Natürlich weiß ich nur zu gut, woher die stammen. Vom fetten Raclette-Käse, dem noch leckereren Valpolicella und dem einen oder anderen Pfund Nüsse, das ich in den letzten beiden Tagen knackte. Da brauchte ich keine Printen, Lebkuchen oder Dominosteine, die ich sowieso nicht mag. Zwei Kilo!
Also was nun? Sport treiben wäre eine Möglichkeit, die ich nun ernsthaft in Erwägung ziehe. Mal nicht den Lift nehmen auf den Weg in die Redaktion, sondern die Treppen hochlaufen, zum Beispiel. Doch wie oft müsste ich laufen, um zwei Kilo zu verlieren? Zumal es noch besser wäre, es wären vier oder fünf, die irgendwann mal runtergingen und das möglichst schnell.
Um allen Spekulationen vorzubeugen: Eine Amputation mir wichtiger Gliedmaßen kommt jetzt nicht in Frage, ich brauche es auf die sanfte Tour.
Dabei bin ich in den nächsten Wochen bei so vielen Sportereignissen dabei: Hallenfußballturniere, Reitturniere, Silvesterläufe, Tennisturniere... Wenn ich da doch nur selbst mitmachen könnte.
Aber beim Mitternachtscup der DJK Spvgg. Herten sind mir als Handballkeeper die Tore zu groß, beim Silvesterlauf verwackeln die Bilder so schnell, wenn man selbst mitläuft, und meine Tenniskünste liegen schon ein paar Jahre zurück und ich fürchte, ich würde beim Giersch-Wasmuth-Turnier schon in der Quali von irgendeiner mittelprächtigen 15-Jährigen 0:6, 0:6 aus der Halle gefegt.
Bleiben noch die Reitturniere in Alt-Marl und in Gahlen. Aber, Sie ahnen es sicher schon, auch hier bin ich nicht um eine Ausrede verlegen. Ich habe nämlich gar kein Pferd (abgesehen davon, das ich überhaupt nicht reiten kann).
Tja, bleibt also nur eins: Zuschauen und um jeden Pommes- und Bratwurststand einen großen Bogen machen. Vielleicht muss ich mir das mit der Amputation dann doch noch überlegen. Oder unseren alten Staubsauger im Keller umbauen - zum Fettabsaugen...


