DTB-Team setzt gegen Argentinien auf Heimvorteil

Von Benjamin Haller, dpa am 09. Februar 2012 15:32

Bamberg (dpa). Nach 1603 Tagen Davis-Cup-Pause fiebert Tommy Haas seiner Rückkehr entgegen, doch zunächst muss sich der 33-Jährige gedulden. Denn gegen die favorisierten Argentinier sollen am Freitag die Lokalmatadoren Florian Mayer und Philipp Petzschner die Weichen Richtung Viertelfinale stellen.

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Das deutsche Davis-Cup-Team: Cedrik-Marcel Stebe, Tommy Haas, Philipp Petschner, Florian Mayer und Patrick Kühnen (v.l.). Foto: Daniel Loeb

Tennis-Routinier Haas darf in der Bamberger Stechert Arena erst am Samstag im Doppel an der Seite von Petzschner ran. «Ich sehe mich selber so ein bisschen wie eine Wildcard im Team», sagte Haas. Nach der Auslosung im prunkvollen Spiegelsaal der Harmonie Bamberg versicherte der gut gelaunte Haas, mit der Entscheidung von Teamchef Patrik Kühnen keine Probleme zu haben. «Ich versuche nur, so gut wie möglich meinen Einsatz beizutragen» sagte der langjährige Leader.

Zunächst sollen es für den dreimaligen Cup-Gewinner also die Bayreuther Mayer und Petzschner richten, für die die Erstrundenbegegnung auf Sand ein richtiges Heimspiel ist. Doppelspezialist Petzschner habe sich im Training «sehr, sehr stark» präsentiert und es verdient, am Freitag das erste Einzel gegen Argentiniens Topspieler Juan Mónaco zu bestreiten, begründete Kühnen die «strategische Entscheidung».

Anschließend soll die deutsche Nummer 1 Florian Mayer in der Stechert-Arena gegen den einstigen Weltranglisten-Dritten David Nalbandian auftrumpfen. «Das wird superschwierig», sagte Mayer. Komplettiert wird das Team von Cedrik-Marcel Stebe, der für den erkrankten Philipp Kohlschreiber nachnominiert wurde.

Kühnen schloss nicht aus, am Sonntag im Einzel Haas aufzustellen. Gerade falls es vor der abschließenden Partie 2:2 stehen sollte, könnte die Erfahrung des Wahlamerikaners ein Trumpf sein. «Sicherlich gibt es die Möglichkeit», antwortete Kühnen auf die Frage, ob er Haas eventuell für das letzte Einzel aufbietet.

So oder so - Haas ist in Oberfranken der Mann, um den sich alles dreht. Zumal der beste deutsche Tennisspieler der vergangenen 15 Jahre durch Kohlschreibers Ausfall urplötzlich auch eine Option fürs letzte Einzel ist. Davon will sich der Routinier, der im Davis Cup die stolze Bilanz von 22:8 Siegen vorweisen kann, aber nicht verrückt machen lassen. Stattdessen gab sich die frühere Nummer zwei der Tennis-Welt wie gewohnt kämpferisch: «Wir haben Heimvorteil, und das müssen wir versuchen zu nutzen.»

Ob es richtig war, gegen die Vorjahresfinalisten auf deren Lieblingsbelag Sand anzutreten, wird sich allerdings erst noch weisen müssen. «Es war ganz eindeutig so, dass sich die Mehrheit im Team für Sand ausgesprochen hat», erläuterte Kühnen. Die Argentinier sind mit der Belagwahl aber ebenfalls hochzufrieden. So hatte etwa erst in der Vorwoche der Weltranglisten-23. Mónaco das Sandplatzturnier im chilenischen Vina del Mar für sich entschieden.

Der Unterstützung des Publikums können sich Haas und Co. gegen die ohne ihren Topspieler Juan Martin del Potro angereisten Südamerikaner sicher sein. In der Heimstätte des deutschen Basketball-Meisters Brose Baskets Bamberg sind am Freitag alle 4800 Plätze besetzt, echte Davis-Cup-Stimmung ist in «Freak City» garantiert. «Wir wollen vor vollen Rängen auf Angriff spielen», sagte Kühnen. Angesichts einer 2:5-Bilanz gegen die Gäste hat die DTB-Auswahl, deren Partie zum Ärger Kühnens nicht live im TV gezeigt wird, dies auch bitter nötig.

Haas jedenfalls ist optimistisch, dass gegen Argentinien der erste Sieg seit 21 Jahren gelingt. «Und wer weiß, was dann noch alles drin ist. Vielleicht können wir noch einen Schritt weitergehen als das Halbfinale 2007», sagte der 33-Jährige. Zuletzt hatte er am 21. September 2007 gegen Igor Andrejew in Moskau für sein Land gespielt und in drei Sätzen verloren. Danach musste Haas für den Rest des Halbfinales erkrankt passen. Es wäre alles andere als ein rühmlicher Abschluss in der Bilanz des leidenschaftlichen Davis-Cup-Kämpfers.

Sport-Blog von Olaf Krimpmann

Olaf Krimpmann

Ballaballa? Muss man nicht sein, um über Sport zu philosophieren. Manchmal hilft’s allerdings schon. Sportredakteur Olaf Krimpmann (41) jedenfalls liebt den Sport. So sehr, dass er sich sogar freiwillig in die Hallen und auf die Plätze bewegt. Dass dort nicht nur der Ball rund ist, sei schon jetzt verraten. Mehr zum Thema Bälle – große wie kleine – und Sport in all seiner Pracht gibt’s jedenfalls hier.

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