Den roten Ball auf weißem Untergrund fest im Blick: Der Preuße Radovan Vujanovic (l.) und Babelsbergs Ronny Surma.
Eine Restrunde im Niemandsland? Wenn die Mannschaft so auftritt wie im kalten Potsdam, könnte die dennoch sehr interessant werden. Das Sturmduo Marco Königs und Radovan Vujanovic bewies, dass zwei zentrale Spitzen ein äußerst homogenes Gespann abgeben können, wenn sie sich so rustikal und gleichsam grazil bewegen wie in Brandenburg.
Ideale Ergänzung
Beide ergänzten sich ideal, obwohl sie sich erst drei Tage kannten. Leidtragender könnte Björn Kluft sein, der beste Preuße des Herbstes. Er musste sich mit der Rolle des ersten Jokers arrangieren, bleibt aber natürlich stets ein Stammplatzanwärter.
Der war Marco Riemer seit seiner Verpflichtung im Juli eigentlich nie. Selten erhielt der 23-Jährige das Vertrauen. Und wenn, konnte er es nicht rechtfertigen. Bis Pavel Dotchev kam und ihn auf der bisherigen Problemstelle des Rechtsverteidigers brachte. „Er hatte sich diese Chance verdient. Wir haben ihn im Training dort getestet, und es hat gut geklappt“, sagte der Trainer. „Diese Leistung hat er bestätigt.“ Der Rotschopf ging aggressiv im Zweikampf zu Werke, fand zudem die richtige Dosierung zwischen präzisem Zuspiel und Befreiungsschlag.
Die rechte Seite des Aufsteigers war damit Wolbecker WG-Gebiet. Riemers Mitbewohner nämlich, Benjamin Siegert, den der SCP im Sommer am selben Tag wie den Ex-Jenaer präsentierte, gab sein Drittliga-Comeback nach knapp fünf Monaten Zwangspause wegen gleich dreier Knieverletzungen. Dotchev setzte jetzt wieder auf den zweitligaerfahrenen Außenspieler, der mit einer Flanke nicht nur das 2:0 einleitete, sondern auch einige weitere gelungene Aktionen anbot und den Rückwärtsgang nie scheute.
Derbe Minustemperaturen
Dass nicht alles klappen kann nach so einer langen Auszeit, steht außer Frage. Aber wenn etwas schief ging, sprang eben ein Kollege ein.
Und so zeigten die Preußen in Babelsberg, dass sie auch nach dem Trainerwechsel eine echte Mannschaft sind. Und echte Männer. Trotz fast zweistelliger Minustemperaturen lief kein Feldspieler in langer Unterhose auf. Auch das ist bemerkenswert.








