"Fahr mit Herz": ACE schlägt Alarm – Radfahrerunfälle haben zugenommen

Datteln Der Autoclub hatte einen Zähltag an der B 235. Und das Verhalten von Autofahrern beim Abbiegen gibt Anlass zur Sorge.

  • ACE

    Walter Schlegemann und Wilfried Oberschachtsiek kontrollierten an der Stelle, an der vor kurzem noch eine Radfahrerin tödlich verunglückt ist. Foto: SYSTEM (

Erst vor kurzem verunglückte eine Radfahrerin am Zechenberg bei einem Unfall tödlich. Ein Lkw-Fahrer hatte sie beim Abbiegen offensichtlich übersehen. Die Polizei berichtet aktuell, dass Radfahrerunfälle in Datteln im ersten Halbjahr wieder zugenommen haben. Und jetzt schlägt auch der Auto Club Europa (ACE) Alarm. Anlässlich der Aktion „Fahr mit Herz“ hatte der ACE an der Kreuzung B 235/Emscher-Lippe-Straße einen Zähltag organisiert. Mit erschreckendem Ergebnis.

Die bundesweite Verkehrssicherheitskampagne „Fahr mit Herz!“ wirbt bei Auto- und Radfahrern für mehr Achtsamkeit, Respekt und das Einhalten der Regeln im Straßenverkehr. Am Aktionstag in Datteln ging es beispielsweise um Autofahrer, die an Kreuzungen den Schulterblick vermissen ließen oder erst gar nicht blinkten.


Im Herbst bundesweite Auswertung

Doch nach dem Zähltag in Datteln gibt es Anlass zur Sorge: „266 Autofahrer haben wir hier innerhalb einer Stunde beobachtet und 235 davon vergaßen den Schulterblick oder blinkten nicht vor dem Abbiegen. Zwei fuhren sogar bei Rot“, berichtet Walter Schlegemann, Vorsitzender des ACE im Kreis Recklinghausen ernüchtert. „Dabei ist der Kreuzungsbereich Unfallschwerpunkt und nur der Schulterblick garantiert, dass herannahende Fahrradfahrer rechtzeitig wahrgenommen werden.“

Die Bilanz der Rad- und Pedelecfahrer im Hinblick auf die Achtsamkeit und das Einhalten der Verkehrsregeln sieht nicht viel besser aus. „Leider mussten wir feststellen, dass viele Radfahrer an der roten Ampel nicht gehalten haben, teils den Fußweg benutzten oder das Haltesignal ignoriert haben. Solch ein schlechtes Ergebnis habe ich nicht vermutet. Ich bin überrascht – und das im negativen Sinne“, ergänzt Wilfried Oberschachtsiek, stellv. Vorsitzender.

Für Walter Schlegemann und Wilfried Oberschachtsiek ist klar, dass dringend Aufklärungsarbeit betrieben werden muss für ein achtsameres Miteinander. „Bis September wollen wir an verschiedenen Standorten weitere Zählungen durchführen. Die Zahlen werden dann nach Bundesländern zusammengefasst und im Herbst gibt es eine bundesweite Auswertung. Und die fällt dann hoffentlich etwas positiver aus als die Zählung in Datteln. Achtsamkeit und gegenseitige Rücksichtnahme sind das A und O für Sicherheit im Straßenverkehr“, lautet das Fazit von Walter Schlegemann.
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