Die digitale Fotografie hat aber auch ihre Schattenseiten. Sind die Bilder wirklich noch "echt"? Für Außenstehende ist das oft nur schwer nachzuvollziehen, sogar Profis haben da mitunter ihre Schwierigkeiten.
Nun sind auch wir in der Redaktion durchaus mal genötigt, ein bisschen zu tricksen. Bauch-weg und so gibt's bei uns selbst bei größter Versuchung/akutem Anlass natürlich nicht, allenfalls wird mal der Ball im Bild um ein paar Zentimeter verrückt. Aber auch nur in Ausnahmefällen, ich schwöre es!
Ausnahmen sind im Sport eigentlich auch Trainerwechsel. In einigen Sportarten sind sie ganz, ganz selten (da fällt mir gerade keine ein), in anderen schon mal häufiger. Da komme ich jetzt ganz spontan auf den allseits beliebten Fußballsport.
Wie ich nun auf Fotos mit Fußball verbinde? Kein Problem. Wer sich in diesen Tagen beispielsweise über die Westfalenliga-Kicker des DSC Wanne-Eickel informieren möchte, kann das übers Internet ganz leicht tun. Da lächeln sie einen dann auf dem Mannschaftsbild an, ein Zouhair Allali etwa, ein Tim Dosedal, ein Tobi Ritz. Im kurzen Dress, auf dem sattem Sommergrün der Mondpalast-Arena, hinter der sich im Wind leicht die blätterbehängten Bäume biegen.
Hinten rechts lächelt Jürgen Wielert in die Kamera. Der ist in der Tat Trainer beim DSC - aber erst seit Januar.
Kommen wir also zum allseits beliebten Suchbild: Wo ist der Fehler? Kleiner Tipp: Es ist nicht der linke Torwarthandschuh. Schauen sie rechts. Rechts hinten...
Immerhin Respekt vor den Computerkünsten des Wanner Webmasters; Zack, ein neuer Kopp ist montiert. Ist ja auch nicht ganz sooo viel Arbeit. War sie auch nie.
Wenn beispielsweise früher in der UdSSR ein neuer Vorsitzender im Politbüro der KPDSU gewählt wurde, musste auch irgend ein Genosse im Kreml erst das Bild des alten Vorsitzenden vom Nagel nehmen und eins vom neuen aufhängen. Chrustschow weg, Breschnew dran. Einfach, aber konsequent.
In Wanne musste Klaus Berge nun doppelt dran glauben. Erst als Trainer, dann als Kopf - letzterer wurde mit ein paar flinken Mausklicks entfernt, dafür ein strahlender Jürgen Wielert platziert. Klick und weg. Fast so einfach wie damals im Kreml, nur irgendwie anders. Moderner, aber die Wirkung, die ist doch irgendwie die gleiche, oder?


