Kanal: Angeln als Ausgleich zum Alltag

Datteln Rund 30 Nachwuchsangler des Fischereivereins treffen sich regelmäßig zum Angeln. Langeweile kommt bei ihnen dabei nicht auf.

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  • Nachwuchsangler

    Nachwuchsangler Alexander Schmidt (l) und Lars Ochmann (r) am Dattelner Kanal. Foto: Weber

  • Lars Ochmann

    Nachwuchsangler Lars Ochmann.

  • Alexander Schmidt

    Nachwuchsangler Alexander Schmidt.

Angelrute, Angelhaken, Kescher, Köder und Klappstuhl stehen bereit. Kaum ist die Angelschnur im Wasser, ist auch schon etwas am Haken. Nachwuchsangler Alexander Schmidt (14) zieht einen alten Handschuh aus dem Wasser. „Müll gehört zum Angeln auch dazu“, erklärt Andreas List, Jugendwart des Fischereivereins Datteln. „Natur und Umwelt ist für uns Angler sehr wichtig“, so List.

„Wir sammeln immer den umliegenden Müll ein. Manchmal ist nach einem Angeltag eine ganze Mülltüte voll.“ Einmal im Jahr gibt es sogar eine Müll-Aufräum-Aktion entlang des Kanals. Aber hauptsächlich geht es natürlich ums Fische angeln. Etwa 20 verschiedene Fischarten tummeln sich im Dattelner Kanal. „Hier in Westdeutschland gibt es den größten Fischbestand“, erklärt List.
 

Alle zwei Jahre Jugend-Zeltlager im Emsland

Seit seiner Kindheit angelt er schon. „Ich bin quasi mit der Angel in der Hand geboren. Meine Mama war schon angeln, als ich noch im Bauch war“, erzählt der 30-Jährige. Ähnlich war es bei dem Nachwuchsangler Lars Ochmann. „Schon mein Vater und mein Großvater haben immer geangelt und sind auch hier im Verein. Seit meinem sechsten Lebensjahr bin ich dann mitgegangen und seit ich elf Jahre alt bin auch selbst Mitglied im Verein“, sagt der 17-Jährige.

Lars Ochmann

Nachwuchsangler Alexander Schmidt (14) ist in der 5. Klasse durch einen Flyer der Ferienspaß-Aktion in der Schule zum Angeln gekommen. Die beiden Nachwuchsangler haben bereits ihren Angelschein gemacht. Für die Fischereiprüfung mussten sie 360 Fragen und Antworten auswendig lernen, 49 Fischarten benennen und Ruten für die „Zielfische“ zusammenstellen. In den Sommerferien waren sie gemeinsam mit 15 anderen Nachwuchsanglern für zwei Wochen im Jugendzeltlager in Haselünne im Emsland. „Das ist ein Paradies für Angler“, sagt Ochmann.
 

Nachwuchsangler mag selbst keinen Fisch

Aber auch am Dattelner Kanal gibt es gute Plätze zum Angeln. Andreas List angelt besonders gerne oberhalb des Schiffshebewerks. Lars Ochmann ist am liebsten in der Nähe der Wasserschutzpolizei. „Hier kommt man auch gut mit dem Auto hin“, sagt der 17-Jährige, der sein Equipment aber auch oft auf dem Fahrradanhänger mitnimmt, wenn er mit dem Auto nicht gebracht werden kann.

Alexander Schmidt

Die Angler haben eine Menge Ausrüstung dabei, um Zander, Aale, Rotaugen und Co. aus dem Wasser zu holen. „Dabei esse ich gar keinen Fisch“, verrät Lars Ochmann. „Ich mache aus dem geangelten Fisch gerne Frikadellen“, sagt Jugendwart Andreas List. Alexander Schmidt isst dagegen am liebsten Forelle.
Langeweile kommt den Dreien beim Angeln nicht auf. Denn man muss immer ein Auge auf die Angel haben und wenn man länger nichts fängt, versuchen etwas zu verändern.

„Denn man will ja was fangen. Das ist der Reiz dahinter“, sagt Ochmann. Bei den Treffen der gut 30 Nachwuchsangler wird das Gewicht der geangelten Fische notiert und am Ende ein Sieger gekürt.
Jugendwart Andreas List sagt außerdem: „Angeln ist für mich kein Sport, sondern ein Ausgleich zum Alltag.“ Am 9. September findet ab 9 Uhr das nächste Treffen der Nachwuchsangler oberhalb des Schiffshebewerks statt. Interessierte sind herzlich eingeladen vorbeizukommen.
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