Fehlstart ist perfekt: Schalke verliert 0:2 gegen „Lieblingsgegner“ Hertha

Gelsenkirchen Am Anfang war die Statistik: Schalke hatte die letzten zehn (!) Heimspiele gegen Hertha BSC gewonnen, neun davon ohne Gegentor. Mehr „Lieblingsgegner“ geht also nicht. Am Ende stand die Realität: Eiskalte und nervig auf Zeit spielende Berliner gewannen auf Schalke mit 2:0 (1:0) und machten den Fehlstart der Königsblauen perfekt: Zwei Spiele, null Punkte.

  • FC Schalke 04 - Hertha BSC

    Das war es: Der Freistoß von Ondrej Duda landet im Schalker Tor, es steht 0:2. S04-Torhüter Ralf Fährmann hat das Nachsehen Foto: Guido Kirchner (dpa)

Trainer Domenico Tedesco hatte sein Team im Vergleich zur 1:2-Niederlage in Wolfsburg auf vier Positionen umgestellt. Auf den gesperrten Matija Nastasic (Rote Karte) musste er verzichten, ansonsten brachte er Nabil Bentaleb, Yevhen Konoplyanka, Sebastian Rudy und Breel Embolo für Suat Serdar, Amine Harit und Guido Burgstaller.

Die erste Viertelstunde der Partie gehörte Schalke: In der vierten Minute setzte Daniel Caligiuri mit einem Kopfball ein erstes Ausrufezeichen – Hertha musste dagegen schon nach fünf Minuten wechseln: Für den angeschlagenen Karim Rekik kam Javairo Dilrosun in die Partie – ein Wechsel mit Folgen, wie sich später herausstellen sollte.

Naldo scheitert nach Ecke

Doch zunächst hatte Schalke die Riesenchance, mit 1:0 in Führung zu gehen. Nach einer Caligiuri-Ecke stand Naldo frei vor dem Tor, schoss aber in die Arme von Keeper Rune Jarstein. Die Szene hatte ein Nachspiel – der Videoschiedsrichter Tobias Welz meldete sich. Offenbar war der Herthaner Marko Grujic mit der Hand am Ball gewesen. Schiri Sascha Stegemann schaute sich die Szene noch einmal an und entschied auf Elfmeter für Schalke. Caligiuri trat an – und verfehlte das Tor. Es war das erste Mal in der Bundesligakarriere des 30-Jährigen, dass er einen Elfer verschoss.

Und als Spieler und Fans der vergebenen Chance noch hinterhertrauerten, jubelten die Berliner. Dilrosun setzte sich auf der linken Seite gegen Weston McKennie durch, passte in die Mitte auf Ondrej Duda, der Ralf Fährmann mit seinem Schuss keine Chance ließ: 0:1 (15.).

Den Rückstand musste Schalke erst einmal verdauen, und es dauerte bis zur 28. Minute, bevor Konoplyanka mit einem satten Schuss ein königsblaues Lebenszeichen setzte. Schalke hatte zwar mehr Ballbesitz, agierte nach vorne aber zu behäbig, viele lange Bälle landeten im Nirgendwo. In der 35 Minute hätte es nach einem Doppelaussetzer von Naldo und Salif Sané beinahe 0:2 gestanden, doch Salomon Kalou verfehlte das Tor knapp.

In der Halbzeit änderte Tedesco seine Taktik, ließ mit Viererkette verteidigen und zog Nabil Bentaleb weiter nach vorne. In der 51. Minute musste der enttäuschende Sebastian Rudy vom Platz, für ihn kam Suat Serdar, dann er ersetzte Guido Burgstaller Breel Embolo (57.).

Doch auch, wenn man Schalke das Bemühen ansah: Nach vorne gelang so gut wie gar nichts. Gegen clever verteidigende Berliner blieb der S04-Angriff harmlos, dazu schlichen sich viele Fehlpässe ein. Auch das Publikum war nicht angetan: Hatte es zur Halbzeit noch einige verhaltene Pfiffe gegeben, so machten die Fans ihrem Ärger bei der Auswechslung des schwachen Baba mit einem wütenden Pfeifkonzert Luft (73.).

Die Nachspielzeit hatte es noch einmal in sich. Zunächst scheiterten Burgstaller und Mark Uth aus jeweils aussichtsreicher Position am guten Berliner Torwart. Dann wusste sich Yevhen Konoplyanka bei einem Berliner Konter nicht anders zu helfen, als den frei aufs Tor zulaufenden Dennis Jastrzembski kurz vor dem Strafraum umzureißen. Das Ergebnis war doppelt bitter: Konoplyanka sah die Rote Karte – Ondrej Duda verwandelte den Freistoß zum 2:0 für Hertha.

Also raufte sich Domenico Tedesco die Haare, während Daniel Caligiuri frustriert auf dem Rasen hockte und die Blicke von Manager Christian Heidel und Sportdirektor Axel Schuster ins Leere gingen. Der Vize-Meister muss sich in der Länderspielpause erstmal wieder neu sortieren – danach warten Gladbach und die Bayern.
Wenn auf die Statistik schon keine Verlass mehr ist, springen halt die Fans ein: Erst gab es nach der Niederlage Pfiffe, dann aufmunternden Applaus. Starthilfe, die Schalke bitter nötig hat.
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