Ewaldstraße: Reizgas-Attacke führt zu Großeinsatz

HERTEN-SÜD Eine Reizgas-Attacke in einem Mehrfamilienhaus an der Ewaldstraße hat am frühen Montagmorgen (7.05.) zu einem Großeinsatz von Rettungskräften aus der ganzen Region geführt. 17 Menschen, darunter auch Kinder, mussten behandelt werden. Die Ewaldstraße war stundenlang voll gesperrt.

« »
1 von 2
  • Verletzte bei Gasaustritt in Herten

    Zahlreiche Rettungswagen der Feuerwehr stehen vor einem Haus in dem Gas ausgetreten war. Foto: Marcel Kusch

  • Kein Unfall

    Die Polizei spricht von insgesamt 15 Verletzten, darunter auch fünf Kinder. Foto: Marcel Kusch

Nach Angaben der Polizei gelangte ein unbekannter Mann etwa um 4 Uhr in ein Mehrfamilienhaus an der Ewaldstraße etwas südlich der Einmündung Nimrodstraße. Hier machte er sich an einer Wohnungstür bemerkbar. Als ihm geöffnet wurde, warf der Mann einen bislang unbekannten Gegenstand in die Wohnung und flüchtete.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei könnte es sich um eine Beziehungstat handeln. Die weiteren Ermittlungen dauern an, der Täter ist flüchtig.

Aus dem Gegenstand verströmte vermutlich Reizgas, das zu Atemwegsreizungen bei den unmittelbar betroffenen Bewohnern und später auch bei Menschen in angrenzenden Wohnungen führte.

Die Bewohner alarmierten die Feuerwehr. Diese schickte zunächst unter dem Stichwort „Geruchsbelästigung im Gebäude“ die Hertener Berufsfeuerwehr zur Ewaldstraße. Als die ersten Helfer eintrafen und feststellten, dass eine hohe Anzahl von Verletzten zu befürchten war, löste die Kreisleitstelle Großalarm unter dem Stichwort "Massenanfall von Verletzten" aus. Dadurch wurden neben der gesamten Hertener Feuerwehr automatisch auch weitere Feuerwehr- und Rettungsdienst-Einheiten aus dem ganzen Kreis Recklinghausen alarmiert, darunter der „Patiententransportzug 10“ des Kreises Recklinghausen. Die Teileinheit des DRK Herten schickte einen Rettungswagen, einen Krankenwagen und einen Einsatzleitwagen. Darüber hinaus eilten Rettungskräfte aus Gelsenkirchen und Herne nach Herten.

Nach Angaben der Berufsfeuerwehr Herten wurden 17 Menschen wegen leichter Atemwegsreizungen durch Notärzte, Rettungsdienst-Mitarbeiter und Feuerwehrleute untersucht beziehungsweise behandelt. Die Polizei spricht abweichend von 19 Patienten.

Vier Menschen mussten letztlich ins Krankenhaus gebracht werden, darunter zwei Kinder. Alle anderen Betroffenen zeigten später keine Symptome mehr und wollten auch nicht mehr ins Krankenhaus transportiert werden.

Feuerwehrleute nahmen im Haus Gas-Messungen vor, konnten aber mit den Meßgeräten keine Gas-Konzentration feststellen. Nach dem Öffnen aller Fenster war auch nichts mehr zu riechen.

Die Ewaldstraße blieb mehrere Stunden lang voll gesperrt. Die Busse der Vestischen und der übrige Verkehr wurden über die Schützenstraße umgeleitet.

6 KOMMENTARE
08.05.18 16:31

@Benni

von 911

Da muss man aber schon zimlich weit wegziehen.

Gelsenkirchen, Dortmund, Herne, Oberhausen, Duisburg, Essen, alles leider auch nicht viel besser.

Ich würde auch liebend gern das Ruhrgebiet verlassen, jedoch bindet der Job, die Familie und das Eigentum.

Wenn ich mich an das Herten der 80er/90er erinnere, da hat man sich über die drei/vier "Penner" echauffiert, die bei Karstadt unter dem "Pilz" ihr Hansa-Pils getrunken, aber einen in Ruhe gelassen haben.

Wenn wir doch heute nur solche kleinen "Probleme" hätten...

Die Benni's, Kevin's und Co. von heute kennen diese Zeiten natürlich nicht, daher bereitet ihnen die aktuelle kulturelle (Über-)Bereicherung auch keine Kopfschmerzen.

Für mich ist das definitiv "too much', und das möchte ich auch sagen dürfen.

Ich kann Rex jedenfalls verstehen.

09.05.18 11:10

Rückmeldung

von BenjaminHerten

Hallo 911,
Kopfschmerzen bereitet mir der allgemeine Sittenverfall. Der liegt aber nicht an der kulturellen Bereicherung, sondern an der egoistischen, menschenverachtenden Lebensweise der unabhängig der Herkunft in Politik, Schule, etc. vorgelebt und gelehrt wird.
20 Jahre in Bayern lebend weiß ich wie es ist ohne "kulturelle Bereicherung". Die einzige Ausländerin in 11 Schuljahren kam aus Neuseeland. Und trotzdem gab es Diebstahl, Mord, Schlägereien, Leute die ihren Müll auf der Straße entsorgen.

Meine Beobachtung ist halt, dass es leicht ist die kulturelle Bereicherung für alles verantwortlich zu machen, was einen stört.

Und ohne die alte Bereicherung der italienischen, türkischen und polnischen Gastarbeiter wäre das Ruhrgebiet auch nicht das was es mal war und ist. Jetzt sind es halt andere Kulturen. Die wird man auch noch verkraften.

07.05.18 16:41

Kulturelle Bereicherung

von sebperry

Ich bedanke mich für die kulturelle Bereicherung, die ich mir garnicht gewünscht hatte! Ein derartige Bereicherung findet wohl eher auf der gegenüberliegenden Strassenseite statt!
Ich meine, BenjaminHerten sollte besser wegziehen!
Vielleicht hilft das auch schon...! Ich habe auch einen anderen Musikgeschmack und brauche auch diese Lautstärke nicht. Zumindest ist der angestammte Hertener Kulturkreis von dem Gasangriff nicht betroffen worden.

?

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar.)
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschließen.
Um sich registrieren zu können, müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.