Internet-Tipp: Auch im Urlaub online

Technik Endlich ist wieder Ferienzeit und die meisten von Euch werden sicherlich in den Urlaub fahren. Doch im Jahr 2016 will man auch im Urlaub nicht ganz ohne Internet dastehen – welche Optionen gibt es also und was sollte man beachten?

  • Zwei von drei Deutschen verreisen nur mit Smartphone

    Einmal lächeln, bitte – und dann geht das Urlaubsfoto auch schon direkt an die daheimgebliebenen Freunde via WhatsApp: Internet sei dank! Foto: Maria Teijeiro (E.ON Energie Deutschland GmbH)

Die einfachste und naheliegendste Option ist das Benutzen von WLAN­Hotspots, wie sie in den meisten Hotels und Restaurants vorhanden sind. Durch sie ist ein unkomplizierter Zugang ins Internet möglich. Leider schwankt die Qualität des angebotenen Internetzuganges stark: Es kann sehr gut sein, dass der Zugriff kostenpflichtig, sehr langsam oder nur an bestimmten Orten, wie beispielsweise der Hotellobby und nicht auf dem eigenen Zimmer, verfügbar ist. Teilweise sind sogar bestimmte Websites oder Dienste gesperrt. Außerdem ist bei offenen Netzen, die kein Passwort verlangen, immer Vorsicht geboten. Die Daten werden bei solchen Netzen grundsätzlich erst einmal unverschlüsselt – und somit für jeden anderen, der sich im Netz befindet, lesbar – übertragen.

Früher konnten so zum Beispiel WhatsApp­Nachrichten oder Facebook-Login-Daten mitgelesen werden, was heute dank Verschlüsselung vonseiten der Betreiber glücklicherweise nicht mehr möglich ist. Es kommt somit auf die Website oder auch die App an, eine verschlüsselte und damit sichere Verbindung herzustellen. Trotzdem sollte in diesen offenen Netzen lieber davon abgesehen werden, Dienste wie Online­Banking und ­Shopping zu verwenden, wo wichtige Daten ausgetauscht werden.

Internetzugang mit dem Handy über eine Roamingoption des Anbieters

Eine andere Möglichkeit ist der Internetzugang mit dem Handy über eine Roamingoption des Anbieters. Vorteil bei dieser Möglichkeit ist, dass man seine eigene SIM­Karte und somit seine Handynummer während des Urlaubs behält. Dadurch ist man für SMS und Anrufe auch weiterhin erreichbar. Die meisten Roamingoptionen für Prepaid­Karten umfassen allerdings nur europäische Länder, bei einem Urlaubsland auf einem anderen Kontinent wären diese Optionen daher keine Wahl. Aber auch bei den Optionen für Europa sind die Kosten im Vergleich zum Gebotenen ziemlich hoch. Für WhatsApp und sehr sporadisches Internetsurfen reichen die Datenmengen gerade noch, doch Video­ oder Musikstreaming sind damit nicht zu bewerkstelligen. Letzteres fällt aber sowieso aufgrund der stark eingeschränkten Geschwindigkeit im Roaming flach. Sollte man sich doch noch für so eine Option entscheiden, ist es hilfreich, die Hintergrunddaten zu beschränken. Damit rufen Apps nur noch Daten aus dem Internet ab, wenn Ihr sie öffnet –das schont Euer Datenvolumen. Unter Android findet man diese Option normalerweise unter Einstellungen, Datenverbrauch, bei iPhones unter Einstellungen, Allgemein, Hintergrundaktualisierung. Bei Vertragskunden gibt es schon bessere Optionen, allerdings haben diese dann meist auch eine Laufzeit von zwölf Monaten und werden bei ein- oder zweimal Urlaub im Jahr viel zu teuer.

Die letzte Möglichkeit ist die Nutzung eines lokal ansässigen Mobilfunkanbieters. Diese bieten eigentlich immer die meiste Leistung für wenig Geld, aber dafür müsst Ihr die SIM­Karte in Eurem Handy mit der neu gekauften austauschen. Anrufe und SMS auf Eure eigentliche Handynummer kommen daher nicht an, WhatsApp funktioniert allerdings wie gewohnt. Eine große Hilfe, einen guten Tarif zu finden, ist dabei das Prepaid-Sim-Wiki (http://prepaid­data­sim ­card.wikia.com), das für 140 Länder weltweit alle nötigen Informationen liefert: Welche Anbieter und Tarife gibt es, welche Voraussetzungen und Einschränkungen gilt es zu beachten, wo kann man die SIM­Karten kaufen? Allerdings werden dafür Englischkenntnisse benötigt. Bei den Voraussetzungen findet man dabei immer die Frequenzen, auf denen der Mobilfunkbetreiber funkt.
Diese müsst Ihr mit den unterstützten Frequenzen Eures Handys abgleichen, die sich relativ schnell mit „Handyname + Frequenzen“ bei Google finden lassen. Denn wenn das Handy die Frequenzen nicht unterstützt, lässt sich auch keine Verbindung aufbauen. Zumindest aber im europäischen Raum sollte es nur sehr selten Probleme damit geben.



AUTOR
Fabian Liebehenz
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    22. Juli 2016, 15:48 Uhr
    Aktualisiert:
    20. Dezember 2016, 03:33 Uhr