Online oder im Einzelhandel shoppen?: Ab in die Einkaufstasche oder in den Warenkorb?

Ich bin eine äußerst treue Seele. Ich hänge an Menschen und an Dingen, und mir fällt es schwer, mich von diesen zu trennen. Aber manchmal ist auch die liebste Lieblingshose einfach durch, mit Löchern an Stellen, wo definitiv keine Löcher sein dürfen. Und wenn dieser traurige Tag gekommen ist und ich mir eingestehen muss, dass es so nicht weiter geht, stehe ich vor der Entscheidung: online shoppen oder ab in die Stadt zum Einkaufsbummel? Wie vieles im Leben hat beides seine Vor-und Nachteile.

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    Auf die Plätze, fertig, los und durch die Gänge des Klamottenladens rennen und dabei jedes Schnäppchen in die Shopping Bag packen! Aussortieren nach „Passt“ oder „Passt so gar nicht“ findet später statt – in der Umkleide. Foto: Pixabay

Für einen Einkaufsbummel braucht Frau in der Regel Begleitung. Diese ist dafür da, Käufe abzusegnen, peinlich in die Kabine zu glotzen, während man mit einem Bein in der viel zu engen Hose steckt, mit dem anderen erst gar nicht reinkommt, und natürlich, um in so einem Fall dann das Kleidungsstück eine oder zwei Nummern größer in die Kabine zu bringen. Und die Begleitung ist auch schon der erste große Pluspunkt – in den meisten Fällen. Shoppen ist ja nicht nur Shoppen, sondern auch eine soziale Unternehmung. Unangenehm wird es dann nur, wenn die Begleitung einen Tacken zu ehrlich ist. Und ihren Senf nicht nur zu dem Glitzer-Rock abgibt, sondern auch zu den Kilos zu viel, die man, zugegeben, nicht erst seit Weihnachten hat. Bei schonungsloser Ehrlichkeit vergeht die Lust am Shoppen leider viel zu schnell.

Passt der süße Pulli auch zum Doppelkinn?

Aber auch für die Sache an sich, dem Erwerb neuer Kleidung, ist es manchmal ganz praktisch, die Klamotten in die Hand zu nehmen, sich den süßen Pulli an den Körper mit dem erschreckenden Doppelkinn zu halten und einfach eine haptische Erfahrung des Kleidungsstückes zu machen. Gerade wenn es um Schuhe geht, ist es zum Beispiel sehr sehr wichtig, diese mal anzuprobieren. Zumindest ist es bei meinen Gummelfüßen mit seltsamer Zwischengröße zwischen 35 und 38 eine zwingende Notwendigkeit. Aber (!), und es gibt immer ein Aber, für andere Kleidungsstücke, wie Hosen zum Beispiel, ist es weniger angenehm, beim richtigen Einkaufsbummel zu sein. Motiviert schnappt man sich zu Beginn noch einen Rutsch Beinkleider und macht sich auf in die unglaublich fies ausgeleuchtete Kabine und bereut beim Abstreifen der eigenen Hose die Pommes, die man sich gerade noch in der Stadt auf die Hand gegönnt hat.

Überall zwickt und drückt die neue Hose oder sieht eher aus wie ein Rock, schlabbert an den doofen Stellen und schnürt Blut an noch wichtigeren Stellen ab, sodass man sehr schnell, sehr unmotiviert und verzweifelt den Hut an den Nagel hängt und aufgibt.

Leider wird es in unserer Gesellschaft nicht so gern gesehen, wenn man ohne Hosen in der Weltgeschichte rumläuft. Die Lösung: Online-Shopping. Bequem von zu Hause aus kann man sich die gleiche Hose einfach in zwei Größen zuschicken lassen und zu Hause, im natürlichen Licht, ohne aufdringliche Verkäuferin oder Shopping-Begleiterin anprobieren und die nicht passende Hose einfach wieder zurückschicken.

Zudem hat man per Online-Shopping meiner Meinung nach auch eine viel bessere Übersicht über preisliche Angebote und Unterschiede. Perfekt für richtige Sparfüchse! Die Kleidung kann entspannt per Filter gesucht werden, sodass es einem auch nicht passiert, dass man das (!) Teil findet und beim Blick auf das Preisschild in Ohnmacht fällt – und sich dann selbst in den Ruin treibt, denn wenn man das (!) Teil gefunden hat, kann man sich dem auch nicht mehr verwehren.
Einfach den Filter auf das eigene Budget anpassen – in meinem Fall Student – und zwischen den zwei übrig gebliebenen Kleidungsstücken auswählen ;).

Wenn das Paket dann zu Hause ankommt, fühlt sich das immer an wie ein kleines Geschenk an sich selbst. Jedoch fehlt beim Online-Shopping natürlich die schöne Zeit mit der Freundin. Deswegen kann das eine nicht ohne das andere. Schuhe und Pullis und Shirts in der Stadt kaufen und „sensible“ Kleidungsstücke wie Hosen und Bikinis einfach online.


AUTOR
Annika Mittelbach
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    23. März 2018, 13:18 Uhr
    Aktualisiert:
    21. Juni 2018, 03:33 Uhr