Zopf für Perücke: Neunjährige Nina spendet Haare für krebskranke Kinder

DATTELN Vier Jahre intensive Pflege spendet Nina (9) krebskranken Kindern. Seit gestern sind ihre Haare ab und werden nun zu einer Perücke verarbeitet. Mit der außergewöhnlichen Spendenidee hat sie für mediales Aufsehen gesorgt, hat acht weitere Nachahmer gefunden, die Friseurmeister Christoph Wesselbaum gestern erleichterte.

  • Das Strahlen sagt alles: Nina (9) freut sich über ihre neue Frisur. Ihre Haare spendet die Viertklässlerin, damit daraus Perücken für krebskranke Kinder gemacht werden. Foto: Stefan Huxel

Dass Nina Ärztin werden will, steht seit Jahren fest. „Als Dreijährige hat sie sich eine Puppe gewünscht, bei der man die Organe herausnehmen kann“, sagt Ninas Mutter Silke Broermann. Als Papa Christian vor einigen Jahren dann an Krebs erkrankte, informierte sich die heutige Viertklässlerin intensiv über die Krankheit.

„Freitags war die Operation meines Mannes, aber wir haben erst montags die Ergebnisse bekommen. Das war ein sehr emotionales Wochenende für Nina“, so Mutter Silke. Das Mädchen könne sich sehr gut in andere Menschen hineinversetzen, so Silke Broermann.

Für die Neunjährige ist das Haarschneiden kein großer Akt, das Fönen und Kämmen habe ohnehin genervt. „Ich möchte kranken Kindern helfen, und das ist eine gute Möglichkeit“, sagt sie. Ein bisschen nervös sei sie aber.
 

Ein nachwachsender Rohstoff


Auf die Idee ist Mutter Silke über das Internet gekommen. Die Dattelner Kinderklinik, die gerade keinen Bedarf für eine Kinderperücke hat, vermittelte den Kontakt. „Wir haben recherchiert, dass wir auch etwas Seriöses finden“, so Silke Broermann. Bei einer Firma aus Velen fühlen sie sich nun gut aufgehoben.

Und so funktioniert es: Der Zopf muss mindestens 25 Zentimeter lang und gewaschen sein. Dann werden die Haare verschickt und je nach Bedarf wird direkt eine Perücke für einen kranken Menschen daraus gemacht. Zusätzlich zahlt die Firma Rieswick & Partner Friseur GmbH eine freiwillige Spende, die sich nach der Qualität der Haare richtet, etwa an die Kinderkrebshilfe.

An diesem Sonntagmorgen ist Christian Adam (38) eigens aus Bochum gekommen. Seit den 90er-Jahren trägt er sein blondes Haar lang und offen, hat es zwischendurch abgeschnitten, weil er auch spenden wollte, aber keine Mitstreiter fand. Daher gibt es von ihm gleich zwei Portionen. „Das ist ein nachwachsender Rohstoff, da ist es völlig egal, ob er abkommt“, sagt der ehemalige Waltroper.
 

Nach Jahrzehnten von Haaren getrennt


Kristina Burghardt hat es eilig, hat sich den Zopf selber abgeschnitten und bringt ihn vorbei. „Ich finde, dass es eine grandiose Sache ist, dass ein neunjähriges Mädchen solch eine Aktion ins Leben ruft“, sagt die Marlerin.

Sie ist nicht die einzige, die Haare in dem Friseursalon an der Horneburger Straße abgegeben hat. „Die Tage kam eine ältere Dame, die ihren Zopf abgegeben hat. Sie erzählte, dass ihr Chef sie zu Beginn der Lehre aufgefordert habe, die Haare abzuschneiden. Doch sie habe sich nicht davon trennen können. Aber für diesen guten Zweck hat sie es Jahrzehnte später getan“, berichtet Christoph Wesselbaum.

Bis in den Nachmittag schiebt der Friseurmeister Überstunden, arbeitet kostenlos. „Mit dem Abschneiden ist es nicht getan, die Spender bekommen alle eine richtige Frisur“, verspricht er.

Nina hat ihren Frisurwunsch vor Tagen eingereicht: Einen Kurzhaar-Bob. Als es vollbracht ist und sie sich im Spiegel betrachtet, spricht ihr Lächeln Bände.

@ www.haare-spenden.de

1 KOMMENTAR
06.04.17 05:44

Super-Aktion...

von ichmeine

ein tolles kleines Mädchen.
Super-Aktion.
Daumen hoch!!!!

?

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