Per Chip gefunden: Kater Paulchen gestohlen und auf Ebay verkauft

DORTMUND Gestohlen und bei Ebay angeboten. So ist es einem Kater in Dortmund ergangen. Kater Paulchen heißt jetzt Luke, zwischendurch hieß er Tiger. Da war er Diebesgut. Doch der implantierte Chip verriet seine wahre Herkunft.

Kater Paulchen, ein Freigänger, hat schon immer gern mehrtägige Ausflüge durchs Kaiserstraßenviertel gemacht. Deshalb war seine Besitzerin Renate Liell auch anfangs nicht beunruhigt, als er am 2. Januar nicht mehr zu Hause in der Bismarckstraße auftauchte.

 

Erst nach ein paar Tagen rief sie beim Tierheim, beim Tierschutz- und beim Katzenschutzverein in der benachbarten Goebenstraße an, wo Paulchen auch gern mal vorbeischaute. Doch kein Lebenszeichen von dem gut sieben Jahre alten Kater.

 

Brief vom Haustierregister verrät neue Besitzerin

 

Bis zum 23. Januar, als ein Brief kam von Tasso, Europas größtem Haustierregister. "Darin stand, ich sei nicht mehr die Besitzerin, sondern Paulchen sei jetzt in Bochum angemeldet", erzählt Renate Liell. Sie rief bei Tasso an und bekam so den Kontakt zu Hilgemanns, Paulchens neuer Familie in Bochum.

 

 

Petra Hilgemann hatte Paulchen, der jetzt Luke heißt, in den Ebay-Kleinanzeigen gefunden, angeboten für 100 Euro. Von einer Frau aus der Saarbrücker Straße im Dortmunder Gerichtsviertel. Petra Hilgemann, die gern einen roten oder rot-weißen Kater wollte, fuhr dorthin, um Paulchen abzuholen.

 

 

Ebay-Verkäuferin erzählte erfundene Geschichte

 

Die Ebay-Verkäuferin erzählte ihr, sie habe Tiger - so hieß Paulchen bei ihr - vor drei Jahren von einer Freundin übernommen, müsste jetzt umziehen und könnte dort keine Tiere halten. Als verantwortungsvolle Tierhalterin stellte Petra Hilgemann Paulchen/Tiger/Luke beim Tierarzt vor, auch um ihn chippen zu lassen. Der stellte fest, dass der Kater längst einen Chip hatte.

 

So nahm die Aufklärung ihren Lauf und erreichte schließlich auch Renate Liell. Da Paulchen von einer der zwei weiteren Katzen Renate Liells immer gemobbt worden war und es bei Hilgemanns sehr gut getroffen hat, trat Renate Liell ihn an die neue Familie ab. "Ein Glück", sagt Petra Hilgemann, "ich hätte ihn sonst nach drei Wochen wieder abgeben müssen."

 

Mutmaßliche Diebin soll 100 Euro zurückgeben

 

Doch ebenso wie Renate Liell ist sie stocksauer auf die Diebin. Man verkaufe nicht einfach ein gefundenes oder gestohlenes Lebewesen. "Das macht man nicht. Das kann man im Tierheim abgeben", sagt Petra Hilgemann. Sie hat Anzeige in Bochum wegen Betrugs erstattet und Renate Liell auf der Wache Körne wegen Diebstahls. Petra Hilgemann arbeitet in einer Anwaltskanzlei. Von dort erhält die Frau aus der Saarbrücker Straße auch einen Brief mit der Ansage, die 100 Euro zurückzugeben oder an den Tierschutz zu spenden.

 

Renate Liell jedenfalls hat die Katzen- und Hundehalter in ihrer Straße gewarnt. Erst vor einem halben Jahr waren im Gerichtsviertel fünf Katzen auf mysteriöse Weise verschwunden. Ob es einen Zusammenhang gibt, ist nicht bekannt.