Schnitzeltester sind VIPs: Jugend testet - und isst

Serie Es gibt sie überall. Eigentlich gehört jeder dazu. Zu den VIPs. Damit meinen wir allerdings nicht die „Very Important Persons“, die auf roten Teppichen rumstöckeln, sondern die „Very Interesting Persons“, die uns im Bus, an der Supermarktkasse oder im Schwimmbad begegnen. Wir stellen Euch in dieser Scenario-Reihe junge Menschen vor, die ganz klar VIPs sind. Heute sind es gleich acht: Felix, Christina, Lena, Jessica, Theresa, Noella, Anna-Lena und Ella.

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  • VIP Schnitzel

    Ob vegetarische Schnitzel auch gut schmecken? Die Tester finden’s raus.

  • VIP Schnitzel

    Felix (v.l.), Christina, Lena, Jessica, Theresa und Lehrerin Birte Fieseler. Noella, Anna-Lena und Ella, die zur Test-Gruppe gehören, sind nicht auf dem Foto, aßen aber mit.

Der Markt der Fleischersatzprodukte boomt: Nachgeahmte vegetarische Lebensmittel wie die vegetarische Leberwurst sind zum Trend geworden und füllen zum Vergnügen vieler Vegetarier die Regale der Supermarktketten. Doch sind diese Produkte in puncto Geschmack und Inhaltsstoffen wirklich überzeugend? Acht Schüler des Marie-Curie-Gymnasiums in Recklinghausen haben in einer Versuchsreihe für „Jugend testet“ acht vegetarische Wiener Schnitzel aus Recklinghausen genauestens unter die Lupe genommen. Gewonnen hat das vegetarische Schnitzel der Marke Quorn.

Seit Oktober vergangenen Jahres haben die Tester alle vegetarischen Wiener Schnitzel, die es in Recklinghausen zu kaufen gibt, einer harten Prüfung unterzogen. Sie wollten wissen, ob sie von „Fleischessern“ zurecht als unappetitlich abgestempelt werden. Ein Kriterienkatalog mit einem Punktesystem und eine von der Gruppe erstellte Gewichtung sollten helfen, den Gewinner zu küren. Untersucht wurden die Wiener Schnitzel auf Geschmack, Nährwerte, Salzgehalt und Vitamine.

Kein Schnitzel kann sich drücken

Aber nicht nur das: Auch sonstige Zusatzstoffe, Herstellung, Transparenz und Preis wurden berücksichtigt. Nicht zu vergessen sind die Entnehmbarkeit des Schnitzels, die Schneidbarkeit, der Geruch, das Aussehen des Schnitzels und der Verpackung, sowie das Gewicht der Verpackung und auch das Verhältnis von Panade zu Schnitzel. Vor den geschulten Experten konnte sich kein Schnitzel drücken.

Ein besonderes Highlight für die Gruppe war der Geschmackstest: „Wir haben die Schnitzel nach Packungsanleitung gebraten, probiert und zusätzlich von einer unabhängigen Gruppe testen lassen“, erzählt Theresa, eine der Testerinnen. In puncto Geschmack hat das Schnitzel von Valess gewonnen. Doch zieht man auch die anderen Kriterien wie Inhaltsstoffe, Herstellung und Verbraucherfreundlichkeit hinzu, so überzeugt das panierte Schnitzel von Quorn. Die Gruppe hat noch mehr Ergebnisse auf Lager: Sie haben bewiesen, dass man bei der Qualität der Schnitzel nicht nach dem Preis gehen sollte. Das teuerste Schnitzel – und zwar das Wiener Schnitzel von Viana aus dem Reformhaus hat insgesamt am schlechtesten abgeschnitten.

Bemerkenswert war auch, dass alle Richtangaben der Fett-, Eiweiß- und Salzgehalte fast um das Doppelte überschritten wurden. Schnitzelliebhaber sollten also darauf achten, nicht zu viel von dem panierten Fleischersatz zu futtern. Als Grundlage für fleischlose Lebensmittel dienen nicht nur Tofu und Soja wie die Test-Gruppe feststellte. Auch Milchfaser und Mykoproteine aus Pilzkulturen wie es bei dem Wiener Schnitzel von Quorn verwendet wird, stellt eine Alternative dar. Ob das Testergebnis Auswirkungen auf das zukünftige Essverhalten der Schüler hat, ist noch nicht ganz klar.

Die einen achten nun vermehrt darauf, welches vegetarische Schnitzel bei ihnen auf den Teller kommt, andere würde auch die schlechter abgeschnittenen Schnitzel essen. Wichtigste Erkenntnis für die Tester: Vegetarische Schnitzel können sehr gut schmecken und sind bei kontrolliertem Konsum nicht gesundheitsschädlich.
Kennt Ihr junge Menschen (max. 25 Jahre) aus dem Kreis Recklinghausen, die „Very Interesting Persons“ sind? Dann mailt uns einfach an und gebt uns einen Tipp:
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