Ines gibt Reise-Tipps: Kurz nach Lissabon und viel erleben

Sobald ich jemandem von Lissabon erzähle, erreichen mich strahlende Augen und neidvolle Blicke. Lissabon, so scheint es, ist auch nach Jahren des Hypes eine beliebte Stadt. Im folgenden Travel Guide bekommt Ihr Tipps und Trips, sollte es Euch auch bald nach Portugal ziehen. Extra aufgeteilt nach Tagen, sodass Ihr direkt losstarten könnt!

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    Tiefer Blick: Wer Lissabon zu Fuß erkundet, wird einige Höhenmeter überwinden müssen Foto: Privat

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    Ines vor der Brücke Ponte 25 de Abril in Lissabon. Foto: Privat

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    Miradouro de São Pedro de Alcântara. Foto: Privat

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    Lissabon und Ines: Mal ganz plakativ. Foto: Privat

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    Farbenfrohes Statement. Willkommen in Portugals Hauptstadt! Foto: SYSTEM

Vorab: Ja, die Stadt ist durchaus touristisch geworden, ist aber weiter kein Vergleich zu europäischen Großdestinationen wie Rom oder Paris.

An- und Abreise, Unterkunft + ÖPNV
Lissabon hat sich in den letzten Jahren zu einem sehr beliebten Reiseziel gemausert. Das lässt die Preise in Portugals Hauptstadt steigen: eine Nacht kostete mich über Airbnb 80 Euro. In jedem Fall empfehle ich euch, die Unterkunft zu buchen, sobald ihr den Flug gebucht habt. Gute und preislich angemessene Unterkünfte sind gar nicht so einfach zu finden!

Apropos Flug: Wenn ihr am Flughafen ankommt, nehmt am besten die U-Bahn/Metro ins Stadtzentrum. Der Flughafen-Bus steht ständig im Stau und ihr werdet noch genug Möglichkeiten haben, die Stadt von oben zu sehen.

In Lissabon selbst könnt Ihr dann den Großteil eurer Ziele erlaufen, auch wenn Euch bewusst sein muss, dass Ihr einige Höhenmeter machen werdet. Es lohnt sich in jedem Fall ein 24-Stunden-Ticket für Metro und Bus (aktuell 6.30€) auf der wiederverwendbaren und aufladbaren Via Viagem Karte (einmalig 50 Cent). Eine Busfahrt kostet 1,85 Euro, sodass man den Betrag schnell wieder drin hat. Generell würde ich immer die U-Bahn bevorzugen, denn Busfahren macht wenig Spaß: größere Bahnhöfe sind miserabel ausgeschildert, Haltestellen werden im Bus weder angezeigt noch angesagt und Busfahrer sind selten eine Hilfe.
Solltet ihr vor Abreise eure Koffer in der Lissaboner Innenstadt unterbringen wollen, könnt Ihr das am zentralen Bahnhof Rossio tun. Achtung: Die Schließfächer sind morgens ziemlich schnell voll und Ihr braucht eine Menge Münzen, denn die Maschine wechselt nicht und nimmt auch nichts über dem Wert an.

Tag 1: Innenstadt und Castelo de São Jorge/Alfama
Für alle Neulinge startet der Städtetrip am besten mit einer Free Walking Tour, beispielsweise von Sandemans New Europe. Meiner Meinung nach gibt es keinen besseren Weg, eine Stadt kennenzulernen. In Lissabon führt der Tour Guide durch Bairro Alto (das Kneipenviertel), Chiado (das Altstadtviertel) und Baixa (das Innenstadtviertel). Auch ein super Aussichtspunkt ist dabei: Miradouro de São Pedro de Alcântara. Nach der Tour geht es erst einmal an die Tejo-Promenade zum Entspannen. Nach der Pause gibt’s nämlich etwas zu laufen: statt die überfüllte Tram 28 zu nehmen lieber den Berg zum Castelo de São Jorge laufend erklimmen. Auf dem Weg kommt Ihr beispielsweise bei der größten Kathedrale der Stadt vorbei.

Die Burg mit ihrer Aussichtsplattform ist aber doch das wahre Highlight. Von dort bekommt man den besten Blick über die Stadt.

Spätabends sollte man dann noch mal einen Abstecher nach Bairro Alto machen und dort von Kneipe zu Kneipe flanieren. In vielen der garagenähnlichen Einrichtungen bekommt man Live-Musik von Singer-Songwritern oder gleich Fado, portugiesische Trauermelodien, geboten.

Tag 2: Cemitério dos Prazeres, Shopping & Parque Eduardo
Der Cemitério dos Prazeres ist ein gruseliger und faszinierender Friedhof in Estrela (Tram 28 Endstation). Er wurde infolge einer Cholera-Epidemie gebaut und war der erste öffentliche Friedhof Portugals, denn vorher wurden alle Toten in der Nähe ihrer Kirche begraben. Die Grabmäler sind wie eine Stadt angeordnet und spiegeln den aristokratischen und großbürgerlichen Geschmack des 19. Jahrhunderts wider. Ein Grab sticht dabei besonders hervor: Das Grab von Pedro de Sousa Holstein „beherbergt“ 200 Familienmitglieder und gilt als das größte Familiengrab Europas.

Am Nachmittag könnt Ihr rund um die Avenida da Liberdadein der Innenstadt shoppen gehen. Später könnt Ihr im Parque Eduardo den Sonnenuntergang anschauen.

Tag 3: Belém & LX Factory
In Belém erwarten euch mindestens drei Pflicht-Dinge: das Padrão dos Descobrimentos, Denkmal für die portugiesischen Seefahrer und Entdecker, den Torre de Belém, ehemaliger Leuchtturm und später Gefängnis, sowie die portugiesische Spezialität „Pastéis de Belém“. Viele schauen sich auch noch das Kloster Mosteiro dos Jerónimos von Innen an.

In der gleichen Ecke der Stadt liegt übrigens auch die LX Factory, ein aufgemotztes Fabrikgelände – oder auch: urbanes Hipsterparadies – mit modernen Shops, vielfältigen Essensgelegenheiten und allerlei Street Art. Gleich daneben findet sich das Village Underground Lisboa mit noch mehr Graffiti, Food und Skate-Park. In der Gegend kann man gut den Abend ausklingen lassen! Ein Muss ist dabei die Dachterrasse von Rio Maravilha, von der man einen perfekten Blick auf die Ponte 25 de Abril hat, die bekannte Brücke Lissabons im Golden Gate Style.

Tag 4: Sintra
Sintra liegt ca. 25 km westlich von Lissabon und ist wegen seiner beeindruckenden Paläste ein beliebtes Ausflugsziel. Wie viel Zeit man für Sintra braucht, ist abhängig davon, wie viele Paläste und Parks angeschaut werden sollen. Einen dreiviertel Tag sollte man aber mindestens einplanen. Am besten reist Ihr mit dem Bus 434 an, denn auf dieser Schleifenroute liegen die Hauptattraktionen: Palácio da Pena, Castelo dos Mouros (Maurenburg), Nationalpalast von Sintra und historische Altstadt. Für 6,90 Euro kann man die 434 den ganzen Tag fahren, für 15 Euro darf in andere Busse gewechselt werden.

Essens- und Ausgehtipps
Damit wären wir auch schon beim spannendsten Teil des Lissabon Travel Guides angekommen: Den Food-Empfehlungen!

• The Mill zum Frühstücken (mind. 15 Minuten Wartezeit). In der Rua do Poço dos Negros finden sich zudem Hello, Kristof und Café Boavida, die ebenso vielversprechend aussahen.

• Casa da India für authentische Grillgerichte (natürlich auch Fisch)

• Zero Zero für Pizza und feinste Antipasti

• To.B To Burger or not to Burger für, na klar, Burger mit wirklich leckerem Fleisch

• Manteigaria für die besten Pasteis de Nata der Stadt (ich finde die sogar besser als die aus Belem!)

• Rio Maravilha in der LX Factory (s.o.) und Pensão Amor für Drinks in entspannter Atmosphäre.



AUTOR
Ines Kirchner
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    12. Juli 2018, 10:00 Uhr
    Aktualisiert:
    12. Juli 2018, 10:21 Uhr