Dattelner Meer: Stand Up Paddling – Ganzkörpertraining für Jung und Alt

Datteln Muskelkater gehört nach dem Stehpaddeln auf dem Kanal dazu. Wir haben den Selbstversuch bei den Kanuten Emscher-Lippe gemacht. Der Verein bietet seit vier Jahren Schnupperkurse an.

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  • Stand Up Paddling

    Katharina Weber (vorn) und andere Teilnehmer des Schnupperkurses bei Trockenübungen. Foto: ANDREAS KALTHOFF

  • Stand Up Paddling

    Foto: Kalthoff

Meine Beine fangen vor Anspannung an zu zittern. Gleich macht es „platsch“ und ich liege im Wasser, denke ich. Unter meinen Füßen spüre ich einen leichten Wellengang. Hoffentlich kommt kein Schiff vorbei und verursacht noch mehr Wellen.

Die Aussicht aufs Dattelner Meer kann ich auch noch nicht genießen. Viel zu verkrampft stehe ich auf meinem Brett und klammere mich am Paddel fest. „Man muss immer versuchen, in Bewegung zu bleiben“, sagt Ute Lüdke, Leiterin des Stand Up Paddling-Schnupperkurses und Vereinsmitglied bei den Kanuten Emscher-Lippe (KEL).

Diesen Tipp versuche ich zu beherzigen und paddele etwas kräftiger. Und tatsächlich: Nach einigen Zügen werde ich etwas entspannter. Doch wie war das noch mal mit dem Bremsen und Ausweichen? Verdammt! Zu spät! „Sorry“ sage ich mehrmals, nachdem ich einem der anderen Teilnehmer aufgefahren bin – immer in der Hoffnung, nicht vom Brett zu fallen und auch niemand anderen ins Wasser zu schubsen.
 

Von Mauritius zum Dattelner Meer

Bevor es überhaupt aufs Wasser ging, gab es an Land eine kurze Einführung. „Wer hat schon Vorerfahrungen im Stand Up Paddling?“ fragt Lüdke. „Ich habe das schon mal auf Mauritius gemacht“, erzählt die 17-jährige Margareta Beckmann. Ihre Patentante Tanja Forck (46) hat ihr den Stand Up Paddling-Kurs zum Geburtstag geschenkt. Auch Tochter Thea (17) ist mit von der Partie.

Wir stehen im Kreis um eines der Bretter. Sie sehen aus wie Surfbretter, sind aber etwas größer, stabiler und meist mit Luft gefüllt. In der Mitte befindet sich eine rutschfeste Schicht aus Gummi. „Wie nennt sich die Flosse am Ende des Bretts, mit der man lenkt?“ fragt Lüdke. Keiner weiß die Antwort. „Finne“, erklärt sie.

Tagesziel: Nicht ins Wasser fallen

Wie genau man das Brett lenkt, zeigt sie uns wenig später auf dem Wasser. Zuvor müssen aber noch die richtige Haltung auf dem Brett und die Paddeltechnik geübt werden. Das klappt in der Theorie an Land auch noch ganz gut. Doch schon der Aufstieg aufs Brett wird zu einer kleinen Herausforderung. „Es ist ein Ganzkörpertraining, wo besonders Rücken, Schultern und Beine beansprucht werden“, sagt Lüdke. Und es ist eine Sportart für Jung und Alt: „Wir hatten schon 10-jährige Kinder hier, aber auch 60/70-Jährige“, so Lüdke.

Zunächst paddeln wir ein bisschen auf den Knien, um ein Gefühl für das Brett auf dem Wasser zu bekommen. Dann richten wir uns langsam auf. Wir paddeln vorbei an der Wasserschutzpolizei bis hin zur Schleuse. Immer wieder machen wir kleine Pausen und Lüdke zeigt uns, wie man bremst, lenkt und Hindernissen ausweicht. Mein Tagesziel bleibt allerdings weiterhin: Nur nicht ins Wasser fallen!

Dass dies gar nicht unbedingt so schnell passiert, beweist die 66-jährige Aurele Fürst. Sie ist Mitglied bei den Kanuten Emscher-Lippe und macht regelmäßig seit einem Jahr fast jede Woche Stand Up Paddling und ist bislang nicht einmal ins Wasser gefallen. „Das kann aber schnell passieren. Es kommt einfach darauf an, wie wagemutig man ist“, erklärt Leiterin Lüdke. Wir waren wohl nicht ganz so wagemutig, denn wir sind alle wieder trockenen Fußes an Land gekommen. Nach ein paar Minuten hört auch das Zittern in den Beinen wieder auf. Der Muskelkater am nächsten Tag bleibt jedoch nicht aus.


Schnupperkurs jeden Montag von 16.30-18 Uhr bei den Kanuten Emscher-Lippe (10 Euro pro Person). Anmeldung erforderlich bei Ute Lüdke: 0172 5696 086.
2 KOMMENTARE
02.09.18 16:14

Schade.....

von fischlein

..das Du dich nicht selbst mal meldest. Wegen fortlaufender "Spießigbürgerrei". LG Fischlein

02.09.18 11:15

Ohne Absicherung?!

von Horst1

Eine solche Veranstaltung grade für Anfänger ohne eine Absicherung durch DRK Feuerwehr oder DLRG?! Das ist nicht nur Verantwortungslos sondern auch grob fahrlässig und es sollte schnellstmöglich verboten werden sowas unter diesen Umständen anzubieten! Zudem ist der Kanal immer noch eine Wasserstraße und kein Sportplatz! Diesen Missstand werde ich den zuständigen Behörden auch umgehend melden! Unglaublich!

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