gute Beziehung. Amoris ist vor mir weggelaufen oder hat sich von mir losgerissen. Er hat mir ganz klar gezeigt: So wie du mit mir umgehst, will ich das nicht! Ich habe das jahrelang nicht verstanden, weil ich dachte, dass ein Tier ohne Wenn und Aber auf Befehle zu hören hat. Der langwierige Prozess des Erkennens, dass Amoris mehr ist, als nur ein Befehlsempfänger, hat mich viel Energie gekostet. Irgendwann war ich an dem Punkt, dass ich ihn verkaufen wollte.

Ich dachte, er hätte es woanders besser und dass wir nicht zusammenpassen. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich erkannte, dass da eine Verbindung zwischen uns ist. Amoris, der, der auch mal wild und heftig werden kann, der steigt und sich losreißt, vereint das mildeste Herz und die aufrichtigste Liebe in sich wie niemand sonst. Er kann gar ein richtiger Gentleman sein, fein, verständnisvoll und höflich.

Was könnt Ihr voneinander lernen?
Amoris ist ein begnadeter Lehrmeister in vielerlei Hinsicht. Ich habe durch ihn ganz neu erfahren dürfen, was Liebe und Glück eigentlich bedeuten. Hinter dieser plüschigen, fellnasigen Fassade steckt ein unerschöpflicher Pool an Weisheit. Immer wieder aufs Neue kann ich durch ihn, mich und mein Verhalten reflektieren. Amoris ist ein unruhiger Geist, auch wenn er nach außen behäbig wirken kann, so nimmt ihn vieles emotional sehr schnell mit. Es ist meine Aufgabe, ihm einen Rahmen zu geben, ihm ein Halt zu sein.

Was unternehmt Ihr gerne zusammen?
Wir stehen oft nur zusammen da und genießen die Zeit. Manchmal gehen wir spazieren oder reiten in den Wald – je nachdem, was gerade Spaß macht. Äpfel und Bananen teilen wir uns auch ganz gerne und beobachten dabei, was die anderen Pferde so treiben.

Was macht Eure Beziehung besonders?
Für mich ist die Beziehung zu Amoris eine sehr innige. Wir haben eine ganz besondere Freundschaft, die nicht selbstverständlich ist. Wir sind nicht perfekt und müssen es voreinander auch nicht sein. Ich kenne seine und er meine Schwachpunkte. Ab und an necken wir uns, aber wir achten auch sehr aufeinander. Ich kann mich zu 100 Prozent auf Amoris verlassen. So oft ist er über seinen Schatten gesprungen und das nur für mich. Ich liebe mein „kleines“ Bärchen sehr und möchte ihn nicht in meinem Leben missen.
Macht auch mit bei unserer Reihe! Zu wem oder was sagt Ihr: „Ohne Dich geht’s nicht“? Mailt mit dem Betreff „Ohne Dich“ an: scenario@medienhaus-bauer.de


AUTOR
Marit Jantzen
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    23. November 2018, 13:02 Uhr
    Aktualisiert:
    23. November 2018, 13:20 Uhr