Tedesco unzufrieden: Bei Schalke fehlt noch der Feinschliff

Schweinfurt Schon im ersten Schalker Pflichtspiel der neuen Saison absolvierte Domenico Tedesco ein enormes Pensum an der Seitenlinie. Der 32-Jährige war ständig auf Ballhöhe. Dabei drückte seine Körpersprache oft eine gewisse Unzufriedenheit beim 2:0-Pokalerfolg in Schweinfurt aus. Doch nach dem Abpfiff fiel das Fazit von Tedesco größtenteils positiv aus.

  • 1. FC Schweinfurt 05 - FC Schalke 04

    Domenico Tedesco sah seinen Plan in Schweinfurt noch nicht zu 100 Prozent umgesetzt. Foto: Daniel Karmann (dpa)

„Wir hatten einen gewissen Plan, den die Mannschaft zu 70 oder 80 Prozent ganz gut umgesetzt hat. An dem Rest müssen wir noch arbeiten. Das ist in dieser Phase aber ganz normal,“ so der Schalker Coach. In der vergangenen Saison hatten die Königsblauen die erste Pokalhürde mit 2:0 bei Dynamo Berlin genommen. Im Vergleich hierzu, glaubt Tedesco, „sind wir von der Power her schon weiter.“

Ähnlich beurteilte Christian Heidel den Schalker Auftritt. „Die Mannschaft hat das unaufgeregt und souverän gemacht. Sicherlich hätten wir das eine oder andere Tor mehr schießen können. Aber bei Dynamo war es enger. Defensiv haben wir einen klaren Plan, da wissen wir, was wir machen müssen. Nach vorne, da kann man noch ein bisschen mehr machen, aber das kommt hoffentlich mit der Zeit“, so der Schalker Sportvorstand.

Die Stammspieler bleiben

Auf die Defensive der Blau-Weißen scheint auch in der neuen Saison Verlass. Die Dreierkette mit Salif Sané, Naldo und Matija Nastasic harmonierte schon sehr gut und erstickte viele Schweinfurter Angriffsversuche bereits im Ansatz. „Wir haben nur einen Torschuss zugelassen. Das ist eine Basis, auf der wir arbeiten können“, war Tedesco mit der Abwehrarbeit besonders zufrieden.

Mit der Verpflichtung von Hamza Mendyl vom französischen Erstligisten OSC Lille wird der Konkurrenzkampf im Kader weiter erhöht. Schalke hatte Glück, dass dieser Transfer zustande kam, weil Newcastle und Arsenal für den marokkanischen Nationalspieler auch mitboten, aber wegen Problemen mit der Arbeitserlaubnis für den 20-Jährigen ihre Aktivitäten einstellen mussten.

Abgeschlossen sind die Schalker Personalplanungen damit aber noch nicht. Heidel kann sich vorstellen, dass es bis zum Transferschluss am 31. August dauern könnte, ehe alle Entscheidungen gefallen sind. Sebastian Rudy bleibt ein Thema, aber ob der Bayern-Spieler wirklich von den Königsblauen so heiß umworben wird, wie er von manchen Medien gehandelt wird, bleibt offen. Heidel grinste nur, als er nach dem Stand der Dinge bei Rudy gefragt wurde.

Geis bleibt außen vor

Auch auf der Abgabenseite ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. Nicht nur Johannes Geis, der in Schweinfurt wie erwartet nicht zum Kader gehörte, ist ein heißer Wechselkandidat.

„Ich könnte mir schon vorstellen, dass da noch was passiert“, bestätigte Heidel, der aber ausschloss, dass nach Thilo Kehrer noch ein weiterer Stammspieler Schalke verlassen könnte. „Ein Fall Kehrer kommt nicht noch mal. Es wird keiner von den Jungs gehen, die bei unserer Planung ganz oben stehen,“ so der 55-Jährige.
Vielleicht kommt ja Franco Di Santo ins Grübeln, ob es für ihn Sinn macht, seinen lukrativen Vertrag (bis 2019) weiter nur abzusitzen. In Schweinfurt blieb der Stürmer auf der Ersatzbank. Dieses Schicksal wird ihm öfter drohen, da muss man angesichts der Konkurrenzsituation kein Prophet sein.
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  • Erstellt:
    19. August 2018, 19:25 Uhr
    Aktualisiert:
    17. September 2018, 03:33 Uhr
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