Mitgliederversammlung am 25. Juni: S04-Wahlausschuss soll reformiert werden

Gelsenkirchen Wenn am 25. Juni die Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 in der Veltins-Arena durchgeführt wird, sind elf Tagesordnungspunkte vorgesehen. Ein wichtiger Punkt sind geplante Satzungsänderungen.

  • Mitgliederversammlung FC Schalke 04

    Selbst Schalke-Boss Clemens Tönnies musste bei seiner letzten Wiederwahl auf den Rückhalt des Wahlausschusses hoffen. Der Ausschuss lässt die Kandidaten zur Wahl zu. Foto: Guido Kirchner (dpa)

Vor allem die Reform des Wahlausschusses, der über die Zusammensetzung des Aufsichtsrats entscheidet, hat große Bedeutung. Denn dieses Gremium übte zuletzt erhebliche Macht und Einfluss auf die Schalker Vereinspolitik aus.

Zum Hintergrund: Der Wahlausschuss, dessen Mitglieder zu großen Teilen der aktiven Fanszene zugeordnet werden, sorgte im vergangenen Jahr für erhebliche Turbulenzen, weil er zwei im Amt befindlichen Aufsichtsräten eine erneute Kandidatur verweigerte, indem sie durch die Auswahl des Wahlausschusses fielen.

Dieses Novum in der Vereinsgeschichte war zwar satzungskonform und legitim - es zeigte aber auch: Letztlich besaß der Wahlausschuss mehr Macht als die Mitgliederversammlung selbst. Die aktuelle Konstellation ermöglicht es sogar, dass der Wahlausschuss nur „seine“ Kandidaten zur Wahl stellen kann, so dass im Laufe der Jahre massive Veränderungen in der Zusammenstellung des Aufsichtsrats über dieses Gremium möglich sind. Die organisierte Fanszene, wo die Angst am größten ist, dass Schalke eines Tages doch den Weg zu einer Kapitalgesellschaft finden könnte und damit die Rechte der Mitglieder beschnitten werden, kann somit ihre Macht und Einfluss auf die Vereinspolitik erheblich vergrößern.

Selbst Schalke-Boss Clemens Tönnies, der im vergangenen Jahr zur Wiederwahl stand, konnte lange Zeit nicht sicher sein, ob ihn der Wahlausschuss überhaupt zur Wahl zulassen würde.

Der Satzungsantrag sieht nun vor, dass der Wahlausschuss nicht mehr allein über die Besetzung des Aufsichtsrates entscheiden soll. Zu diesem Zweck soll dieses Gremium von acht auf zehn Mitglieder aufgestockt werden. Nur noch fünf Mitglieder sollen von der Mitgliederversammlung direkt gewählt werden. Jeweils ein Mitglied würde von den Vereinsgremien Aufsichtsrat, Vorstand, Sportbeirat, Ehrenrat und Ehrenpräsidium benannt.

Alle Gremien tragen die Verantwortung

Die beiden Aufsichtsratsmitglieder Dr. Jens Buchta und Ulrich Köllmann, die für die Bearbeitung von Satzungsänderungen zuständig sind, betonen: „Es geht nicht um Kritik am aktuellen Wahlausschuss, sondern darum, dass zukünftig alle Vereinsgremien an der Besetzung des Wahlausschusses beteiligt werden und ihn so in seiner Kernfunktion stärken. Mit diesem Schritt tragen also alle Gremien gemeinsam die Verantwortung für die Entscheidungen des Wahlausschusses.“ Für alle Satzungsänderungen gilt: Sie können auf einer Mitgliederversammlung nur mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen beschlossen werden.
- Der FC Schalke 04 muss sich wohl auf die Suche nach einem dritten Torhüter machen. Denn nach Timon Wellenreuther, der ablösefrei zu Willem II Tilburg wechselt, will Fabian Giefer laut „Bild“ zum FC Augsburg wechseln. Beide Klubs sollen sich auf einen Vierjahresvertrag geeinigt haben.
- Giefer war zuletzt für ein halbes Jahr an den britischen Zweitligisten Bristol City ausgeliehen worden. Schalke soll eine Ablösesumme von rund 750 000 Euro kassieren.
- Sollte der Transfer über die Bühne gehen, hätten die Königsblauen mit Ralf Fährmann und Alexander Nübel aktuell nur zwei Torhüter in ihrem Kader.
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ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    29. Mai 2017, 21:34 Uhr
    Aktualisiert:
    2. Juli 2017, 03:34 Uhr