Ines' Reisetipps: Mehr als nur Ballermann und Palma

Reise Dass Mallorca mehr kann als Ballermann, hat sich langsam rumgesprochen. Nicht nur bei Fahrradfahrern und Pensionären: Auch junge Leute steuern die Insel vermehrt wieder an. Die Vorteile liegen auf der Hand, denn die balearische Insel bietet günstige Flüge, Schön-Wetter-Garantie und strahlend blaues Meer.

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  • Mallorca Gorg Blau

    Was für eine Aussicht: Gorg Blau beeindruckt Ines. Foto: Ines Kirchner

  • Mallorca Sa Calobra

    In Sa Calobra gibt’s – laut Ines – keine guten Restaurants, aber dafür eine wirklich hübsche Bucht. Foto: Ines Kirchner

  • Mallorca Valldemossa

    In den Gässchen von Valldemossa war Ines happy.

  • Mallorca Ma-10

    Absolut traumhaft ist die Ma-10. Die Serpentinen wollte Ines unbedingt entlangfahren, bei geöffnetem Fenster den Pinienduft einatmen und das Gefühl von Freiheit genießen. Foto: Ines Kirchner

  • Mallorca Fornalutx

    Fornalutx eignet sich für einen schönen Zwischenhalt. Foto: Ines Kirchner

  • Mallorca Palma

    Wer sich in Palma ein bisschen abseits des Touristentrubels bewegt, findet Ruhe in kleinen Gässchen. Foto: Ines Kirchner

Dank seiner Naturvielfalt eignet sich Mallorca zudem für alle, die den typischen Strandurlaub zu langweilig finden. Schon mit einem Mini-Roadtrip in vier oder fünf Tagen kommen Entdecker auf ihre Kosten. Wie Ihr diesen gestalten könnt, verrate ich Euch hier und jetzt.
Wenn man wie wir nur eine kurze Woche zur Verfügung hat, muss man sich auch bei einer kleinen Insel wie Mallorca entscheiden: Welche Küste soll es werden? Wir wollten zur Küstenstrecke von Palma de Mallorca bis Port de Pollença und dann durchs Landesinnere zurück.
Wir sind über die Tage verteilt nur 350 Kilometer mit dem Mietwagen gefahren. Die kurzen Strecken sparen allerdings mehr Sprit als Zeit: Die Serpentinen sind nicht ohne, sodass wir teilweise nur mit 40 km/h unterwegs waren.

Von Palma bis Port d’Andratx

Tag 1: Auf der Fahrt vom Flughafen Palma de Mallorca Richtung Port d’Andratx fährt man direkt durch die mallorquinische Hauptstadt. Hafen und Meer passierend, kommt so ziemlich schnell Urlaubsstimmung auf. Wir starteten mit einem Abstecher zum Castell de Bellver. Die Burg ist montags geschlossen, sodass dort oben tote Hose war und wir uns das Innere nicht anschauen konnten. Wegen der Burg an sich waren wir aber sowieso nicht dort, wir waren nur wegen des Ausblicks auf Palma dort. Durchaus empfehlenswert!
Weiter ging es Richtung Peguera, einem Ferienort, der bei Deutschen besonders populär ist. Zu Recht! Doch das Highlight des Tages kam noch: Wenn man zur Apartmentanlage „Cala Fornells“ fährt, passiert man einen kleinen Naturstrand in der Bucht Caló de ses Llises. Ein Must-do! Weniger mitreißend war Andratx, eine typische spanische Kleinstadt, die man nicht unbedingt besuchen muss.
Gegen Abend erreichten wir dann Port d’Andratx. Der Hafen im Südwesten Mallorcas soll der Schönste der ganzen Insel sein und so reiht sich für die vielversprechende Aussicht eine Luxusbude an die andere. Hier warteten unser erster Hotelaufenthalt und unser erster Sonnenuntergang am Meer auf uns.

Von Andratx bis Valldemossa

Tag 2: Zeit für die Ma-10, die Straße, für die wir hergeflogen sind. Die Serpentinen sind nicht der direkte Weg nach Valldemossa, aber dafür bieten sie tolles Panorama, Pinienduft und ein Gefühl der Freiheit. Den besten Ausblick bot „Mirador de Ricardo Roca“ – nicht zu verfehlen durch das Restaurant „Es Grau“ mit einem ungewohnt großen Parkplatz kurz davor. Durch Estellencs und Banyalbufar fuhren wir nur durch. Zu sehen gab es aber auch so genug, weil sich die beiden Orte sehr bildgewaltig in den Hang einfügten. Danach ging es wieder etwas mehr ins Landesinnere, ins über die europäischen Grenzen hinaus bekannte Valldemossa.

Das hat natürlich einen Grund: das Bergdorf mit seinen nur knapp 2 000 Einwohnern, schmalen Straßen und an den Häusern befestigen Pflanztöpfen ist einfach sehenswert. Was uns nicht bewusst war: Die Stadt ist ein extremer Tagestrip-Ort! Von 10 bis 17 Uhr fallen die Touristen ein, danach ist alles ausgestorben. Selbst die meisten Restaurants haben abends geschlossen. Auch an Wanderrouten gibt es eigentlich nur eine einzige: „Muntanya del Voltor“. Diese Tour ist nur mit Voranmeldung möglich (via E-Mail an info@muntanyadelvoltor.com) und dauert sechs Stunden. Die für Kurzentschlossene angelegte öffentliche Route ist lediglich ein Teilstück dieser Wanderung und bietet keinerlei Ausblick. Wir genossen Valldemossa am meisten am Abend.

Von Valldemossa bis Port de Pollença

Tag 3: Wir fuhren direkt morgens los zu Port de Sóller, einer ziemlich bekannten mallorquinischen Hafenstadt. Der Hafen von Sóller ist viel größer und voller als der von Port d’Andratx. Und Port de Sóller hat auch einen großen Strand.
Nach einem kurzen Abstecher ins ebenfalls sehr süße Fornalutx ging es dann für uns – immer noch auf der Ma-10 – hoch in die Berge. Dieses Stück der Straße bot nicht mehr ständig Haltebuchten mit Blick aufs Meer, hatte aber auch seine Highlights, zum Beispiel die beiden azurblauen Stauseen Gorg Blau und Embassament de Cúber.
Von Gorg Blau war es eigentlich nicht mehr weit bis Cala de sa Calobra. Ist man nicht mit dem Schiff unterwegs, erreicht man die bekannte Bucht nur über die Serpentinenstraße MA-2141, die auf engstem Raum einen Höhenunterschied von fast 700 Metern überwindet. Da die Strecke quasi das Mekka der fahrradfahrenden Mallorca-Besucher ist, erfordert das schon einiges an Konzentration. Zudem muss man Glück haben, dass kein Bus vor einem fährt, denn Überholen ist fast nirgends möglich.
Unten angekommen erwarten einen dann (schlechte) Restaurants und eine wirklich hübsche Bucht. Von der Cala de sa Calobra führt ein 600 Meter langer Fußweg, unter anderem durch zwei Tunnel an den Ausgang der Felsenschlucht des Torrent de Pareis. Ein toller Anblick! Allerdings kein Ort, an dem ich baden gehen würde – da hat Mallorca schönere Strände zu bieten!

Port de Pollença und Cap de Formentor

Immer noch Tag 3: Apropos Strand – dahin ging es nämlich für uns als Nächstes. In Port de Pollença, einem typischen spanischen Ferienort, fand sich unsere dritte Unterkunft und unser Hotel lag direkt an der Promenade. Klar, dass wir uns da erst einmal ans Wasser legen mussten!
Nach einem Stündchen ging es für uns schon weiter zum Cap de Formentor, dem westlichsten Zipfel Mallorcas. Eine der (!) Touristen-Destinationen, die wir daher extra zum Sonnenuntergang anschauen wollten. Eine gute Entscheidung, war es so doch eine ganz andere Stimmung als bei unseren bisherigen Küstenfahrten. Fast besser als das Cap de Formentor gefiel uns allerdings die Aussichtsplattform „Mirador Es Colomer“. Dann ging’s zurück ins Hotel, wo es Dinner – sehr fein – gab.

Zu guter Letzt noch: Palma de Mallorca

Tag 4: Bei einem Roadtrip über die Insel darf ein Besuch von Palma de Mallorca natürlich nicht fehlen. Für uns ging es in die Innenstadt. Damit wir später komfortabel zum Flughafen kommen würden, hatten wir an der Catedral de Mallorca, dem hübschen Wahrzeichen der Stadt, geparkt. Nach einem kurzen Abstecher aufs Kirchengelände – das Innere sparten wir uns – streiften wir einfach nur durch die Straßen von Palma de Mallorca, gerne abseits der Touristenströme, um das Flair der Stadt besser mitzubekommen. Dabei haben wir einen empfehlenswerten Ort gefunden: die Traditionskonditorei Panaderia S’Estació. Ein passender Ort für eine Pause beim Shopping! Ansonsten wirkt die Stadt natürlich sehr touristisch, sodass ich unseren Roadtrip einem längeren Aufenthalt in Palma de Mallorca immer wieder vorziehen würde!


AUTOR
Ines Kirchner
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    23. Mai 2017, 09:58 Uhr
    Aktualisiert:
    18. Januar 2018, 03:34 Uhr
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