Ballfertiger Spielmacher: Auch im Fallen rückt Zamal Nixon das Spielgerät so schnell nicht heraus. Foto: Braucks
23,8 Punkte im Durchschnitt, dazu sieben Korbvorlagen pro Spiel: Zamal Nixon hat sich nicht nur aus dem Stand zu einem Anführer der RheinLand Versicherungen Hertener Löwen aufgeschwungen. Der Hertener Winter-Neuzugang ist gleich zu einem der wertvollsten Spieler in der 2. Liga ProB aufgestiegen. Da drängt sich eine Frage förmlich auf.
„Wann“, so hakte ein besorgter Löwen-Fan während der Pressekonferenz nach dem 95:84-Erfolg gegen den SC Rist Wedel am Mittwoch nach, „erhält Zamal endlich ein Trikot mit seinem Namen darauf?“ Gute Frage.
Nun, es sei ja alles noch viel schlimmer, konterte Trainer Boris Kaminski, nicht mal passende weißen Socken habe der Verein Zamal Nixon bislang zur Verfügung stellen können. Man arbeite daran.
Nur eine Frage der Zeit also, bis der US-Amerikaner auch in Sachen Kleidung mit seinem Team harmoniert. Sportlich gelingt Nixon das längst, so als hätte er bereits die gesamte Saison über mit den Kollegen zusammengearbeitet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Fünf Siege in Serie – die Löwen sind das Team der Stunde in der ProB.
„Man merkt’s an der Stimmung, mit der die Spieler in die Halle kommen“, sagt Trainer Boris Kaminski. „Wir reiten derzeit auf einer Welle, und die wollen wir weiter nutzen.“ Heute Abend etwa, im Kreisderby gegen die BG Dorsten. Dabei wäre Boris Kaminski hoch zufrieden, wenn seine Mannschaft ans Hinspiel in der Dorstener Juliushalle anknüpfte. Im Spätherbst 2011 lieferten die Löwen dort eine ihrer besten Saisonleistungen ab und setzten sich klar mit 95:67 durch. Noch ohne Nixon.
So einfach wird es der Aufsteiger den Hertener Basketballern aber nicht noch einmal machen, fürchtet Kaminski. „Nach einigem Verletzungspech und einer schwächeren Phase steht Dorsten wieder gut da“, sagt der Waltroper. Und das sei auch nicht überraschend. „Gerade die ersten sechs, sieben Spieler haben große Qualität.“ Der jüngste Erfolg gegen den RSV Stahnsdorf und der aktuelle fünfte Tabellenplatz belegen dies. Es muss schon viel zusammenkommen, damit die BG nicht als zweites Team aus dem Kreis neben den Löwen in die Playoffs einziehen sollte.
Folglich kann die Mannschaft von Trainer Torsten Schierenbeck heute befreit aufspielen. Und das könne durchaus gefährlich werden, so Boris Kaminski. Tendenziell liege der Dorstener Spielstil seiner Mannschaft nicht. „Wir müssen schon hellwach sein, um wieder einen so guten Start zu erwischen wie am Mittwoch gegen Rist Wedel.“ Und um die bislang makellose Bilanz 2012 zu verteidigen.


