Spielt Nübel auch gegen Düsseldorf?: Jetzt rappelt es in der Schalker Kiste

GELSENKIRCHEN Darf Schalke-Torhüter Alexander Nübel im Pokalspiel gegen Fortuna Düsseldorf entgegen der Ankündigung von Trainer Domenico Tedesco doch das Tor hüten? Für den zur Nummer zwei degradierten Ralf Fährmann wäre diese Entscheidung ein Affront - ein Abschied im Sommer droht.

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    Alexander Nübel könnte auch gegen Düsseldorf im Schalke-Tor stehen.

Seit Alexander Nübel zur Nummer eins im Tor des FC Schalke 04 aufgestiegen ist, schwieg er gegenüber Journalisten. Diese Verhaltensweise hätte sich womöglich am letzten Samstag im Falle eines Schalker Heimerfolgs gegen Borussia Mönchengladbach geändert. Doch nach seiner Roten Karte blieb sich der 22-Jährige treu. Alle Gesprächsversuche der Medienvertreter scheiterten.

Dafür redete der unverhofft wieder zum Einsatz gekommene Ralf Fährmann, doch in einer Art und Weise, die viel Frust über die eigene Situation ausdrückte. „Ich gebe jeden Tag alles, mehr kann ich selbst nicht beeinflussen“, so der 30-Jährige. In diesen Worten schwang schon etwas Resignation mit.
Höwedes lässt grüßen

Unabhängig von der Roten Karte für Nübel hatte das Schalker Trainerteam geplant, Fährmann im DFB-Pokal zum Einsatz kommen zu lassen. Doch Tedesco deutete nach der Niederlage gegen Mönchengladbach an, seinen ursprünglichen Plan womöglich zu ändern. „Wir haben uns vor ein paar Wochen für diesen Torwart-Tausch entschieden. Das war ein riesiges Brett für alle Beteiligten. Wegen einer Roten Karte jetzt alles umzuwerfen? Puh! Das ist ein Reifeprozess für Nübel“, so der 33-Jährige.

Mit anderen Worten: Nübel genießt bei Tedesco einen so großen Vertrauensvorschuss, dass er im DFB-Pokalspiel gegen Düsseldorf (Mittwoch 20.45 Uhr / Sky) womöglich doch im Tor stehen könnte. Was insofern ein bisschen verwundert, weil der 22-Jährige erst noch beweisen muss, dass er kontinuierlich gute Leistungen abliefern kann.

Doch sollte Nübel im Pokal spielen, dürfte Fährmann wohl am Saisonende die Konsequenzen ziehen und darauf drängen, trotz seines bis 2022 laufenden Vertrages seinen Herzensklub zu verlassen. Denn Fakt ist: Es rappelt in Schalkes Kiste. Ähnlich wie bei Benedikt Höwedes kann Fährmann es nicht nachvollziehen, dass ihn Tedesco auf die Bank setzte. Es kriselt zwischen Torwart und Trainer, auch wenn beide Seiten öffentlich versuchen, gute Miene zum bösen Spiel zu machen.

Tedesco hatte Fährmanns Degradierung unter anderem damit begründet, dass der Kopf des 30-Jährigen nicht frei sei. Hat sich das mittlerweile geändert? „Fragen Sie den Trainer“, meinte Fährmann nur einsilbig.
Das Torwartthema wird die Königsblauen wohl noch eine Weile beschäftigen. Es könnte noch mehr Brisanz gewinnen, wenn Fährmann zum Beispiel beim Bundesligaspiel in München, wo er ja auf jeden Fall spielen wird, eine herausragende Leistung zeigt.

Trotz der Konkurrenzsituation scheint das bisher freundschaftliche Verhältnis zwischen Fährmann und Nübel nicht gelitten zu haben. Vor dem Spiel gegen Mönchengladbach sah man beide lange im Stadion zusammenstehen. Fährmann gab dem Jüngeren noch den einen oder anderen Tip, während er bisher auf markige Kampfansagen verzichtet hat. Ob es dabei bleibt, werden die nächsten Wochen zeigen.
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