Hauptausschuss: Bürgerinitiative fordert Verkehrswegekonzept

Datteln Lange Staus Tag für Tag in der Innenstadt zeigen es überdeutlich, in Sachen Verkehrsfluss und Verkehrsführung liegt in Datteln einiges im Argen.

  • Lukaskreuzung

    Staus – wie hier an der Lukaskreuzung – sind auf der Hauptverkehrsachse gang und gäbe. Foto: ANDREAS KALTHOFF

Für die Bürgerinitiative Meckinghoven ist die Situation auf der Hauptverkehrsachse Castroper Straße (B 235) mittlerweile völlig untragbar geworden. Sie fordert in einer „Anregung an den Stadtrat“, die Stadt möge die Verkehrsführung in der Stadt von Grund auf überdenken und dazu ein Verkehrswegekonzept in Auftrag geben.
In ihrem Antrag benennt die Bürgerinitiative drei, vier neuralgische Punkte.

Allen voran die Castroper Straße: „Die vorhandene „grüne Welle“ funktioniert nicht. Tagsüber nehmen die Staus überhand. Die Anwohner werden durch Emissionen und Lärm belastet.“ In der Nacht donnerten zudem Lkw über die Castroper, um Autobahn-Maut zu sparen. Unhaltbar, so die Initiative, auch der Verkehr auf der Lukaskreuzung. Hier träfe der Verkehr der B 235 auf den Querverkehr Erkenschwick-Recklinghausen und Waltrop-Lünen.
 

Verkehrssituation für Radfahrer soll sich verbessern

Der Querverkehr wachse stetig, demnächst etwa durch die Westfleisch-Erweiterung (bis zu 1200 Lkw am Tag). Straßen.NRW bezeichne die Lukaskreuzung schon heute als nicht mehr funktionsfähig. Dritter kritischer Punkt: der Radverkehr. Die Zahl der schweren Unfälle mit Radfahrern liegt in Datteln mit am höchsten in der Region. Um die Gefahren für Radfahrer zu minimieren, fordert die Initiative als Alternative zur Castroper Straße einen zweispurig asphaltierten Radweg entlang des Kanals zu bauen. Mit einer Überführung über den Südring könnte man so eine ampelfreie Verbindung in die Stadt schaffen.

Die Stadt weist in ihrer Stellungnahme zur Anregung darauf hin, dass sie vielfach das Heft des Handelns nicht in der Hand halte, weil es sich bei den angesprochenen Straße, um Bundes- und Kreisstraßen handele. Allerdings stehe sie in ständigem Kontakt mit den Baulastträgern, damit die Missstände beseitigt, die Verkehrssituation insgesamt verbessert werde. Bei Neuansiedlung von Gewerbe oder Wohngebieten verlange die Stadt inzwischen in der Regel auch ein Verkehrsgutachten vom Investor.
 

Hauptausschuss der Stadt nahm die Anregung zur Kenntnis

Bei Neuplanungen oder Umbauten im Verkehrsraum würden generell Fußgänger und Radfahrer einbezogen. Daneben listet die Stadt einen Katalog an Maßnahmen auf, mit denen sie die Verkehrssituation verbessert, als da wären: geplanter Bau der 474n mit Entlastung für die B 235, Ortsumgehung Horneburg, Kreisverkehr am Busbahnhof, geplanter Kreisverkehr Wiesenstraße, Verkehrskonzept Hachhausen mit Geschwindigkeitsreduzierung, Verkehrskonzept Hagem, Schulwegsicherungen an der Friedrich-Ebert- und der Hafenstraße, Bereitstellung eines Etats ausschließlich für Radwege.

Der Hauptausschuss der Stadt nahm die Anregung zur Kenntnis, wie es in §24 der Gemeindeordnung vorgesehen ist, ohne irgendwelche Schritte daraus abzuleiten. Obwohl es „in Sachen Radverkehr noch viel zu tun gibt,“ wie Peter Amsel (FDP) zugab. In einem Jahr könne man das Thema gerne wieder auf die Tagesordung setzen, meinte Petra Willemsen (Linke). Aber jetzt (in der Zeit der Dattelner Großbaustellen) sei es der falsche Moment.
13 KOMMENTARE
18.09.18 10:27

Autos vor die Tür

von MartinStein

Hey Freunde. Ich verfolge die Diskussion grade sehr interessiert.
Zuerst müsste man den Transitverkehr aus der Stadt verbannen. Ortsumgehungen (B474n, Umgehung Meckinghoven, Nordring, ...). Den innerstädtischen Verkehr reduzieren in dem man attraktive Alternativen anbietet. Breite Radwege mit grüner Welle und nicht doppelte Wartezeiten an Ampeln). Ähnliches gilt für Kraftfahrzeuge. Früher gab es die „grüne Welle“ heute hat nur der Linienbus diese. Der Rest wird aktiv ausgebremst.

Fazit: Durchgangsverkehr aus der Stadt verbannen.
Ein vernünftiges Radwegekonzept (attraktiver Gegenspieler zum Auto).
Grüne Wellen.
Und, das kann der Bürger mal machen: AUTO EINFACH MAL STEHEN LASDEN UND SICH BEWEGEN!!!(Rad, zu Fuß oder mit dem Bus).

Grüße Martin

19.09.18 17:15

Hallo Martin!

von Juline

Gute Vorschläge, aber leider nicht alle durchsetzbar.
1) grüne Welle funktioniert nur, aber nur bis 6.30 Uhr, dann Stau wegen überhöhtem Verkehrsaufkommen. Zusätzlicher Störfaktor ist die jahrelange Baustelle.
2) B 474n ist mein Thema seit 1998. Leider blockiert ein gewisser Krämerkämper (BUND), wohnhaft am Waldesrand (Cafe Kortmann 1 km geradeaus), seit noch längerer Zeit diese notwendige Straße.
3) Auf die Nachteile durch die Bus-Beschleunigungsspuren für den allg. Kfz-Betrieb habe ich einige Ratsherren vor Einführung hingewiesen. Ich bin aber mittlerweile überzeugt, dass dies im Sinne des ÖVP's richtig ist.

15.09.18 19:30

Boemmel, Boemmel, Boemmel,

von Weltfrieden

schon wieder Sie?
Ich hatte ihnen doch erst letzte Woche dargelegt, wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die ... halten.
Da haben sie, entgegen aller Tatsachen, behauptet, die B 235 hätte keine zusammenhängende LSA-Schaltung.
Jetzt stellen sie schon wieder Behauptungen auf, die jedweder Grundlage entbehren.
Sie wollen Ausweichmöglichkeiten für Pendler und führen als Lösung die engsten und schmalsten Anliegerstraßen ins Feld, die Datteln zu bieten hat.
Ist ihnen schon mal in den Sinn gekommen, dass sie sich mit solch unqualifizierten Kommentaren selbst ins Abseits stellen?

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