Tja, was nun? Ich gebe ja zu, dass ich durchaus jemand bin, der Sport in allen Lagen und Variationen gerne sieht, der sogar Dressurreiten mittlerweile relativ aufmerksam verfolgt. Aber, und dabei bleibe ich, Fernsehen ist nicht annähernd so gut wie selbst dabei zu sein.
Die Kollegen in der Sportredaktion sehen das offenbar anders. Deren (berechtigte!) Bedingung für einen Umzug in die Redaktion nach Recklinghausen vor wenigen Wochen war, dass dort auch ein Fernsehanschluss verlegt würde. Was auch geschah. Und selbst wenn man die Kollegen nicht kommen hört, man spürt sofort, wenn jemand zum Dienst erscheint. Weil nämlich die erste Amtshandung die ist, die Glotze anzumachen.
So begleiten mich an meinem heutigen Arbeitstag erst der "Doppelpass" mit irgendwelchen Bier trinkenden, angeblichen Fußball-Experten, dann die 2. Liga im Fußball (u.a. mit dem Schocker Cottbus - Duisburg) und zu guter Letzt wohl auch 10 km Langlauf und Snooker. Wie gesagt: Ich hab' nix dagegen. Aber ich bin eben einer, der durchaus schon mal ein Länderspiel im Fernsehen verpasst, weil es Besseres zu tun gibt, als in die Glotze zu schauen.
Denn machen wir uns doch nix vor: Ist es nicht viel aufregender, hautnah dabei zu sein, wenn bei der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft ein Kreisliga-B-Spieler zur Blutgrätsche ansetzt, als wenn irgendein halbbegabter Angreifer des FSV Mainz 05 den Ball drei Meter übers leere Tor drischt?
Wobei die Grätsche nur die Keimzelle all dessen ist, was dann in der Regel passiert... Wenn die Halle bebt und man mittendrin ist. DAS ist live!
Trotzdem allen Sportlern ein friedliches und gesundes Weihnachten. Ich bin wieder weg. Mich langweilen. Denn der Fernseher bleibt aus. Wenigstens bis Dienstag. Da ist DFB-Pokal, den KÖNNTE man ja gucken. Aber nur ausnahmsweise.


