Plastik-Fasten: Verzicht auf Folien, Tüten und Co.

Umwelt Die Fastenzeit läuft seit knapp fünf Wochen – eine Zeit der Selbstgeißelung, weil man sich aus größtenteils scheinheiligen Gründen Schokolade, Alkohol oder Fleisch verbietet. Fand ich dieses Jahr unnötig. Weil ich aber immer mehr darüber gelesen habe, wie schlecht Plastik und Verpackungen für die Umwelt sind, faste ich jetzt in dieser Beziehung. Und zwar dauerhaft.

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  • Plastiktüte

    Kurzer Zwischenstopp für diese Plastiktüte... bald zieht sie weiter und macht der Umwelt Ärger. Foto: Patrick Pleul (dpa-Zentralbild)

  • Kampagne "Becherheld - Mehrweg to go"

    Sieht cooler aus als ein One-Way-Becher und schont die Umwelt! Foto: Klaus-Dietmar Gabbert (dpa)

Der Witz ist, wenn man einmal damit angefangen hat, fällt einem erst auf, was alles unnötig mit Zellophan umwickelt ist. Total verrückt. Geht man zum Beispiel im Supermarkt einkaufen, ist jede einzelne Gurke in einer Folie eingeschweißt. Jeder Salat, einfach alles! Und das Obst, das man lose kaufen kann, stecken die meisten Kunden wie in einem Automatismus selber in Plastiktüten. Du kaufst einen Apfel und zwei Zitronen? Her mit den Plastiktüten!

Obst und Gemüse - kommt nicht in die Tüte!

Irgendwann habe ich dann angefangen, diese Obst- und Gemüsetüten einfach wegzulassen und rechnete eigentlich fest damit, von der Kassiererin angepflaumt zu werden – es war dann aber überhaupt kein Problem. Für einen selbst als Verbraucher ist es einfach eine Gewöhnungssache. Genauso wenig braucht man die großen Einkaufstüten, wenn man stattdessen einfach einen Stoffbeutel mit zum Supermarkt nimmt. Was natürlich die beste Alternative ist: Einfach direkt auf dem Wochenmarkt oder im türkischen Laden einkaufen. Und das (frische und günstige) Obst und Gemüse kann sozusagen „atmen“, so komplett ohne durchsichtiges Geschenkpapier…

Natürlich kann man es auch übertreiben – es gibt diese Menschen, die voller Stolz ein Glas auf ihrem Küchentisch stehen haben, in welches der Verpackungsmüll des ganzen vergangenen Jahres passt. In der Nähe von München lebt zum Beispiel eine Frau, die nahezu jegliches Plastik aus ihrem Alltag verbannt hat. Sie würde sich natürlich niemals selbst als fanatischen Öko bezeichnen. Allerdings kann sie mittlerweile ihren Beruf auch nur noch zwei Tage die Woche ausüben – die anderen fünf Tage hält sie Vorträge gegen Verpackungs-Sünder und ist eben damit beschäftigt, kein Plastik zu verbrauchen. Ganz schön anstrengend, Zahnpasta selbst herzustellen und Läden zu finden, die Holzzahnbürsten verkaufen.
Mal abgesehen vom Plastik ist da noch so eine Sache, die mich stört – wenn man nämlich in einem dieser SB-Backshops sitzt und zählt, wie viele Menschen einen Coffee to Go kaufen. Was an sich ja überhaupt nicht verwerflich ist, wenn nicht für jeden Latte macchiato ein Pappbecher und der dazugehörige Deckel „draufgingen“.

Kein Problem mit dem eigenen Becher

Vor zwei Jahren bekam ich von einer Freundin einen ziemlich coolen Mehrwegbecher geschenkt, der mein wichtigster Begleiter für die Uni und für Städtetouren geworden ist. Anfangs haben die Angestellten der Bäckereien komisch geguckt, wenn ich meinen Becher unter den Kaffeeautomat stellte, aber eigentlich ist es kein Problem. Und man hat direkt ein besseres Umweltgewissen. Wenn also das nächste Mal Freunde Geburtstag haben oder ein anderer Anlass kommt, hat man schon ein cooles Geschenk! Und für den nächsten Wocheneinkauf – einfach mal die Plastiktüten weglassen! Wenn man einmal damit angefangen hat, macht es richtig Spaß.


AUTOR
Sophia Daniel
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    14. März 2016, 11:40 Uhr
    Aktualisiert:
    14. März 2016, 13:50 Uhr
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