Immer ein spaktakuläres Bild gibt das geschlossene Fahrerfeld bei den Rennen auf dem Recklinghäuser Wall ab. Foto: Nowaczyk
Dem 21 Jahre jungen gebürtigen Kölner war es zu gönnen: Koep gehörte zu den Fahrern, die das Renngeschehen auf dem Ring von Anfang an diktierten. Schon nach ein paar Runden setzte sich eine 16-köpfige Gruppe vom Hauptfeld ab und fuhr zeitweise einen Vorsprung von rund einer Minute heraus.
Der ehemalige Gerolsteiner Profi Sven Krauß, der im Hauptfeld fuhr, hatte vor dem Start zwar forsch angekündigt: „Die Bremsen haben wir heute abgebaut – in Recklinghausen geht’s ja nur nach vorn.“ So richtig energisch leitete zunächst aber niemand die Verfolgung ein.
Ob’s daran lag, dass die meisten Fahrer bereits am dritten Tag in Folge im Einsatz waren. Am Freitag war der „Radsport-Zirkus“ in Stadtlohn zu Gast (100 km), am Samstag in Gelsenkirchen (60 km). „Ich habe mich gewundert, wie leicht wir wegfahren konnten“, sagte Thomas Koep im Ziel. „Aber für mich ist das jetzt um so schöner.“
Gruppe fährt kurzzeitig zur Spitze auf
Erst in den letzten Runden geriet die Spitze in Gefahr – als eine vierköpfige Fahrergruppe mit Bahnradspezialist Giuseppe Atzeni, Schweizer mit Wohnsitz Zürich, und Elite-A-Fahrer Sebastian Flaskamp mächtig aufs Tempo drückten. Fünf Runden brauchte das Quartett, um auf dem 1,8 km langen Wallring die Lücke zur Spitze zu schließen.
Doch wer jetzt schon auf einen packenden finalen Sprint von 20 Fahrern spekulierte, den belehrte Thomas Koep schnell eines Besseren: Knapp vier Runden vor dem Ende startete der Raiko-Argon-Fahrer die entscheidende Attacke. „Das war meine einzige Chance“, sagte der 21-Jährige. „Im Sprint hätte ich heute sicher nicht gewonnen.“
Koep trat so fulminant an, dass schon eine Runde vor dem Ende feststand: Nur ein platter Reifen oder ein kapitaler Sturz würden den jungen Mann noch stoppen können. So rollte Koep nach 72 km entspannt und mit erhobenen Arm über den Zielstrich – im Hauptfeld, das er überrundet hatte. Zweiter wurde Sebastian Flaskamp, der sich im Sprint der Verfolger vor Tim Gajewak (EGN Radsport Team) durchsetzte.


