Vettels Auftakt: Dritter - Neuer Helm weist den Weg

Von Jens Marx, dpa am 09. Februar 2012 20:53

Jerez de la Frontera (dpa). Erstmals nach dem Saisonfinale am 29. November 2011 gab Sebastian Vettel wieder auf der Rennstrecke Gas. Bei seiner Test-Premiere mit dem neuen Red Bull RB8 belegte der Doppelweltmeister der Formel 1 auf dem Circuito de Jerez den dritten Platz.

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Sebastian Vettel saß mit neuem Helm am Steuer des neuen Red Bull RB8. Foto: David Ebener

«Das erste Gefühl passt», sagte der Heppenheimer sichtlich wohlgestimmt über sein neues Auto. Schneller als er waren lediglich Nico Rosberg im Mercedes-Vorjahreswagen, der noch vom alten Design profitiert, und der neue Lotus, diesmal mit dem Franzosen Romain Grosjean am Steuer. Ex-Weltmeister Lewis Hamilton kam mit dem neuen McLaren auf Platz vier, der zweimalige Champion Fernando Alonso mit dem muckenden Ferrari nur auf Rang sieben.

Nach kleineren Störungen am Morgen spulte Vettel nachmittags mit neuem Helm, auf dem alle 20 Rennorte zu sehen sind, sein Programm ab. «Es macht schon wieder richtig Laune und Spaß, im Auto zu sitzen. Man fühlt sich zu Hause», sagte Vettel. «Es wurde langsam auch wieder Zeit.»

Den Auftritt seines Starpiloten ließ sich auch Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz nicht entgehen. Der österreichische Milliardär kam eigens für ein paar Stunden eingeflogen. Verpasst hatte er allerdings Vettels erste Runden mit dem neuen Auto, das den 24-Jährigen zum dritten Titel in Serie führen soll.

Unmittelbar nachdem die 4,42 Kilometer lange Strecke freigegeben worden war, absolvierte Vettel seine ersten Kilometer. Allerdings wurde der Tatendrang des Titelverteidigers kurz danach jäh gestoppt. Nach einem Abflug des neuen Force-India-Testfahrers Jules Bianchi musste die Strecke für 20 Minuten gesperrt werden.

Kaum wieder freigegeben, brachte Vettel den RB8 bei gerade mal drei Grad wieder auf Betriebstemperatur. «Es war knackig frisch», meinte Vettel, der wegen der Regeländerungen über weniger Grip klagte. «Es rutscht halt mehr», betonte er. Es sei aber kein Schreck gewesen, sondern was zu erwarten war.

Und die Erwartungen bei Red Bull sind verständlicherweise groß. «Wir wollen beide Trophäen verteidigen. Sie sehen perfekt in unserer Vitrine in der Fabrik aus», sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Wie die Konkurrenz aufgestellt ist, sei noch schwer einzuschätzen, meinte sein Fahrer Vettel, als er ausgiebig Rede und Antwort zwischen zwei großen Red-Bull-Trucks stand.

Allerdings hätten die Teams, die «hier viele Runden fahren und gut dastehen» auch gute Voraussetzungen, am Anfang der Saison ebenfalls vorne dabei zu sein. Namentlich führte Vettel Lotus mit Rückkehrer Kimi Räikkönen - Bestzeit am Dienstag zum Auftakt - auf. «Bei Ferrari weiß man noch noch nicht», betonte Vettel hingegen.

Aus den Reihen der Scuderia klang die erste Zwischenbilanz indes eher schon alarmierend. «Wir haben noch viel Arbeit vor uns», betonte Felipe Massa. «Es ist erst der Anfang einer großen Aufgabe, um ein zuverlässiges und leistungsfähiges Auto zu bekommen», meinte der Brasilianer. Dass Alonso am Donnerstag dann unfreiwillig Zeit für ein ausgiebiges zweites Frühstück gehabt hätte, passte ins Bild: Ein Hydraulik-Problem am neuen F2012 musste behoben werden.

Allerdings blieb auch Vettel knapp eine Stunde am Vormittag in der Box. Der Hebel zur Bremsbalance-Verstellung im Cockpit war abgerissen. Kurz vor Mittag konnte Vettel auf dem ehemaligen Grand-Prix-Kurs wieder seine Fahrlust befriedigen und das Gefühl fürs Auto bekommen. «Man braucht schon ein bisschen Zeit, um wieder reinzukommen», meinte Vettel. Nach 40, 50 Runden sei das Thema aber abgehakt.

Auch die Bilanz nach dem ersten Tag fiel positiv aus: «Wir sind ganz gut im Fahrplan.» An diesem Freitag geht es für Vettel weiter. Mit der Taufe für seinen neuen Wagen will er sich hingegen noch ein bisschen Zeit lassen: «Wir haben auch keine Eile.»

Sport-Blog von Olaf Krimpmann

Olaf Krimpmann

Ballaballa? Muss man nicht sein, um über Sport zu philosophieren. Manchmal hilft’s allerdings schon. Sportredakteur Olaf Krimpmann (41) jedenfalls liebt den Sport. So sehr, dass er sich sogar freiwillig in die Hallen und auf die Plätze bewegt. Dass dort nicht nur der Ball rund ist, sei schon jetzt verraten. Mehr zum Thema Bälle – große wie kleine – und Sport in all seiner Pracht gibt’s jedenfalls hier.

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