Interview mit Tessa Sunniva van Tol: Früher auch auf Bäume geklettert

Oberhausen Wenn sie das Stage-Metronom-Theater in Oberhausen betritt, wird es ganz still und sie erntet begeisterte Blicke vom Publikum: Tessa Sunniva van Tol spielt „Jane“ im Musical „Tarzan“. Wir durften hinter die Kulissen blicken und konnten der 25-jährigen Niederländerin auch ein paar Fragen stellen.

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  • Disneys Musical TARZAN

    Die 25-jährige Tessa Sunniva van Tol bei der Arbeit im Musical „Tarzan“, das derzeit im Metronom-Theater in Oberhausen gastiert. Foto: Stage Entertainment/Disney

  • Tarzan

    Scenario durfte beim Interview hinter die Kulissen blicken und zusehen, wie die Maskenbildnerin Tessa in Tarzans Freundin verwandelt. Foto: Kathi Lenger

Scenario: Tessa, Du standest schon als Kind auf der Bühne – wann und wie kam die Begeisterung für Musicals?
Tessa Sunniva van Tol:
Das ist eine lange Geschichte: Meine Mutter hat mir erzählt, dass ich von klein auf immer gerne gesungen habe. Sogar die Kindergärtnerin sagte zu meiner Mutter: „Deine Tochter hat so eine schöne Stimme, sie muss damit unbedingt etwas machen.“ Daraufhin habe ich erst einmal angefangen zu tanzen – klassisches Ballett. Danach war ich im Kinderchor, bis es mir dort zu langweilig wurde. Meine Mama hat dann eine Musicalschule gefunden. Ich war sieben Jahre alt und glücklich, dort zu sein. Es war alles drin: singen, tanzen. So fing schließlich alles an.

Scenario: Bist Du ein großer Disney-Fan und was gefällt Dir besonders an „Tarzan“?
Tessa
: Ja, ich bin ein totaler Disney-Fan. Ich habe alle Disneyfilme mindestens zehnmal angeschaut, natürlich auch Tarzan. An Tarzan gefällt mir die Musik, ich bekomme jedes Mal eine Gänsehaut. Dadurch, dass ich meinen Auftritt erst habe, wenn Tarzan erwachsen ist, höre ich gerne der Musik zu. Und jedes Mal aufs Neue bin ich begeistert. Am Tarzan-Musical liebe ich es auch, dass es nicht ganz so mädchenhaft und lieb ist – eben nicht prinzessinnenhaft, sondern spannend und abenteuerlich.

Scenario: Gibt es Gemeinsamkeiten, die Dich und die Figur Jane verbinden?
Tessa:
Ich bin als Kind auf einem Bauernhof aufgewachsen. Wir hatten einen riesigen Garten mit vielen Bäumen und Pflanzen. Ich war jeden Tag draußen und bin auf Bäumen geklettert, habe viel in der Natur gespielt. In den Sommerferien, als ich noch klein war, kam immer eine befreundete Familie aus Afrika zu Besuch. Die Mutter hat jedes Mal gesagt: „Du bist wie eine Jane! Sitzt immer in Bäumen, den ganzen Tag.“ Jetzt spiele ich sie wirklich!

Scenario: Was ging Dir durch den Kopf, als Du die Hauptrolle Jane bekommen hast?
Tessa:
In dem Moment, als ich den Anruf bekommen habe, dass ich die Hauptrolle Jane spielen darf, war ich gerade im Supermarkt – und die Verbindung war auch noch ganz schlecht. Plötzlich steht man da und kann es kaum glauben. Ich bin vor Freude herumgehüpft – und die Leute im Supermarkt haben komisch geguckt. (lacht)

Mit Kollegen wird Englisch gesprochen

Scenario: War es schwierig für Dich, die deutsche Sprache zu lernen?
Tessa:
Ich bin Halb-Deutsche, meine Mutter kommt aus Berlin. Sie wohnt jedoch seit dreißig Jahren in Holland. Deshalb bin ich leider nicht zweisprachig aufgewachsen, habe aber Deutsch in der Schule gehabt. Für mich ist es einfacher, Deutsch zu verstehen. Am Anfang habe ich gedacht, wenn ich nach Deutschland komme, dass ich den ganzen Tag Deutsch spreche. Aber viele Leute hier bei Tarzan kommen von überallher: aus England, Afrika, Italien, Holland – deshalb wird viel Englisch gesprochen.

Scenario: Im Song „Zwei Welten“ singt Ihr: „Zwei Welten, eine Familie“. Wie ist das Verhältnis zu Deinen Schauspielkollegen, auch so familiär?
Tessa:
Wir sind wie eine große Familie, denn wir arbeiten alle sehr eng zusammen, auch körperlich. Wir sind uns alle sehr nah und es ist auch wichtig für die Zusammenarbeit, ein gutes Verhältnis zu haben. Auch wenn wir proben und trainieren, sehen wir uns – von morgens bis abends. Und gerade jetzt, wo wir einen neuen Tarzan, Josh Strickland, haben, ist diese enge Zusammenarbeit sehr wichtig.

Scenario: Wie fühlt es sich an, wenn Du als Jane durch das Publikum läufst? Ist es komisch für Dich?
Tessa:
Ja und nein. Wenn ich durch das Publikum laufe, flüstern die Leute ganz oft: „Da kommt die Jane, da kommt die Jane“ – und sind dabei ganz aufgeregt. Ich schaue dabei immer gerne, welche Leute im Publikum sitzen. Ob alt, ob jung – es ist immer so schön zu sehen, wie fasziniert die Menschen gucken. Oft sitzen sie dort mit geöffneten Mündern und staunen.

Scenario: Gehst Du auch mal einfach als Zuschauerin ins Musical?
Tessa:
Ab und zu. Wenn Kollegen von mir eine neue Show spielen, dann auf jeden Fall. Früher ein bisschen mehr als heute. Die Zeit fehlt einfach dafür. Wenn ich spiele, spielen die anderen auch. Aber ich bin auch gerne lieber selber auf der Bühne. (lacht)

Wir verlosen ein schickes „Tarzan“-Shirt – in der Größe L – und eine „Tarzan“-CD. Um zu gewinnen, ruft an:
0137 / 80 84 00 343!

Nennt als Stichwort „Tarzan“ sowie Euren Namen, Eure Adresse und Telefonnummer! Ein Anruf aus dem deutschen Festnetz kostet 0,50 Euro, Mobilfunkpreise können abweichen. Aktionsende ist am Freitag, 23. Juni, 23.59 Uhr. Gewinner werden benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die erfolgreiche Teilnahme begründet keinen rechtlich verbindlichen Anspruch auf den Gewinn.
„Tarzan“
dienstags bis sonntags
verschiedene Spielzeiten
Metronom-Theater
Musikweg 1, 46047 Oberhausen
Karten gibt es im RZ- und SZ-Ticketcenter oder unter der Ticket-Hotline 0209 / 14 77 999.



AUTOR
Kathi Lenger
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    19. Juni 2017, 12:36 Uhr
    Aktualisiert:
    19. Juni 2017, 12:47 Uhr