Fabian erklärt's: Wie vermeide ich App-Ballast?

Technik Speicherplatz auf dem Smartphone ist meist knapp bemessen, da ein Schacht für eine Erweiterungskarte oftmals fehlt und eine Variante mit mehr Platz für Apps, Musik, Filme und sonstige Dateien bei vielen Herstellern nochmals einen gehörigen Aufpreis kostet. Damit Ihr nicht nur Geld, sondern auch Speicherplatz sparen könnt, will ich Euch heute mal zeigen, wie Ihr Eure kleinen Begleiter frei von unnötigen Apps haltet.

  • Handy

    Fotomodell Annika guckt deshalb so überrascht, weil auch sie ziemlich viele Apps auf ihrem Smartphone hat.

Dabei muss man in zwei Gruppen unterscheiden: Die erste Gruppe bilden dabei die Apps, die bereits auf Eurem Handy vorinstalliert sind. Das sind bei Android-Smartphones einerseits die Anwendungen von Google und andererseits Apps, die von den einzelnen Herstellern, wie beispielsweise Samsung, und Netzbetreibern, wie der Telekom, aufgespielt werden. Bei Apples iPhones sind zwar auch etliche Programme vom System aus vorhanden, doch da diese nicht ohne Weiteres entfernt werden können, lasse ich diese mal außer Acht.

Halbwegs aktuelle Androidgeräte hingegen bieten zwar auch kein vollständiges Entfernen der sogenannten
„Bloatware“ an, wohl aber dafür ein Deaktivieren. Dies funktioniert wie eine Deinstallation, einfach in den Einstellungen die App-Liste suchen, die gewünschte App auswählen und auf „Deaktivieren” tippen (je nach Hersteller kann es allerdings leichte Abwandlungen geben). Damit werden alle Daten der App gelöscht, alle Updates deinstalliert, das Icon in der App-Übersicht entfernt und ein Start im Hintergrund verhindert. Diese Prozedur reduziert den Speicherbedarf massiv, sodass Ihr mehr Apps installieren könnt, die Ihr auch wirklich nutzt.

Funktion? Gleich null!

Die zweite Gruppe bilden die Apps, die Ihr selbst heruntergeladen habt, aber eigentlich nicht braucht, weil sie die versprochenen Funktionen nicht erfüllen können. Konkreter gesagt sind das Antivirenprogramme oder „Cleaner“, die versprechen, Euer Handy von unnötigem Datenmüll zu bereinigen – sich selbst löschen tun sie leider nicht, das solltet Ihr hingegen tun, wenn Ihr solche Anwendungen heruntergeladen habt.
Sie dienen einzig und allein dazu, unerfahrenen Nutzern Werbung unterzujubeln. Die Funktion ist dabei aber praktisch null, denn: Fast alle Dateien, die von diesen Programmen zur Bereinigung gelöscht werden, sind entweder temporäre oder aber Cache-Daten.

Warum es sich nicht lohnt, temporäre Dateien zu löschen, sollte aus dem Namen bereits ersichtlich sein. Cache-Daten zu entfernen ergibt aber ebenso wenig Sinn, da es sich hierbei um den Zwischenspeicher von Apps handelt. Surft Ihr beispielsweise öfters auf derselben Seite, wird Euer Browser höchstwahrscheinlich die Elemente der Seite, die immer gleich bleiben, in den Cache auslagern, um somit die Ladezeit zu verkürzen und Datenvolumen zu sparen. Löscht Ihr nun den Cache, so dauert das Laden der Seite länger und verbraucht mehr von Eurem Datentarif. Der Zwischenspeicher wird bei diesem Besuch aber wieder erstellt, sodass der freigegebene Speicher nach kurzer Zeit wieder belegt ist. Auch die meisten der anderen Funktionen besitzen lediglich einen Placebo-Effekt, eine Möglichkeit zur Bereinigung des Arbeitsspeichers (kurz: RAM) wäre hier ein weiteres Beispiel. Diese ist in fast allen Cleanern enthalten, aber stört eigentlich nur die Funktionalität des Systems, das bereits selbstständig die Bereinigung des RAMs durchführt.

Cleaner und Antivirenprogramme

Doch nicht nur Cleaner setzen auf diesen Effekt, sondern auch Antivirenprogramme. Wer seine Apps nur aus offiziellen Quellen bezieht und sich dabei von russischen, chinesischen oder sonstig dubios aussehenden Apps fernhält, hat ein minimales Risiko, sich überhaupt irgendetwas einzufangen. Sollte dies doch einmal der Fall sein, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Virenscanner die Bedrohung dann erkennt, nochmals weitaus geringer. Denn die Erkennungsrate der Scanner ist sehr gering, zudem wurden in vielen Antivirus-Apps selbst Sicherheitslücken nachgewiesen. Der beste Virenscanner auf jedem Gerät bleibt nun mal der eigene Verstand.
Ich hoffe, Ihr habt wieder etwas Platz auf Eurem Smartphone gewinnen können!


AUTOR
Fabian Liebehenz
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    16. Dezember 2016, 14:43 Uhr
    Aktualisiert:
    24. Juni 2017, 03:34 Uhr