Technik täglich: Wo landen meine Daten und wie schütze ich sie?

Vor einiger Zeit hatte mir Jugendredakteurin Anna hier aus dem Scenario-Team eine ziemlich interessante Frage gestellt: Sie wollte wissen, wo genau die Inhalte landen, die über die sozialen Netzwerke und Apps wie Facebook, WhatsApp oder Snapchat verschickt werden. Ich glaube, mit ihrer Frage steht sie nicht alleine da – Grund genug, der Sache einmal auf den Grund zu gehen: Heute erkläre ich also alles zum Datenschutz.

  • Datenschutz

    Wir posten in sozialen Netzwerken und möchten gleichzeitig unentdeckt bleiben. Schwer möglich, oder? Foto: Julian Stratenschulte (dpa)

Wo werden die Inhalte gespeichert? Das Problem bei dieser Frage ist, dass sie unglaublich schwierig zu beantworten ist. Grundsätzlich werden alle Inhalte von den Nutzern auf Server hochgeladen, die in einem Rechenzentrum stehen. Doch wo genau das Rechenzentrum selbst steht, ist immer abhängig von der jeweiligen App oder Internetseite.

Hinzu kommt, dass viele Betreiber keine eigene Infrastruktur besitzen, da diese sehr kostenintensiv ist. Stattdessen werden Ressourcen bei Anbietern wie Google oder Amazon angemietet, die weltweit mehrere Rechenzentren besitzen und somit eine optimale Verfügbarkeit für die Seiten ihrer Kunden gewährleisten können. Für diese globale Verfügbarkeit werden die Daten dann aber nicht nur auf einem, sondern verteilt auf mehrere Server an unterschiedlichen Standorten gleichzeitig hochgeladen. Außerdem werden wichtige Daten von den Anbietern auch regelmäßig separat als Back-up gespeichert.

Der Nutzer muss alles selbst überprüfen

Wo genau die Daten nun landen, was mit ihnen passiert und wie lange sie zwischengespeichert werden, muss der Nutzer also stets selbst überprüfen – die Datenschutzbestimmungen lassen sich bei jedem seriösen Angebot irgendwo finden. Snapchat speichert seine Daten beispielsweise auf den Servern von Google, WhatsApp nutzt mittlerweile die Infrastruktur von Facebook. Beide Dienste geben an, dass über die jeweiligen Apps versendete Nachrichten nach der Zustellung gelöscht oder maximal 30 Tage lang aufbewahrt werden, wenn die Zustellung nicht möglich sein sollte. Doch diese Angaben sind natürlich komplette Vertrauenssache – einen Beweis, dass die Löschung auch wirklich erfolgt, gibt es schließlich nicht.

Zudem fallen bei der Nutzung einer App auch weitaus mehr Daten als die Nachrichten selbst an, durch sogenannte Metadaten – wie beispielsweise die Zeitpunkte der Nutzung – lassen sich bereits viele Schlüsse über eine Person ziehen, doch in den Datenschutzbestimmungen bleiben sie oftmals unbeachtet.

Dürfen die Unternehmen das denn auch? Dabei stellt sich dann doch die Frage, in welchem Umfang die Betreiber überhaupt dazu berechtigt sind, solche Daten zu sammeln. Doch feste Regeln gibt es hier auch erst mal keine, grundsätzlich dürfen alle Daten gesammelt werden, solange Ihr darüber informiert werdet und der Sammlung sowie Verwendung zustimmt. Dies geschieht über das Akzeptieren der AGB, der Nutzungsbedingungen oder der schon erwähnten Datenschutzbestimmungen. Zwar gelten für die Unternehmen auch gesetzliche Vorschriften, doch hier bestimmt der Sitz des Unternehmens sowie der Ort der Datenverarbeitung, welche Datenschutzgesetze ihre Anwendung finden. Manchmal ist es halt doch hilfreich, die Bedingungen erst zu lesen und dann zu akzeptieren. ;)


AUTOR
Fabian Liebehenz
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    4. Juli 2017, 14:50 Uhr
    Aktualisiert:
    24. März 2018, 03:34 Uhr
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