In der Parade vorneweg: Oliver Oelrich, der mit Floris den Grand Prix Special gewann. Foto: Krimpmann
In diesem Jahr war es Oliver Oelrich. Überraschend kam dessen Sieg indes nicht. Bereits in der Qualifikation am Samstag dominierte das Paar die zweite Abteilung des Grand Prix de Dressage. Dabei hatte Oelrich, der einen Ausbildungsstall in Greven betreibt und dazu Bundestrainer der Jungen Reiter ist, sich gar nicht so viel am Stimberg ausgerechnet, wie er sagte.
Vor dem Verdener Dressurfestival Anfang August habe er eigentlich nur mal testen wollen. Den achtjährigen Floris hat Oelrich erst seit vergangenen September im Beritt. Nicht ganz unkompliziert sei der Wallach anfangs gewesen, wie der Reiter sagte.
Offenbar hat Floris große Fortschritte gemacht. 72 Prozent im Special, schon im Grand Prix de Dressage hatte es ein ähnlich gutes Resultat gegeben. „Das hat heute alles ganz gut geklappt“, meinte ein zufriedener Reiter, der nun Verden gelassen entgegen sehen kann.
Dass selbst ein Olympionike nicht immer in bester Form ist, das musste Patrik Kittel erfahren. Der für den RV Appelhülsen reitende Schwede hatte im Special mit dem 13-jährigen Floresco NRW das Pferd genannt, mit dem er bereits 2008 bei Olympia in Hongkong dabei war.
Kittel wird mit Kür-Sieg versöhnt
„Da waren viel zu viele Fehler“, ärgerte sich Kittel am Ende des Rittes über den diesmal wohl wenig aufmerksamen Hengst. Mehr als Platz drei war für den sympathischen Dauergast, der die wichtigste Prüfung auf dem Silverthof auch schon gewinnen konnte, diesmal nicht drin.
Auch Kittel reiht sich damit in die lange Liste derer ein, die weiter auf einen erneuten Erfolg im „Special“ warten.
In der Kür am späten Nachmittag wurde der Schwede dann zum Glück wieder versöhnt. Mit Silvano setzte sich Kittel mit klarem Vorsprung vor Norbert van Laak mit D’ont forget und Wieger Derk de Boer mit Kupfermann durch und feierte am Ende dann doch noch einen Erfolg in Oer-Erkenschwick. Den ersten hatte er noch teilen müssen.
Die elften Dressurtage auf dem Silverthof waren wieder eine stimmige Angelegenheit. Zwar verhagelte der Dauerregen am Samstag ein wenig die Bilanz, dafür strömten am Sonntag mehr Zuschauer denn je auf die Anlage am Kühlbergweg. Bei bestem Wetter drohte gar der Getränkestand aufs Trockene gesetzt zu werden, Knut Wingender musste extra los und frische Getränke nachordern.
Angesichts des erneut prominenten Teilnehmerfeldes verwundert solch ein Andrang nicht. Auf zwei bekannte Namen mussten die Reitsport-Anhänger am Sonntag allerdings verzichten.
Obwohl sie sich für das Finale am Sonntag qualifiziert hatten, verzichteten Helen Langehanenberg mit Fürst Khevenhüller und Christoph Koschel mit Franziskus auf einen Start am Sonntag. Was bei Koschel bekanntermaßen handfeste Gründe hatte:
Samstagabend feierte seine Schwiegermutter ihren 80. Geburtstag. Da wollte der aktuelle Zweite der deutschen Dressurrangliste am Tag danach einmal ausschlafen.


